- 13.06.2007, 10:00:14
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Umweltdachverband zu Natura 2000 in Österreich: Jetzt ist Feuer am Dach - Bundesländer müssen rasch handeln!
Wien (OTS) -
- Republik Österreich droht weitere Verurteilung vor dem EuGH
- UWD zeigt Naturschutz-Lücken in den Bundesländern auf: 16
Lebensraumtypen und 12 Arten betroffen
- Weitere Details, Nachnominierungslisten und Fotos zum Download
auf:
http://www.umweltdachverband.at/service/presse/natura2000_130607.htm
Die Fackel des europäischen Naturschutz-Schlusslichtes tragen wir
bereits: Österreich wurde vor einem Monat wegen mangelhafter
Umsetzung der Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Richtlinie vom Europäischen
Gerichtshof (EuGH) verurteilt. "Jetzt ist Feuer am Dach: Die nächste
Klage steht ins Haus! Die EU-Kommission hat die Bundesländer
aufgefordert, Gebietslisten von bedrohten Lebensräumen und Habitate
von bedrohten Tier- und Pflanzenarten nachzunominieren. Sechs
natürliche Lebensraumtypen in der alpinen und zehn in der
kontinentalen Region sowie in letzterer auch zwölf Arten sind
betroffen. Es wird zu einer weiteren Verurteilung der Republik
Österreich kommen, sollte nicht schleunigst durch die Bundesländer
nachnominiert werden", warnt Dr. Gerhard Heilingbrunner, Präsident
des Umweltdachverbandes.
Nachnominierungsliste alpine Region: Langer Kampf um Schutz von Isel
& Co.
Das Ausmaß des europarechtswidrigen Verhaltens der Bundesländer in
der alpinen Region zeigt ein Blick auf die vom Umweltdachverband
erstellte Nachnominierungsliste
(http://www.umweltdachverband.at/service/presse/nachnom_alpine.pdf ).
Sechs schützenswerte Lebensraumtypen (LRT) hätten nach der FFH-RL
noch nominiert werden müssen. Betroffen davon ist zum Beispiel die
Isel in Osttirol, die die mit Abstand wertvollsten Bestände der
Deutschen Tamariske (FFH-Lebensraumtyp 3230) entlang eines naturnahen
zentralalpinen Fließgewässers in Österreich beherbergt. Seit sechs
Jahren drängen Umweltdachverband, Alpenverein und Kuratorium Wald auf
die Natura 2000-Nominierung dieses bedeutenden Hochgebirgsflusses.
Das Land Tirol ignorierte jedoch alle Aufforderungen zur
Nachnominierung. Verpasst Tirol jetzt diese allerletzte Chance, wird
die Nachnominierung per Gerichtsentscheid durch den EuGH exekutiert.
Selbiges gilt für Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, die Steiermark
und Vorarlberg, wo desgleichen Regionen mit bedrohten Lebensraumtypen
noch immer der Natura 2000-Nominierung harren.
Nachnominierungsliste kontinentale Region
Auch die Nominierungen hinsichtlich der Lebensraumtypen und
Habitate für Tier- und Pflanzenarten für die kontinentale Region
Österreichs sind in fünf betroffenen Bundesländern lückenhaft, wie
die vom Umweltdachverband erstellte Nachnominierungsliste zeigt
(http://www.umweltdachverband.at/service/presse/nachnom_kontinentale.
pdf ). Dabei geht es um Refugien für 9 Tierarten, wie z.B. Kleine
Hufeisennase, Mopsfledermaus, Alpen-Kammmolch und Frauennerfling, 3
Pflanzenarten, darunter das Grüne Koboldmoos, sowie 10
Lebensraumtypen, wie z.B. Pannonische Salzsteppen & Salzwiesen,
Berg-Mähwiesen.
Rückfragehinweis:
Dr. Gerhard Heilingbrunner, Präsident (UWD), Tel. 0664/381 84 62.
Dr.in Sylvia Steinbauer, Öffentlichkeitsarbeit (UWD)
Tel. 01/40 113-21,
E-Mail: [email protected]
http://www.umweltdachverband.at
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