• 02.07.2007, 14:43:32
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Neue Mittelschule: Aufbruch in eine neue pädagogische Zukunft

Diskussionsveranstaltung zur Neuen Mittelschule an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt - LH Haider: Überwiegende Zustimmung in Kärnten

Klagenfurt (LPD) - Wie schaut die Schule der Zukunft aus? Was
erwartet und wünschen sich Lehrer, Schüler und Eltern von der Neuen
Mittelschule (NMS)? Darüber diskutierten heute, Montag, im Hörsaal A
der Universität Klagenfurt, Landeschulratspräsident LH Jörg Haider,
der Vorsitzende der NMS-Expertenkommission Univ. Prof. Bernd
Schilcher, die Bildungsexperten Rainer Domisch, Andreas Schnider und
die Amtsführende Präsidentin des Landeschulrates für Kärnten, Claudia
Egger, auf Einladung der Verwaltungsakademie Kärnten.

In Kärnten gibt es für die NMS eine überwiegende Zustimmung und
wir stellen uns der Diskussion, berichtete der Landeshauptmann.
Zweifel über die neue Schule würden weniger bei den Eltern als bei
den Lehrern vorherrschen. Die Initialzündung für das neue Schulmodell
sei auch der Frust vieler Pädagogen gewesen. "Daher ist es notwendig
über neue Weg nachzudenken, denn Schule sollte Freude machen und
motivieren", so Haider. Der Erfolg der Schulreform werde sich aber
nur dann einstellen, wenn Lehrer, Schüler und Eltern als starke
Verbündete auftreten. Tritt dieser Fall ein, werden die Schulen auch
nicht mehr Beutestücke der Parteien und Gewerkschaften sein, ist sich
Haider sicher. Der Landeshauptmann warnte auch davor, das angedachte
Modell durch die Diskussion, speziell in Großstädten - Inländer mit
Ausländern in einer Klasse - kaputtzumachen.

Schilcher erwartet sich, dass es künftig eine abwechslungsreiche
Schule, mit einem spannenden Unterricht und guter Pädagogik geben
werde. "In der Vielfalt und gegenseitigen Befruchtung liegt die große
Chance", so Schilcher. Das Leben mit all seinen Facetten lernen zu
lernen ist für ihn nur in einer Ganztagesschule möglich. In der
jetzigen differenzierten Schule gibt es für ihn keine
Begabungsgerechtigkeit. Aufgabe der Schule müsse es sein, alle
Begabungen zu fördern. Der Vorsitzende der Expertenkommission
versteht aber auch die Ängste mancher Pädagogen. "Sie wurden in den
letzen Jahren mit unzähligen Reformvorschlägen konfrontiert, von
denen viele wieder versickert sind. Bei der jetzigen Reform müssen
sie die Ernsthaftigkeit spüren", sagte er. Unumgänglich für ihn ist
der Dialog mit allen Beteiligten und eine gezielte
Öffentlichkeitsarbeit.

Rainer Domisch stellte das finnische Schulmodell vor. Es war nach
der Veröffentlichung der Pisa Studie in den Mittelpunkt der
Schuldiskussionen gerückt. Sein Anforderungsprofil an eine moderne
Schule lautet: "Schule muss Schüler stark machen, muss sie bilden".
Der Lehrer ist für ihn dabei Trainer, Mutmacher und Berater.
Facherübergreifende Prinzipien wie eine humane Erziehung, Fleiß und
die Verantwortung für die soziale Umwelt, müssten bei den Lehrplänen
ebenso berücksichtigt werden. Wichtig sei aber auch die Lernumgebung
und Ausstattung der Schule. Sie fördere die Motivation und Neugier
der Schüler und hebe das Selbstwertgefühl der Lehrer.

Für Schnider ist die neue Mittelschule nur dann machbar, wenn neben
dem pädagogischen auch das organisatorische Konzept stimmt und beide
zusammenspielen.

Egger sprach von einer großen Herausforderung für die Schulbehörde.
Auch sie sprach sich für eine intensive Öffentlichkeitsarbeit und
Bewusstseinsbildung aus.

Bei der anschließenden Diskussion unter Leitung von Kleine Zeitung-
Redakteurin Claudia Gigler wurden von den Anwesenden Wünsche und
Ängste artikuliert. Gefordert wurden unter anderem: die
Arbeitsbedingungen für Lehrer zu verbessern, den Schulen eine reale
und nicht vorgespielte Autonomie zu geben und das Dienstrecht
flexibler zu gestalten.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Kärntner Landesregierung
Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-22 852
http://www.ktn.gv.at

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