- 20.06.2007, 09:25:46
- /
- OTS0048 OTW0048
FSG-Modritzky: Zwei-Klassen-Ausbildung für LehrerInnen abschaffen
"Neue Mittelschule" braucht gleichwertige Ausbildung für alle LehrerInnen
Wien (FSG) - Hochachtung gebührt Ministerin Schmied für ihren Mut,
bislang bildungspolitische heiße Eisen anzugreifen und auch
umzusetzen. "Unter Vorgängerin Gehrer undenkbar, dass auch nur ein
Lüfterl Richtung Veränderung wehte, so kann man derzeit von Starkwind
in Richtung Erneuerungen sprechen. Die Einführung der Neuen
Mittelschule ist der beste Beweis dafür", meint der Vorsitzende der
Fraktion sozialdemokratischer Pflichtschullehrergewerkschafter,
Herbert Modritzky.++++
Damit der Einsatz der Ministerin in den Köpfen der LehrerInnen
nicht zu einem Sturm im Wasserglas verkommt und Abwehrreaktionen
hervorruft, sind noch offene Punkte zu beachten und dringend einer
Lösung zuzuführen:
Mit den Gewerkschaften wurden über die geplanten pädagogischen
Maßnahmen gesprochen, Verhandlungen über Dienst- und Besoldungsrecht
sind zugesagt und im Interesse aller Beteiligten schnell zu führen.
Nach wie vor gibt es in Österreich die Zwei-Klassen Ausbildung der
LehrerInnen. Da die Pflichtschullehrer, ausgebildet bislang an der
Pädagogischen Akademie, dort die GymnasiallehrerInnen mit
Universitätsabschluss. Die seit kurzem etablierten Pädagogischen
Hochschulen, zuständig ausschließlich für die Ausbildung der
PflichtschullehrerInnen, sind ein Irrweg und manifestieren die
Unterschiede zwischen den LehrerInnengruppen auch für die Zukunft.
Die Einführung der Neuen Mittelschule und die gleichwertige
Ausbildung aller LehrerInnen sind kommunizierende Gefäße. Eines ohne
das andere ist zum Scheitern verurteilt.
Wenig vertrauensbildend ist die Äußerung des Chefs der
Expertenkommission, Bernd Schilcher, zur Einführung der Neuen
Mittelschule, in einem Zeitungsinterview. In dem Interview verquickt
er die Neue Mittelschule mit der Ganztagsschule und fordert die
verpflichtende Anwesenheit der LehrerInnen den ganzen Tag an der
Schule.
Der "Experte" Schilcher sollte dringend Schulen besuchen und sich
dort die Arbeitsplatzsituation der LehrerInnen anschauen. Die
Situation entspricht eher der Situation der Massentierhaltung als
Arbeitsplätzen für Menschen. Dass der Vorschlag weder mit der
Gewerkschaft besprochen, noch mit dem Dienstrecht vereinbar oder
überhaupt notwendig für die Organisation einer Ganztagsschule ist,
zeugt von Ignoranz.
"Dieser Stil sollte nicht einreißen, sonst ist Widerstand
programmiert", meint der Vorsitzende der Fraktion
sozialdemokratischer Pflichtschullehrergewerkschafter., Herbert
Modritzky.
FSG, 20. Juni 2007 Nr. 38
Rückfragehinweis:
Herbert Modritzky
Vors. FSG
Gewerkschaft Pflichtschullehrerinnen und Pflichtschullehrer
0664/181 09 49
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NGS






