- 13.06.2007, 09:51:56
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Ärztekammer gegen Anhebung von Höchstarbeitszeiten
Körperliche und psychische Beeinträchtigungen befürchtet - Vollversammlung verabschiedet einstimmigen Beschluss gegen Gesetzentwurf
Wien (OTS) - Die Wiener Ärztekammer spricht sich entschieden gegen
den geplanten Gesetzentwurf zur Arbeitszeit-Flexibilisierung aus. Ein
entsprechender Beschluss fiel gestern Dienstag, Abend, in der
Vollversammlung, dem höchsten Gremium der Ärztekammer für Wien.
Sollte das Gesetz in der vorliegenden Form beschlossen werden,
befürchten die Ärztevertreter ein erhöhtes Unfallrisiko sowie den
Anstieg von Krankheitsfällen bei den Betroffenen. ****
Der Gesetzentwurf zur Arbeitszeit-Flexibilisierung sieht vor, die
Normalarbeitszeit von acht auf zehn Stunden zu erhöhen sowie die
Höchstarbeitszeit auf 12 Stunden täglich und 60 Stunden wöchentlich
anzuheben. Aus arbeitsmedizinischer Sicht sei das aber strikt
abzulehnen, so Ärztekammerpräsident Walter Dorner.
Der Ärztechef stützt sich dabei auf Aussagen von renommierten
Arbeitsmedizinern. So hat zum Beispiel der Vorsitzende des
wissenschaftlichen Beirats der Österreichischen Gesellschaft für
Arbeitsmedizin, Hugo Rüdiger, in einem Artikel in der "Medical
Tribune" die neue Regelung als "aus arbeitsmedizinischer Sicht sehr
problematisch" bezeichnet. Das Unfallrisiko steige exponentiell mit
längeren Arbeitsschichten, und er fügt hinzu, dass das Gleiche auch
für die Krankheitshäufigkeit gelte.
Dorner: "Das alles zeigt, welch verheerende Folgen eine
Erweiterung der Arbeitszeit auf die Gesundheit der Arbeitnehmer haben
wird." Zudem sei evident, dass Zeit- und Leistungsdruck hauptsächlich
verantwortlich seien für die stetig wachsende Zahl an
Burn-out-Syndromen. Die oft daraus resultierende Diagnose einer
Depression sei mittlerweile in der Allgemeinmedizin eine der
häufigsten Konsultationsursachen. Es müsse also vordringliche Aufgabe
der Ärzteschaft sein, zeitgerecht auf die Probleme hinzuweisen und
gegen die zusätzlichen Belastungen für Arbeitnehmer aufzutreten,
betonte Dorner.
Der Ärztechef fordert daher alle für die Gesundheit von
Arbeitnehmern Verantwortlichen auf, keiner Regelung zuzustimmen, "die
die wirtschaftlichen Interessen über das Interesse unselbstständig
Arbeitender nach körperlicher und psychischer Unversehrtheit stellt".
(hpp)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle Dr. Hans-Peter Petutschnig Tel.: (++43-1) 51501/1223 od. 0664/1014222 Fax: (++43-1) 51501/1289 mailto:[email protected] http://www.aekwien.at
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