• 15.06.2007, 16:01:00
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"KURIER"-Kommentar von Magdalena Rauscher-Weber: "Würdelos"

Wer Pflege braucht, muss den Notgroschen opfern. Nur dann gibt es Förderung.

Wien (OTS) - Wer pflegebedürftig ist und zu Hause betreut wird,
muss sich am Ende wohl mit einer durchschnittlichen Feier zum
Abschied von dieser Welt begnügen. Denn: Vermögen, das über 5000
Euro liegt, ist "zu verwerten", heißt es in den Richtlinien des
Sozialministeriums für die 24-Stunden-Pflege zu Hause. Erst dann
gibt es die staatliche Förderung für eine Beschäftigung von
Pflegekräften.
Das heißt wohl für viele: Her mit dem Notgroschen, der fürs
Lebensende bereit liegt. Nicht viel mehr als der Betrag für ein
Durchschnittsbegräbnis (in Wien sind das 4500 Euro) darf übrig
bleiben.
Ex-ÖVP-Sozialsprecher Feurstein kritisiert die Einbeziehung des
Vermögens als "unmenschliche, unzumutbare" Härte. Er setzt auf die
Hilfe der Länder. Das könnte eine trügerische Hoffnung sein. Denn
kaum war das neue Pflegemodell des SPÖ-Sozialministers präsentiert,
erklärten Ländervertreter schon, dass sie nicht mehr beisteuern
könnten. Als erste meldeten sich die SPÖ-geführten Länder Steiermark,
Burgenland, Wien.
Diese Debatte ist genau so würdelos wie die Vermögensrichtlinie.
Vielleicht sollten alle Verantwortlichen einmal darüber nachdenken,
was das für sie heißt: in Würde alt werden.

Rückfragehinweis:
KURIER
Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
[email protected]
www.kurier.at

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