- 20.06.2007, 12:33:30
- /
- OTS0197 OTW0197
Typisch Mann, typisch Frau - wie groß ist der "kleine Unterschied"? - AUDIO
Baierbrunn (OTS) - Männer und Frauen denken, fühlen und handeln
grundverschieden, davon sind weite Teile der Bevölkerung überzeugt.
Und auch viele Wissenschaftler glauben, dass Frauen von Natur aus
anders denken als Männer. Doch nun kommen aus ihren Reihen Zweifel,
schreibt die "Apotheken Umschau". Neue Studien haben ergeben, dass
der Unterschied zwischen den Geschlechtern wesentlich kleiner ist als
bisher gedacht.
Chefredakteur Hans Haltmeier:
O-Ton 28 sec.
"Bisher hielt man den Einfluss der Sexualhormone auf das Denkmuster
von Männern und Frauen für sehr groß, da sie die Nervenzellen schon
im Embryo beeinflussen. Zunehmend mehr Wissenschaftler glauben aber,
dass Verhalten, Talente, Vorliebe der beiden Geschlechter sich kaum
unterscheiden. Man hat das nachgeprüft: Fast achtzig Prozent der
Eigenschaften von Mann und Frau sind ähnlich. Und es stimmt zum
Beispiel auch nicht, dass Frauen schlechter einparken können oder
Männer nicht zuhören."
Dass Vorurteile sich bei der Bevölkerung oft für lange Zeit
halten, ist bekannt. Doch anscheinend spielen sie auch bei vielen
Wissenschaftlern eine größere Rolle als bisher gedacht:
O-Ton 28 sec.
"Von diesen Erwartungen können auch Wissenschaftler nicht ganz
Abstand nehmen. Studien lassen sich ja immer interpretieren. Ein
Beispiel ist da in der Evolution zu sehen. Demnach waren ja Männer
die Jäger, deswegen soll bei ihnen Mut und Stärke schon in den Genen
liegen. Männern wird auch zugeschrieben, dass sie die Werkzeuge
entwickelt haben. Aus den fossilen Funden lässt sich das nicht
beweisen. Das wird allerdings oft verschwiegen."
Trotzdem sind viele Menschen davon überzeugt, dass es typische
Unterschiede im Verhalten von Männer und Frauen gibt. Alles nur
Einbildung?
O-Ton 19 sec.
"Nein, das ist keine Einbildung, aber es gibt eben keinen
naturgegebenen Unterschied. Es ist die Sozialisierung von Mädchen und
Jungen, die eine große Rolle spielt. Viele der typischen
Verhaltensweisen sind erlernt. Ein Beispiel: Mädchen entwickeln oft
kein großes Interesse an Naturwissenschaften, weil man es von ihnen
auch nicht erwartet."
Wie sehr wir daran glauben, dass es typisch männliches und typisch
weibliches Verhalten gibt, zeigen die sogenannten Baby-X-Versuche:
Dabei sollen Erwachsene einen Säugling beschreiben anhand eines
Fotos, auf dem das Baby neutral angezogen ist. Wenn man den
Testpersonen vorher sagt, dass es sich um einen Jungen handelt,
stellen die meisten einen forschen Blick an dem Kind fest, so die
"Apotheken Umschau". Denken die Betrachter, dass es sich um ein
Mädchen handelt, schätzen sie dasselbe Kind genau entgegengesetzt
ein: Dann sieht es auf einmal sanft und friedlich für sie aus.
ACHTUNG REDAKTIONEN:
Das Tonmaterial ist honorarfrei zur Verwendung. Wir bitten jedoch
um einen Hinweis, wie Sie den Beitrag eingesetzt haben an
[email protected].
Originaltext: Wort und Bild - Apotheken Umschau
Audio(s) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Audio
Service, sowie im APA-OTS Audioarchiv unter http://audio.ots.at
Rückfragehinweis:
Ruth Pirhalla
Pressearbeit
Tel.: 0049 89 / 7 44 33-123
Fax: 0049 89 / 744 33-459
E-Mail: [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NAA






