- 04.07.2007, 13:25:30
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Bereits 3.300 Mütter beziehen Kärntner Müttergeld
LH Haider und LHStv. Dörfler zogen Erfolgsbilanz nach 1 Jahr - Bundesregierung soll unversorgte Mütter nicht länger ignorieren
Klagenfurt (LPD) - Mit dem Kärntner Müttergeld hat Kärnten erneut
eine sozial- und familienpolitische Vorreiterrolle übernommen und
seine Position als Familienland weiter ausgebaut. Heute, Mittwoch,
haben Landeshauptmann Jörg Haider und LHStv. Gerhard Dörfler Bilanz
über ein Jahr Kärntner Müttergeld gezogen. Ebenfalls an der
Pressekonferenz im Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung
teilgenommen haben Lieselotte Suette vom Verein SozialMarkt Kärnten
(SOMA) sowie die erste Müttergeldbezieherin Anna Angermann und ihre
Tochter, Babygeldbezieherin Barbara Angermann mit ihren zwei Kindern.
Rund 3.300 Anträge wurden positiv erledigt, so viele Mütter
beziehen bislang seit der Einführung im Vorjahr das Müttergeld, das
bis maximal 150 Euro pro Monat ausmacht. Wie der Landeshauptmann
betonte, sei dieses Müttergeld auch ein wirksames Mittel im Kampf
gegen die Armut. Ingesamt seien in Österreich an die 160.000 Frauen
ohne Altersversorgung. Kärnten löse dieses Problem in der Praxis und
unterstütze jene Mütter, die durch ihre Familienleistungen viel für
die Gesellschaft geleistet haben und dennoch ohne sozialrechtliche
Absicherung dastehen. "Diese Mütter darf man nicht bestrafen", so
Haider.
Der Landeshauptmann gab weiters bekannt, dass das Müttergeld als
Dauereinrichtung weiter ausgebaut werde. In der Öffentlichkeit und in
der Politik sollte ein Umdenken erreicht werden, um den Nachholbedarf
gegenüber diesen Müttern zu erkennen, sagte Haider. Es gebe allzu
oft untragbare Situationen bei der Altersversorgung, insbesondere
auch im ländlichen Raum. Österreichweit sollte eine Lösung gefunden
werden, dass Mütter, die ihren Kindern Zeit schenken, keine Nachteile
bei der Altersversorgung erleiden müssen, appellierte Haider. Neben
jenen, die älter als 60 sind und Unterstützung erhalten sollen,
sollte es bis zum 18. Lebensjahr auch ein Müttergehalt als Angebot
geben, erneuerte der Landeshauptmann seine Forderung. Die
Bundesregierung sollte sich mit dieser Thematik endlich
auseinandersetzen und nicht länger die 160.000 unversorgten Mütter
ignorieren, plädierte Haider.
In diesem Sinn übte auch LHStv. Gerhard Dörfler massive Kritik am
Sozialsystem, das die Familienleistungen extrem benachteilige. Daher
sei es wichtig, betonten Dörfler und Haider, dass die Erlöse aus dem
Verkauf der Hypo-Anteile in Höhe von 25 bis 30 Mio. Euro der
Förderung der Familien und einkommensschwachen Menschen zugute
kommen. Das Land wendet für Familienleistungen im Jahr 2007 52,8
Mio. Euro auf. Zum Vergleich: 1999 waren es nur 19,9 Mio. Euro. Dies
bedeutet eine Steigerung um 32,9 Mio. Euro oder 165 Prozent (!). Es
gebe kein anderes Bundesland, so Haider und Dörfler, das so viel für
die Familien leiste. Kärnten war auch Vorreiter beim
Kinderbetreuungsgeld, das dann österreichweit eingeführt wurde,
erinnerte Dörfler. "Familien brauchen mehr Unterstützung",
unterstrich Dörfler. Auch komme eine Kaufkraftstärkung der Familien
wiederum der Wirtschaft zugute.
Dörfler wies auch auf weitere Leistungen des Landes wie
Schuldbedarfsförderung, Kinderbetreuung, mobile Tagesmütter und das
Kärntner Babygeld hin. Es gehe neben der finanziellen Hilfe auch um
die emotionale Zuwendung, so Dörfler. Beim Babygeld wurden im ersten
Jahr 5.775 Anträge bearbeitet und über fünf Millionen Euro
ausbezahlt. Das Babygeld wird einmalig mit einem Betrag von 800 Euro
für das erste Kind, mit 900 für das zweite und mit 1.000 für das
dritte bzw. jedes weitere Kind gewährt.
Suette sagte, dass ein großer Bedarf hinsichtlich des Müttergeldes
gegeben sei. Sie zeigte sich überaus erfreut und dankte dem
Landeshauptmann für die Zusage, das Kärntner Müttergeld auch in
Zukunft sicherzustellen.
Bis Ende Mai 2007 wurde ein Betrag von 1.685.416 Euro ausbezahlt.
Das Müttergeld beträgt bis zu maximal 150 Euro monatlich. Das
Müttergeld wird an Frauen ausbezahlt, welche das 60. Lebensjahr
vollendet und keinen Anspruch auf eine eigene Pension oder
Witwenpension haben und deren Einkommen unter der Ausgleichszulage
(derzeit 726 Euro brutto) liegt und an jene Mütter, die auf
Sozialhilfe angewiesen sind. Beantragen können es auch Mütter, die
nicht in einem gemeinsamen Haushalt mit ihrem Ehemann bzw.
Lebenspartner mit Unterhaltsanspruch leben und Mütter, die eine
Pension der Sozialversicherung der Bauern beziehen, welche unter dem
Ausgleichszulagenrichtsatz (max. Familieneinkommen 1.091,14 Euro)
liegt.
Partner bei der Abwicklung des Projektes Müttergeld ist der Verein
SozialMarkt Kärnten (SOMA). Bei den SOMA in Klagenfurt, St.
Veit/Glan, Spittal/Drau, Villach, Wolfsberg, im LH-Bürgerbüro in der
Kärntner Landesregierung, Arnulfplatz1, Klagenfurt, und in Villach
sowie bei allen Gemeinden sind Anträge für das Müttergeld erhältlich.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Kärntner Landesregierung
Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-22 852
http://www.ktn.gv.at
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