- 20.06.2007, 09:31:55
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Chalupka: Integration anerkannter Asylwerber ist geboten
Diakonie fordert gleichberechtigten Zugang zu gesellschaftlichem Leben für anerkannte Flüchtlinge
Wien (OTS) - Am Weltflüchtlingstag dürfen jene Flüchtlinge nicht
vergessen werden, deren Asylverfahren positiv ausgegangen ist. Im
letzten Jahr wurde immerhin 4.000 Personen der Asylstatus zuerkannt.
Dazu kommen 900 sog. "Non-Refoulment-Fälle", also Flüchtlinge, die
aus menschenrechtlichen Gründen Schutz erhalten haben.
"Die Integrationsverpflichtung Österreichs darf nicht mit der
Ausstellung eines positiven Bescheides enden. Noch immer werden viel
zu wenige Maßnahmen gesetzt, um diesen Menschen einen
gleichberechtigten Zugang zum gesellschaftlichen Leben zu
ermöglichen. Viele Flüchtlinge bringen hohe Qualifikationen mit und
könnten somit einen wertvollen Beitrag für die Aufnahmegesellschaft
leisten", betont Chalupka. In der Realität sei es aber so, dass
anerkannte Flüchtlinge von Obdachlosigkeit bedroht sind, weil an der
Schnittstelle zwischen der Asylanerkennung und dem Sozialsystem
sowohl die entsprechenden Beratungseinrichtungen, als auch die
leistbaren Startwohnungen fehlen. Besonders betroffen davon seien vor
allem kinderreiche Familien.
"Österreich muss dieser hohen Zahl von Anerkennungen mit
verstärkten Angeboten in diesem Bereich begegnen, um seiner
Verantwortung nach der Genfer Flüchtlingskonvention noch gerecht
werden zu können", so Chalupka. Bund und Länder seien gleichermaßen
gefordert. Außerdem richtete Diakonie Direktor Mag. Michael Chalupka,
anlässlich des Weltflüchtlingstages einen neuerlichen Appell an die
Bundesregierung, menschenrechtlich bedenkliche Schubhaftverhängungen
umgehend einzustellen. "Flucht ist kein Verbrechen. Deshalb ist es
unerträglich, dass Asylsuchende, unter denen sich oft besonders
Schutzbedürftige, wie Traumatisierte, Frauen und Jugendliche
befinden, manchmal monatelang im Gefängnis sitzen, nur weil ein
anderes Land zur Durchführung des Asylverfahrens zuständig sein
könnte", so Chalupka abschließend.
Hinweis: Das Forum Asyl bestehend aus amnesty international,
asylkoordination österreich, Caritas, Diakonie, Integrationshaus,
Österreichisches Rotes Kreuz und Volkshilfe hat eine gemeinsame
Initiative gestartet: "Flucht ist kein Verbrechen. Keine Schubhaft
für AsylwerberInnen" Alle Aktionen und Unterstützungsmöglichkeiten
finden sich auf der Website www.fluchtistkeinverbrechen.at
Rückfragehinweis:
Mag. Bettina Klinger Diakonie Österreich Tel: 409 80 01-14 Mobil: 0664 / 314 93 95 E-Mail: [email protected] www.diakonie.at
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