• 19.06.2007, 10:00:00
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Caritas zum Weltflüchtlingstag: "Das Leid der Irak-Flüchtlinge nicht vergessen"

Auslandshilfechef Petrik-Schweifer appelliert an Staatengemeinschaft, die humanitäre Hilfe zu verstärken /Caritas bittet um Spenden für Irak-Flüchtlinge

Wien (OTS) - "Leider gibt es zur Zeit viele Brennpunkte der Not,
aber dieser hier ist besonders dramatisch, weil völlig aus dem
Blickfeld der Weltöffentlichkeit": Anlässlich des Weltflüchtlingstags
am 20. Juni macht Caritas-Auslandshilfechef Christoph
Petrik-Schweifer auf das "schier unfassbare" Leid der Menschen
aufmerksam, die aus dem Irak geflohen sind. Folter,
Selbstmordanschläge, Gewalt steht dort auf der Tagesordnung. Ingesamt
sind derzeit rund vier Millionen Iraker auf der Flucht - zwei Mio.
davon im eigenen Land, zwei Mio. in den Nachbarländern, rund 1,3 Mio.
davon in Syrien. Bei Verwandten und in Flüchtlingscamps finden sie
Sicherheit, aber keine Lebensgrundlage. Verzweiflung und Armut
breiten sich aus.

Besonders die Christen sind vor Gewalt und Verfolgung im Irak in
Scharen geflohen und konnten vielfach nichts als das nackte Leben
retten. Ahlam Sleymoon ist eine von ihnen: Vor rund einem Jahr hat
die junge Frau ihren Mann verloren. Doch das Leben in Bagdad war für
die Familie, vor allem für ihre Kinder, die 13-jährige Sarah, die
elfjährige Maryam und den sechsjährigen Youssef, schon viel länger
unerträglich. "Wir lebten ständig in Todesangst. Seit drei Jahren
haben wir uns nicht getraut, in die Kirche zu gehen", sagt die
Irakerin. Nach dem Tod ihres Mannes floh die Witwe nach Hassake im
Nordosten Syriens zu ihrem Bruder und dessen Familie. Doch die 75
Euro, die Ahlams Bruder in einem Café verdient, reichen längst nicht,
um die beiden Familien über die Runden zu bringen. "Wenigstens sind
wir sicher in Syrien", sagt Ahlam wie, um sich selbst zu trösten.
Dann siegen Trauer und Verzweiflung. "Wie soll unser Leben
weitergehen?"

Die Caritas hilft freilich nicht nur Christen, sondern ungeachtet
von religiöser Zugehörigkeit, Geschlecht oder Alter, betont
Petrik-Schweifer.

In Hassake unterstützt die Caritas Österreich schon seit 2003
gemeinsam mit ihren lokalen Partnern bitterarme Familien mit
medizinischer Versorgung. Diese Hilfe, die sich bisher an syrische
Familien in Not gerichtet hat, wird nun auf Irak-Flüchtlinge
erweitert. Nachdem das Gesundheitssystem im Irak schon lange
zusammengebrochen ist, wurden viele Verletzungen nicht behandelt.
Dazu kommen die seelischen Wunden", erklärt Petrik-Schweifer den
großen Bedarf an medizinischer Hilfe. Derzeit sind in Hassake Iaut
UNHCR 3000 Irak-Flüchtlinge registriert. Wie viele es tatsächlich
sind, weiß niemand. Ebenso dringend ist es, den Kindern den
Schulbesuch zu ermöglichen.

An die internationale Staatengemeinschaft appelliert der
Caritas-Auslandshilfechef, "die humanitäre Hilfe zu verstärken und
alles dafür zu tun, damit die Menschen ein neues Leben in Sicherheit
und mit Zukunftsperspektiven beginnen können."

Die Caritas bittet um Spenden für die Irak-Flüchtlinge in Syrien.
Caritas-Spendenkonto: PSK 7.700 004, BLZ 60 000, Kennwort:
Irak-Flüchtlinge, Online-Spenden: www.caritas.at

Rückfragehinweis:
Silke Ruprechtsberger, Caritas Österreich - Kommunikation
Tel: 01/ 488 31 - 417 bzw. 0664/82 66 909

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