• 19.06.2007, 12:28:02
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  • OTS0172 OTW0172

Ärztekammer unterstützt Maßnahmen gegen Komatrinken

"Dem Wahnsinn muss ein Ende bereitet werden" - Schulärzte tragen Aufklärungskampagnen an Schulen mit

Wien (OTS) - Uneingeschränkte Zustimmung kommt von der Wiener
Ärztekammer zum heute im Familienausschuss eingebrachten
Entschließungsantrag betreffend Maßnahmenpaket zur Bekämpfung des
Komatrinkens bei Kindern und Jugendlichen. Es sei höchst an der Zeit,
wirkungsvolle Maßnahmen zu setzen, "um diesem Wahnsinn nachhaltig
eine Ende zu bereiten", so Ärztekammerpräsident Walter Dorner in
einer ersten Stellungnahme. ****

Im Besonderen begrüßt wird von ihm die Absicht der Parlamentarier,
verstärkt Bewusstseinbildung durch Aufklärungskampagnen an Schulen
durchführen zu wollen. Laut Dorner gab es dazu bereits Gespräche mit
den Schulärzten. Diese wären jedenfalls bereit, die Aktionen auch von
schulärztlicher Seite aus vollinhaltlich mitzutragen.

Dorner: "Unser aller Anliegen muss es sein, auch auf die
schädlichen Auswirkungen übermäßigen Alkoholkonsums, ähnlich wie bei
den Anti-Rauch-Kampagnen, intensiv und regelmäßig hinzuweisen." Dazu
gehörten, wie im Entschließungsantrag formuliert, altersadäquate
Präventivmaßnahmen genauso dazu wie die Stärkung der
Eigenverantwortung der Eltern.

Unterstützt wird Dorner von der Ärztekammer-Schulärztereferentin
Gudrun Weber. Deren Erfahrungen der letzten Jahre bestätigten, dass
das Einstiegsalter für den Alkoholkonsum in gewissen Gruppen immer
niedriger werde. Weber macht dafür vor allem die Vorbildwirkung der
Erwachsenen verantwortlich, in deren Welt Alkohol "fast wie
selbstverständlich" getrunken werde. Weiters sei der gute Geschmack,
etwa von Alkopops, sowie deren leichte Verfügbarkeit mit ein Grund
dafür, warum sich das Problem in letzter Zeit so verschärft habe.

"Wir leben unseren Kindern tagtäglich vor, dass Alkohol eine
legale Droge ist, die man beherrschen kann und mit der man sogar auch
noch Auto fährt", so Weber. Diese Verharmlosung sowie der immense
Gruppendruck, teilweise aber auch die mangelnde Auseinandersetzung
der Eltern mit ihren Kindern und die Nicht-Einhaltung der Kontrollen,
die eigentlich durch das Jugendschutzgesetz vorgeschrieben wären,
seien Hauptgründe "für die derzeitige Popularität des Koma-Saufens".

Weber will mit ihren Schulärzten alle zukünftigen
Aufklärungskampagnen und Elternarbeiten massiv unterstützen. "Es muss
uns gelingen, hier eine Trendumkehr zu erreichen. Beim Rauchen ist es
uns schon gelungen: Viele Menschen sehen Rauchen nicht mehr als
'schick' an. Wenn wir erreichen, dass sich eine ähnliche Entwicklung
nun auch beim Alkoholmissbrauch einstellt, dann haben wir schon viel
gewonnen."(hpp)

Rückfragehinweis:

Ärztekammer für Wien - Pressestelle
   Dr. Hans-Peter Petutschnig
   Tel.: (++43-1) 51501/1223 od. 0664/1014222
   Fax: (++43-1) 51501/1289
   mailto:[email protected]
   http://www.aekwien.at

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