• 03.07.2007, 11:40:42
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Sieben goldene Regeln zur Ladungssicherung

Nächstes AUVA Seminar: 9. August in Oberpullendorf

Wien (OTS) - Ladungssicherung ist ein aktuelles Thema. Anfragen
und volle AUVA Seminare unterstreichen den Trend. Die
Unfallverhütungsexperten der AUVA Landesstelle Wien haben sieben
goldenen Regeln zur Ladungssicherung zusammengestellt, die sowohl dem
Profi als auch bei privaten Transporten helfen. Wer sein Ladegut
nicht oder nicht ausreichend sichert, verletzt gleich mehrere
gesetzliche Bestimmungen; Strafen drohen Frächter und Familienvater.
In der Praxis wird sich die Sicherung aus einer Kombination von Form-
und Kraftschluss zusammensetzen. Ladelücken sind möglichst zu
vermeiden. Für Profitransporteure gibt es das nächste AUVA Seminar
"Ladungssicherung" am 9. August im Sporthotel Kurz, Oberpullendorf.

Das Kraftfahrgesetz - Paragraf 101 KFG insbesondere Punkt e) - mit
den Bestimmungen über Ladungssicherung, das Allgemeine Bürgerliche
Gesetzbuch - §§ 1293 sowie 1294 ABGB - mit den Bestimmungen über
Schaden und Gewinnentgang, sowie bei Personenschaden die zu recht
gefürchteten "80-er"-§§ des Strafgesetzbuches (StGB) legen die
Grundregeln und Strafen in unterschiedlichem Ausmaß bis hin zur Haft
fest.

Das nächste Seminar "Ladungssicherung" der AUVA Landesstelle Wien
findet am 9. August im Sporthotel Kurz, Oberpullendorf, statt.
Zielgruppe sind alle, die an einem Ladevorgang in einem Unternehmen
beteiligt sind, wie Frächter, Fahrer, Lademeister, Staplerfahrer,
etc. "Diese Seminare sind sehr begehrt und immer schnell ausgebucht,"
freuen sich Dipl.-Ing. Dr. Josef Drobits und Ing. Dominik Scholz. Für
Anfragen und Anmeldungen steht zudem Katharina Inmann zur Verfügung
unter: [email protected], Tel.: (01) 33133 DW 279.

Die sieben goldenen Ladungssicherungsregeln der
Unfallverhütungsexperten der AUVA Landesstelle Wien helfen,
Komplikationen zu vermeiden, und zwar:

- Ein geeignetes Fahrzeug einsetzen - wenn nötig zum Beispiel 
   Möbeltransporter, Anhänger, etc. ausborgen bzw. mieten.
 - Gesamtgewicht und Achslasten auch beim Privat-Pkw beachten und 
   zwar besonders bei schweren, dichten Gütern zum Beispiel 
   Fliesen. Luft rein und Reifendruck der Beladung anpassen - siehe 
   Falz der Fahrertüre, Bedienungsanleitung des Fahrzeugherstellers.
 - Schwerpunkt der Ladung nach Möglichkeit in die Längsmittelebene 
   des Fahrzeuges verlegen.
 - Ladung darf nicht verrutschen, kippen, rollen: Notfalls sofort 
   nachsichern, Zurrpunkte im Fahrzeug beachten. Hier hilft ein 
   Blick in die Herstellerangaben oder die Nachfrage bei Händler 
   oder Werkstatt.
 - Geeignete Sicherungsmittel einsetzen, zum Beispiel Kisten für 
   Kleingüter, Sperrmaterial, Staupolster, etc.
 - Keine Beschädigung der Ladung riskieren. Weiches Abpuffern mit 
   Decken etc. hilft und erspart Ärger und Frust beim Ausladen.
 - Erwarten Sie das Unerwartete: Geschwindigkeit unbedingt den 
   Wetterverhältnissen (Eisregen, Hagel, Schlagregen...) und den 
   Fahrbahnbedingungen (Schlaglöcher, Baustellen, etc.) anpassen. 
   Im Zweifel einen Gang runterschalten. Allerdings: Vorsichtiges 
   Fahren allein ist keine geeignete Ladungssicherung.
 - Somit bleibt nur mehr eins zu wünschen: Gute, da gesicherte 
   Fahrt!

Dipl.-Ing. Dr. Josef Drobits und Ing. Dominik Scholz vom
Unfallverhütungsdienst der AUVA Landesstelle sind auf Grund einer
Radio-Verkehrsmeldung der Frage nachgegangen: "Was passiert, wenn
sich eine 12 kg Scheibtruhe bei 100 km/h "verselbstständigt" und ein
anderes Fahrzeug trifft?" Ihr Ergebnis: "Physikalisch ein Geschoss
mit der kinetischen Energie von (mv2)/2, also eine Beziehung mit
Geschwindigkeit zum Quadrat und voraussichtlich tödlichen Folgen. Vor
allem wenn wir das Tempo auf der Überholspur in Betracht ziehen.

Jede Ladung - dazu gehören auch Getränkekisten, Holzbretter,
Tennisschläger samt Turnschuhe und die ominöse Scheibtruhe - im
Anhänger, im Kofferraum oder gar auf der Dachgalerie: alles träge
ruhende Masse, die in Ruhe bleiben möchte. Ebenso versucht bewegte
Masse in Bewegung zu bleiben. Ob leichte oder schwere Ladung, alle
Körper geraten durch Einwirkung von Beschleunigungs- oder
Verzögerungskräften gleichzeitig in Bewegung. Der Unterschied liegt
nur in der Zerstörungskraft beim Aufprall. Daher gilt: Die Ladung
darf sich nicht bewegen können.

Trägheit der Masse - Welche Kräfte wirken?

Wie schon der Newton’sche Apfeltest bewiesen hat, Masse
multipliziert mit Beschleunigung ergibt eine wirkende Kraft. Welche
Kräfte wirken nun auf unsere Ladung?

Zum Beispiel die Erdanziehungskraft. Wer es nicht glaubt, kann mit
einem - natürlich aufrecht stehenden, gesicherten - Schlagobersbecher
auf holprigen Feldwegen herum fahren und wird staunen - die Deckel
halten das zumeist aus.

Beschleunigungskräfte (positive sowie negative) wirken nach vorn,
nach hinten, zu beiden Seiten und vertikal. Die Sicherung IN
Fahrtrichtung muss die Ladung, die sich bei einer Vollbremsung nach
vorn bewegt, sicher auf der Ladefläche halten. Dasselbe gilt beim
Anfahren: die potentiell nach hinten weggleitende Ladung muss auf der
Ladefläche fixiert bleiben. Aufgrund der wirkenden Fliehkräfte
werden, vor allem in scharfen Kurven wie Autobahnauf- und Abfahrten,
zu beiden Seiten Sicherungskräfte benötigt. So weit, so einfach und
doch so oft ignoriert."

Zur Zähmung des Kräftewirbels empfehlen Drobits und Scholz zwei
unterschiedliche Methoden: den Kraftschluss und den sehr effizienten
Formschluss. Kraftschuss bedeutet die Erhöhung der Reibung zwischen
Ladegut und Ladefläche durch Einleitung von Zurrkräften. Bei
Formschluss passt im Idealfall kein Löschblatt geschweige denn ein
Gepäckstück mehr in den Kofferraum, die Ladung kann sich nicht mehr
bewegen. Dieser Zustand tritt im Alltag eher selten ein. Es sei denn,
die Ladung wird direkt verzurrt bzw. mit entsprechenden Zurrgurten
umschlungen. In diesem Falle ist die Ladung ebenfalls am Bewegen
gehindert und fixiert. In modernen Kraftfahrzeugen wird die
Scheibtruhe an eigens vom Hersteller vorgesehenen Zurrpunkten
fixiert. Klein- oder Sammelgüter werden am besten in größere stabile
(Kunststoff)-Kisten verstaut. Leerkartons oder Kisten dienen als
Keil-Puffer. Sperrige Gütern sind an den Zurrpunkten bzw. anderen
tragenden Teilen niederzuzurren. Der Einsatz von Staumaterial wie
z.B. Polster, Decken etc. hilft nicht nur das Ladegut zu schonen,
sondern es auch zu sichern. Dies gilt natürlich besonders für
Anhänger und den "Inhalt" des Wohnwagens.

"Fahr gut" mit Gefahrgut

Eine besondere "Note" bekommt ein privater Transport, wenn die
geladene Masse auch chemisch reagieren kann. Dabei muss es sich noch
nicht einmal um sogenannte Gefahrgüter handeln, die unter die
Spezialregeln des ADR für den Transport von gefährlichen Gütern auf
der Straße fallen. Der Kofferraum sollte keine Reaktionszone für
Chemikalien sein: Dies gilt im Besonderen für die Entsorgung von
Leuchtstoffröhren, Lackdosen ("Wasserlacke"), div. Anstrichen, etc.

Im Baumarkt zum Beispiel gibt es bereits einige "Gefahrgüter". Ein
Privater unterliegt zwar nicht unmittelbar den Vorschriften des ADR,
sollten aber unbedingt die Symbole nach dem Chemikaliengesetz
beachten z.B. brennbar, ätzend, explosiv - Feuerwerke zu
Jahreswechsel -, giftig. Die Vorschriften nach KFG § 101 e.)
Ladungssicherung gelten auf jeden Fall.

Transporte am Dach - kein Platz für Bastelstunden

Ist das Ladegut (Surfbrett, Boot, etc.) zu sperrig, "wandert" es
ganz gern aufs Dach: Die Konstruktionen, mit denen wir täglich auf
der Straße konfrontiert werden, sind viel zu oft abenteuerlich oder
zirkusreif und aufgrund der potentiellen Gefährdung alles andere als
tolerabel. Hier ist erstens auf einen professionellen Dachträger mit
entsprechenden Sicherungsmöglichkeiten zurückzugreifen, zweitens der
möglicherweise veränderte Schwerpunkt und drittens das Gesamtgewicht
des Fahrzeugs zu beachten. Dieselbe Überlegung gilt natürlich auch
für Fahrradträger.

Das wichtigste Ladegut: Unsere Kinder

Die Haupturlaubszeit beginnt. Wer mit Familie und dem Auto oder
einem Wohnwagen in den Urlaub fährt, ein paar Reparaturen im Haushalt
erledigen oder den Garten verschönern will, steht oft vor dem
Problem: Wie verstaue ich neben der Familie all das Gepäck, das Bau-
und Gartenmaterial am besten? Was auch für eigens ausgeborgte
Transporter, SUVs oder Mini-Vans gilt. Ob Kind oder Scheibtruhe, die
zentrale Frage lautet: Wie können wir die Kräfte, welche auf unsere
Ladung einwirken, erfolgreich ableiten? Dazu müssen Kind und Kegel
fest mit dem Auto verbunden werden.

Das wichtigste Ladegut sind unbestritten unsere Kinder,
Familienmitglieder und Haustiere. Geprüfter Kindersitz, passender
Sicherheitsgurt und korrekt eingestellte Kopf- und keinesfalls
Nackenstützen sind ein absolutes Muss. Kinder wachsen, der Sitz
nicht. Daher rechtzeitig tauschen. Bitte keine Experimente schon den
Kindern zuliebe. Außerdem droht völlig zu recht ein - relativ häufig
angezeigtes - Vormerkdelikt.
Tiere haben freilaufend und ungesichert in einem Fahrzeug aus dem
Fenster hechelnd oder auf der Ladefläche nichts verloren. Achtung:
auch Tiertransportboxen oder Taschen auf der Fahrt zum Tierarzt sind
zu fixieren.

Im Internet finden Sie die AUVA Landesstelle Wien unter
www.auva.at/wien .

Rückfragehinweis:
Gabriela Würth
GWK
Tel.: (02242) 38300
Mobil: (0676) 33 24 879
mailto:[email protected]

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