• 21.06.2007, 16:02:00
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"KURIER"-Kommentar von Konrad Kramar: "Runter vom hohen Ross!"

Es wird endlich Zeit, das Fürstenhaus der EU grundsätzlich zu hinterfragen.

Wien (OTS) - Kaum kräuselt sich bei einem EU-Skeptiker die erste
Falte auf der Stirn sind die Europa-Missionare zur Stelle. Um dem
armen Sünder klar zu machen, welche niedrigen, provinziellen
Instinkte ihn da beherrschen, hat man die EU-Hausheiligen stets
griffbereit: Die EU als Friedensprojekt eines von Kriegen zerstörten
Kontinents, als Motor des Aufschwungs der armen Länder im Süden und
Osten Europas, als Überwinder von Grenzen und engstirnigem
Nationalismus.
Derart eingeschüchtert, stecken viele EU-Skeptiker ihre
Empfindungen lieber wieder weg: Dass sie nämlich die EU als
riesiges, starres Gerüst empfinden, in dem eine mehr als zweifelhafte
demokratische Kultur gepflegt wird. Gipfel, auf denen eine Handvoll
Mächtiger um die Zukunft Europas feilscht, um schließlich das nächste
Paket Worthülsen zu verabschieden, passten vielleicht in die Zeiten
eines Adenauer oder de Gaulle, aber nicht in ein Europa der mündigen
Bürger.
Wie lange aber will man noch mit pathetischen Visionen davon
ablenken, dass die EU an der politischen Realität scheitert, von der
Außenpolitik bis zum Arbeitsmarkt. Schiebt man da nicht mit jedem
Reförmchen, die überfällige grundsätzliche Reform dieser EU hinaus?
Vielleicht weil man dann diese EU zu Grabe tragen müsste?

Rückfragehinweis:
KURIER
Außenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2672

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