• 02.07.2007, 11:20:58
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Runder Tisch zum Jugendschutz: Wo bleibt die Jugend?

Jugendvertretung kritisiert Nichteinladung und präsentiert Aktion zum "Komatrinken"

Wien (OTS) - Alle Jahre wieder dasselbe Spiel: Die
Jugendministerin versucht, die Jugendschutzbestimmungen zu
vereinheitlichen und beruft einen Runden Tisch ein. Und alle Jahre
wieder vergisst man dabei auf die Stimme der Jugend, die
Bundesjugendvertretung (BJV) als Interessenvertretung von mehr als
einer Million junger Menschen in Österreich. "Wir finden es eine
Selbstverständlichkeit, in den Diskussionsprozess um einen
einheitlichen Jugendschutz eingebunden zu sein", kritisiert Philipp
Nagel, Vorsitzender der BJV, "umso mehr schmerzt es, nicht eingeladen
zu sein und von diesem Meeting nur aus den Medien zu erfahren."

Dabei sei es höchst an der Zeit, bundesweit einheitliche
gesetzliche Regelungen zu schaffen. Philipp Nagel: "Es ist absurd,
dass derzeit in Österreich von Bundesland zu Bundesland
unterschiedliche Jugendschutzbestimmungen gelten. Für Jugendliche,
die von Wien nach Kärnten auf Urlaub fahren, gelten völlig
unterschiedliche Regelungen. Das muss abgestellt werden!"

Keine Verschärfung,
stattdessen Selbstverantwortung stärken

Die BJV plädiert für eine möglichst rasche Vereinheitlichung,
entweder auf Basis eines Bundesgesetzes oder auf Basis einer
15a-Vereinbarung: "Das Ergebnis muss stimmen!" Die Reform dürfe aber
nicht auf Basis einer Verschärfung der rechtlichen Lage geschehen.
"Wir warnen vor Restriktionen, die nur aufgrund der Hysterie ums
sogenannte Komatrinken eingezogen werden", so Nagel, "eine neue
Regelung muss die Selbstverantwortung der Jugendlichen stärken. Wir
stimmen in dieser Frage mit dem Vorschlag der österreichischen
Kinder- und JugendanwältInnen überein." Dieser sieht ein
Alkohol-Verkaufs- und Konsumverbot für Jugendliche unter 16 Jahren
und eine einfache Formel für die Ausgehzeiten vor, bei welcher man
zum Lebensalter die Zahl 10 hinzuzählt."

Alkohol-Hysterie:
BJV hält dagegen mit "Klick den Alk!"

Indessen setzt die BJV alles daran, die scheinheilige Diskussion
ums "Komasaufen" zu enthysterisieren und startet die Aktion "Klick
den Alk!" Dabei sollen Jugendliche mithelfen aufzuzeigen, dass das
Bild der komasaufenden Jugendlichen nicht stimmt. Sie sollen Fotos
davon machen, wie sie Alkohol Tag für Tag in ihrem Lebensumfeld
erleben und somit dokumentieren, dass Alkohol in unserer Gesellschaft
stets verfügbar und gesellschaftlich akzeptiert ist: von den
Bierdosen in der Bim bis zu den Werbeschildern am Wegesrand, vom
Geburtstagssekt bis zum Begrüßungsschnapserl, vom Heurigen bis zum
Bierzelt. "Alkohol spielt in Österreich eine wesentliche
gesellschaftliche Rolle. Wie sollen also ausgerechnet Jugendliche in
diesem Umfeld zum Leben ohne Alkohol finden?", erklärt Philipp Nagel,
"Somit ist die gesamte Gesellschaft gefordert, verantwortungsvolle
Strategien im Umgang mit Alkohol zu finden und auch anzuwenden. Nur
auf 'die Jugendlichen’ hinzuhauen, ist ideenlos und wird der
Problemlage nicht gerecht!"

Wer bei "Klick den Alk!" mitmachen will, schickt Fotos, welche die
Präsenz von Alkohol dokumentieren, an [email protected]. Die
BJV geht mit den gesammelten Ergebnissen an die Öffentlichkeit
(www.jugendvertretung.at) und übergibt die eindrucksvollsten Bilder
den verantwortlichen PolitikerInnen.

Rückfragehinweis:

Bundesjugendvertretung
   Klaus Kienesberger
   Presse/Öffentlichkeitsarbeit
   Tel. 01 / 214 44 99 - 14
   Mobil 0676 / 880 11 - 1146
   [email protected]
   Web: www.jugendvertretung.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | BJV

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