• 19.06.2007, 12:27:13
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UG Vida: "ÖAAB soll Spendengelder der Industriellenvereinigung offenlegen!"

Industriellengelder für ArbeitnehmerInneorganisationen fügen ArbeitnehmerInnenbewegung schweren ideellen Schaden zu. Stellungnahme von ÖAAB und FCG gefordert.

Wien (OTS) - Wie dem KURIER vom 15. Juni 2007 zu entnehmen ist,
bestätigte der frühere Generalsekretär der Industriellenvereinigung
(IV) Lorenz Fritz, bei seiner Zeugeneinvernahme im
Eurofighter-Untersuchungsausschuss, dass die IV als Durchlaufstelle
für Zuwendungen an Parteien und Interessensvertretungen gedient hat.
Konkret nannte Fritz dabei die ÖVP und den ÖAAB, den
ArbeitnehmerInnenflügel der ÖVP.

"Wenn die Aussagen von Fritz der Wahrheit entsprechen, und davon
ist auszugehen, da es bis heute kein Dementi von Seiten des ÖAAB
gegeben hat, dann hat die angebliche ArbeitnehmerInnenorganisation
der ÖVP einmal mehr ein massives Glaubwürdigkeitsproblem", so Hedenig
Anton, Bundessprecher der Unabhängigen GewerkschafterInnen in der
Gewerkschaft Vida (UG Vida) und Arbeiterkammerrat der AUGE/UG in der
burgenländischen AK.

"ArbeitnehmerInnenorganisationen, welche sich von einer
Arbeitgeber-Interessensvertretung sponsern lassen, müssen sich den
Vorwurf der Käuflichkeit gefallen lassen. Sie schaden damit auch der
ArbeitnehmerInnenbewegung insgesamt. Wohin eine solche Handlungsweise
führen kann, zeigen die Vorgänge beim Deutschen VW-Konzern. Dort
wurde der Betriebsrat mehr oder weniger vom Unternehmen gekauft und
die Beschäftigten verkauft", so Hedenig weiter.

Eine klare Stellungnahme zu den Spenden der
Industriellenvereinigung an den ÖAAB fordert Hedenig auch von den
ChristgewerkschafterInnen der FCG. "Nachdem ÖAAB und FCG oft in
Personalunion oder als Listenverbünde auftreten, liegt es auch an
der FCG klar Position zu beziehen. Wir kennen viele
ChristgewerkschafterInnen als aktive und engagierte
ArbeitnehmerInnenvertreterInnen. Es wäre allerdings ein weiterer
schwerer Schaden für die Gewerkschaftsbewegung, sollten
Industriellengelder über den ÖAAB auch an die
ChristgewerkschafterInnen geflossen sein. Die WählerInnen und
Gewerkschaftsmitglieder haben ein Recht darauf. Das ist schließlich
nicht nur eine Angelegenheit von ÖAAB und FCG, sondern der gesamten
Gewerkschaftsbewegung. Die FCG ist schließlich zweitstärkste Fraktion
im ÖGB. Da geht es um die Glaubwürdigkeit der Gesamtorganisation,"
fordert Hedenig Aufklärung.

"Ich fordere den Österreichischen ArbeitnehmerInnen Bund auf,
seine Finanzen offen zu legen und sich zu entscheiden wessen
Interessen er tatsächlich vertreten will. Er sollte sich auch
überlegen, ob es besonders intelligent und glaubwürdig ist - der ÖAAB
ist ja schließlich auch AK-Fraktion - wenn er seine Landestage in
einer Wirtschaftskammer abhält. So geschehen beim burgenländischen
ÖAAB", so Hedenig abschließend.

Rückfragehinweis:
Unabhängige GewerkschafterInnen in der Vida
Anton Hedenig, Bundessprecher, Tel: 0650/707 66 00

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