- 25.06.2007, 12:02:14
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E-Card: Den Ärzten werden erbrachte Leistungen nicht vergütet
Ärztekammer fordert Schadenersatz für "Zeit und Ärger" und schaltet Patientenanwalt ein
Wien (OTS) - Schwere Vorwürfe hinsichtlich der E-Card-Abrechnung
der Wiener Gebietskrankenkasse hagelt es von der Wiener Ärztekammer.
"In der Abrechnung des ersten Quartals 2007 wurden zahlreiche von
Vertragsärzten erbrachte Leistungen nicht vergütet, angeblich weil
die E-Card nicht gesteckt worden ist", zeigt sich der Vizepräsident
der Ärztekammer für Wien, Johannes Steinhart, massiv verärgert.
Sowohl in der Ärztekammer als auch in der Gebietskrankenkasse würden
nun die Telefone heiß laufen. Die Wiener Gebietskrankenkasse setze
damit neue Dimensionen im E-Card-Chaos, so Steinhart.****
"Wir haben ein derartiges Chaos bereits erwartet, als die
Gebietskrankenkasse uns mitgeteilt hat, dass sie die
Abrechnungsdatensätze der Ärzte mit den E-Card-Daten des
Hauptverbands bei der Abrechnung abgleichen wird", sagt Steinhart.
Probeläufe im Frühjahr hätten gezeigt, dass aus Gründen, die für alle
Beteiligten nicht erklärbar seien, das E-Card-System trotz gesteckter
E-Card Patientenfälle "verschluckt". Damals sei jedoch vereinbart
worden, dass das Problem gemeinsam analysiert werde, bevor die
Patienten darin involviert würden.
"Jetzt wurden - ohne Rücksicht auf die Patienten - einfach die
Zahlungen für deren Leistungen verweigert", zeigt sich der
Vizepräsident verwundert über die Vorgangsweise der
Gebietskrankenkasse. Man werde den Ärztinnen und Ärzten nun
empfehlen, alle Abrechnungen der WGKK zu beeinspruchen und
Schadenersatz "für die Zeit und den Ärger darüber, sich mit diesen
Dingen beschäftigen zu müssen, geltend zu machen". Zudem werde die
Ärztekammer die Wiener Patientenanwaltschaft einschalten.
Gleichzeitig empfiehlt Steinhart allen Ärztinnen und Ärzten, ihre
Patienten darüber zu informieren, dass die WGKK die Zahlung von
Leistungen ablehnt. "Sollte die WGKK nicht binnen 14 Tagen alle Fälle
nachzahlen, werden wir unseren Ärzten raten, den betroffenen
Patienten die Leistungen in Rechnung zu stellen." In der Folge werde
man die Patienten darin unterstützen, die Rechnungen bei der WGKK
einzureichen.
Hauptverband schweigt seit einem halben Jahr
"Leider bewahrheitet sich nun unsere Befürchtung, dass die E-Card
patientenfeindlich ist", betont Steinhart. Im Krankenscheinsystem
habe man Scheine nachreichen und im Sinne des Patienten mit der
Gebietskrankenkasse verrechnen können. Bei den Verhandlungen rund um
die E-Card habe der Hauptverband aber strikt abgelehnt, diese
patientenfreundliche Maßnahme beizubehalten.
Steinhart: "Das Ersuchen der Ärztekammer, die so genannten
Nachsteckfristen patientenfreundlicher zu regeln, liegt seit einem
halben Jahr unbeantwortet beim Hauptverband." Es sei "absolut irre",
dass die Sozialversicherung offensichtlich den Patienten völlig aus
den Augen verliere und nur mehr die eigene Technologie im Auge habe,
so Steinhart abschließend. (kp)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle Mag. Kristin Posch Tel.: (++43-1) 51501/1223 Fax: (++43-1) 51501/1289 mailto:[email protected] http://www.aekwien.at
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