- 15.06.2007, 16:00:00
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"KURIER"-Kommentar von Simon Kravagna: "Ein großer Österreicher"
Auch nach seinem Tod ist politische Kritik an Waldheim legitim.
Wien (OTS) - Zuerst das Selbstverständliche: Das Ableben von Kurt
Waldheim ist zu betrauern und seinen Angehörigen - vor allem seiner
Ehefrau und Kindern - zu kondolieren. Auf Grundregeln des
Anstands hat jeder Mensch ein Anrecht. Und zwar unabhängig davon, ob
er angeblich ein "großer Österreicher" (Vizekanzler Molterer) war
oder doch nur ein ganz typischer.
Nur: Das lateinische Sprichwort "Über Tote soll man nur Gutes
reden" kann bei einer politisch so umstrittenen Figur wie jener des
früheren Bundespräsidenten nicht gelten. Waldheims problematischer
Umgang mit seiner Vergangenheit muss thematisiert und kritisiert
werden - wie auch die vielen falschen Vorwürfe gegen ihn.
Es ist daher schon erstaunlich, wenn Kardinal Schönborn in dem
"überzeugten Christen" Waldheim vor allem das "Opfer eines
politischen Spiels" sehen will - ohne dessen eigenen Beitrag ("Ich
kann mich nicht erinnern") zu erwähnen. Oder wenn
Ex-Nationalratspräsident Khol im Befehlston dazu auffordert, man
solle "Waldheims Vermächtnis ehren und achten" . Wenn jeder
kritische Satz über Waldheim einer "Anti-Waldheim-Hetze" (FPÖ-Chef
Strache) gleich kommt, dann Gute Nacht Wahrheit, Würde und
Diskussion.
Rückfragehinweis:
KURIER
Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
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