• 13.06.2007, 16:01:00
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"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Streit-Unkultur"

SPÖ und ÖVP stecken ihre Energie in Prestige-Kämpfe statt in gemeinsame Arbeit.

Wien (OTS) - Rote und Schwarze können sich freuen. Laut einer
Untersuchung gibt die Große Koalition in den ORF-Fernsehnachrichten
wieder klar den Ton an. Die Zuseher entzückt das nicht; sie hören
vorwiegend Misstöne. Über fast jedes Thema wird gestritten.
Der Pflege-Einigung ist wochenlanger Hader vorausgegangen.
Aufgesetzt wirkt daher die Klage der Salzburger SPÖ-Landeshauptfrau
Gabi Burgstaller, es gehe unter, was diese Regierung bereits "Neues
und Besseres für die Menschen" gemacht hat. Wundert sie das
angesichts von Prestige-Kämpfen statt Gesamtmarketing?
Klassisches Beispiel ist das Kindergeld: Die angepeilte
Flexibilisierung ist eine gute Sache, weil sie die finanzielle
Situation der Familien verbessert. Was wird kommuniziert? Der Zoff
darüber, ob Alleinerzieherinnen einbezogen werden sollen. Um dem
anderen nicht den kleinsten Erfolg zu gönnen, wird auf gemeinsame
Erfolge verzichtet. Und in Parteienzentralen und Ministerien
hauptsächlich darüber gebrütet, wie man dem Gegenüber öffentlich eine
drüberbraten kann. Steckten SPÖ und ÖVP so viel Energie in die Arbeit
wie ins gegenseitige Schlechtmachen, würden sie nicht nur jetzt im
ORF, sondern wohl auch nach der nächsten Wahl im Land wieder den Ton
angeben.

Rückfragehinweis:
KURIER
Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
[email protected]
www.kurier.at

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