- 28.06.2007, 12:10:57
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Ukraine: Ein neues Caritas-Haus für ein Leben in Würde
Caritas-Präsident Franz Küberl eröffnet Zentrum für betagte Menschen im ukrainischen Uzghorod sowie Anlaufstelle für Asylwerberinnen vor den Toren der EU
Wien (OTS) - "Mit den alten Menschen in der Ukraine ist heute eine
ganze Generation, die dieses Land aufgebaut hat, auf Hilfe
angewiesen, weil sie alles verloren hat. Ihnen möchten wir beistehen
und ein Leben in Würde ermöglichen", sagt Caritas-Präsident Franz
Küberl am Donnerstag, den 28.Juni, anlässlich der Eröffnung des neuen
Caritas-Hauses in Uzghorod (nahe der slowakischen Grenze).
Mehrere Projekte erhalten damit ein gemeinsames Dach. Schon seit
mehreren Jahren unterstützt die Caritas Österreich in Uzhgorod 60
alte Menschen, die niemanden haben, der sich um sie kümmert, mit
mobilen Diensten. Neben der Einsatzstelle der mobilen Dienste findet
im neuen Haus auch eine Tagestätte für Senioren Platz. Sie soll ein
Treffpunkt für alte Menschen werden, damit diese der Einsamkeit
entfliehen können. Im zweiten Stock des Hauses entsteht eine betreute
Hausgemeinschaft für 12 betagte BewohnerInnen.
Zusätzlich zu den Angeboten für alte Menschen übersiedelt in das
neue Caritas-Haus in Uzhgorod nun auch das Migrationsbüro, in dem
bereits seit einem halben Jahr sechs JuristInnen Asylsuchende,
MigrantInnen und Flüchtlinge beraten und vertreten. Denn neben den
Sozialprojekten unterstützt die Caritas Österreich in der
ukrainischen Grenzregion zur Slowakei und Ungarn (Transkarpatien),
einem Brennpunkt globaler Flüchtlingsströme, seit 2004 Asyl suchende
Menschen. Menschen aus den Krisenherden der ehemaligen Sowjetunion,
SO-Asiens und aus Afrika sitzen hier an der EU-Außengrenze fest.
Die derzeitigen Anhaltezentren befinden sich neben dem
Polizeigefängnis Uzhgorod (Kapazität ca. 40 Betten) auch in Chop
(Kapazität ca. 100 Betten für Männer, Frauen, Kinder), Pavshino
(Kapazität ca. 400 Betten für Männer) und Mukachevo (Kapazität ca. 50
Betten für Frauen und Kinder). Die MigrantInnen, die illegal die
Grenze übertreten haben, werden entweder zeitnah abgeschoben oder
aber auch über Monate hinweg interniert.
Mit einem EU-Projekt, zu dem auch das Migrationsbüro zählt,
verbessert die Caritas Österreich dort die Lebensbedingungen in den
Lagern und berät die Betroffenen.
Neben humanitärer Unterstützung bietet die Caritas auch soziale,
medizinische und vor allem rechtliche Beratung und Betreuung. Die
Aktivitäten der Caritas Österreich im Asylbereich in Transkarpatien
werden großteils aus Mitteln der Europäischen Union sowie zum
geringeren Teil aus Mitteln des österreichischen Bundesministeriums
für Inneres (BMI) und dem staatlichen UK-Home Office finanziert.
Von der Ukraine wünscht sich Küberl im Asylbereich "Mut zur
Toleranz". Klar sei aber auch, dass hier die internationale
Staatengemeinschaft und besonders die Europäische Union mithelfen
müssten. Denn die Verantwortung höre nicht vor den Toren der EU auf.
"Ich möchte all jenen danken, die mitgeholfen haben, dass dieses
Haus fertig gestellt worden ist: Den vielen Spenderinnen und Spender
aus Österreich, darunter etwa die Pfarrgemeinde Illmitz, sowie den
Unternehmen, die die Errichtung des Hauses mitfinanziert haben.
Caritas als tätige Nächstenliebe ist nur dort möglich, wo an die
Helfer geglaubt wird und ihnen die materiellen Voraussetzungen
gegeben werden, um zu helfen", so Küberl abschließend.
Rückfragehinweis:
Caritas Österreich
Mag. Silke Ruprechtsberger
Tel.: (++43-1) 48831/417 od. 0664/82 66 909
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