- 20.06.2007, 12:24:29
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400 Unterstützungserklärungen in 5 Tagen
Die Wiener Erklärung zur Sozialen Arbeit
Wien (OTS) - "Seit fünf Tagen sammeln wir Unterstützungen für die
'Wiener Erklärung' auf www.sozialearbeit.at, aber mit diesem Zuspruch
haben wir wirklich nicht gerechnet", betont Josef Bakic von der FH
Campus Wien (Fachhochschule). Das Ziel der drei InitiatorInnen
(Josef Bakic, Marc Diebäcker und Elisabeth Hammer) war es, Ergebnisse
aus zwei Jahren Projektarbeit auf den Punkt zu bringen und zu
veröffentlichen. Denn über negative Folgen gegenwärtiger
Sozialpolitik wird in Österreich kaum berichtet - die konkreten
Auswirkungen auf Sozialarbeit und tausende ihrer KlientInnen sind in
der Gesellschaft kaum bekannt.
Zu einigen zentralen Thesen der Wiener Erklärung:
- Der Druck zum kostengünstigsten Angebot im Sozialbereich lässt
derzeit inhaltlich-fachliche Aspekte der Sozialen Arbeit in den
Hintergrund treten. Gerade die Dominanz
betriebswirtschaftlicher Zielsetzungen beeinträchtigt die
Professionalität von SozialarbeiterInnen negativ. Der Erfolg
Sozialer Arbeit wird zunehmend in Quantitäten und Quoten
gemessen sowie standardisiert. Ein qualitatives Verständnis für
die Arbeit mit Menschen in individuellen und sozialen
Problemlagen geht dabei verloren.
- Ein politisch zu verantwortender Ressourcenmangel in der
Sozialen Arbeit führt zunehmend zur gesellschaftlichen
Ausgrenzung von KlientInnen. Der Aspekt Menschen zu
unterstützen, gerät in der Sozialen Arbeit so immer mehr in den
Hintergrund und löst sich zunehmend in bürokratischem Handeln
auf. Kontroll- und Disziplinierungsaspekte in der Arbeit mit
KlientInnen nehmen zu. Zudem gestaltet es sich für soziale
Organisationen und ihre MitarbeiterInnen immer schwieriger,
gesellschaftliche Problemlagen politisch zu vermitteln und
öffentliche Kritik zu äußern.Der überraschend große Zuspruch von MitarbeiterInnen in sozialen
Einrichtungen sowie die Unterstützung zahlreicher ExpertInnen aus dem
In- und Ausland belegen, dass die Projektverantwortlichen einen Nerv
getroffen haben. Zunächst hatten das Forscherteam gehofft 300
Unterstützungen für die Wiener Erklärung zu erhalten, doch bereits am
vierten Tag der online Petition wurde diese Marke überschritten.
Und warum wählten die InitiatorInnen eine Petition, um ihre
Ergebnisse zu präsentieren?
"Wir sind der Meinung, dass angewandte Forschung ihre Ergebnisse
breit vermitteln muss, damit öffentliche Diskussionen angestoßen
werden", schildert Mitinitiatorin Elisabeth Hammer. Und Kollege Marc
Diebäcker ergänzt: "Eine Petition schien uns deshalb geeignet, weil
die Leute darüber ins Gespräch kommen und sich positionieren müssen:
unterschreib’ ich oder unterschreib’ ich nicht." Die Verantwortlichen
veröffentlichen zum Abschluss des zweijährigen Projekts "Fachliche
Standards in der Sozialarbeit" diese Woche auch eine (achtseitige)
Beilage in der Wiener Obdachlosenzeitschrift "Augustin" mit
konkreten Einblicken in die Soziale Arbeit (Frauenberatung,
Drogenarbeit, Sozialhilfe etc.).
Die Petition "Wiener Erklärung zur Ökonomisierung und Fachlichkeit
der Sozialen Arbeit" kann online unter
www.sozialearbeit.at/petition.php unterzeichnet werden.
Weitere Informationen zur Tagung auf www.sozialearbeit.at und
www.fh-campuswien.ac.at .
Das Kompetenzzentrum für Soziale Arbeit führt im Rahmen der
EQUAL-Entwicklungspartner-Innenschaft "DONAU - QUALITY IN INCLUSION"
das Projekt "Fachliche Standards in der Sozialarbeit" durch. Ziel von
"DONAU - QUALITY IN INCLUSION" ist, Qualitätskriterien für den
Bereich Sozialarbeit zu erarbeiten, um Grundlagen für Ausschreibungen
nach dem Prinzip "BestbieterInnen" zu erstellen. Finanzielle und
inhaltliche Verantwortung trägt die Fachhochschule St. Pölten.
Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds
und des BMWA.
Rückfragehinweis:
FH Campus Wien Kompetenzzentrum für Soziale Arbeit GmbH 1100 Wien, Daumegasse 3 Dipl.-Soz.-Wiss. Marc Diebäcker Tel.: +43 699 1 942 18 43 mailto:[email protected]
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