• 12.06.2007, 17:30:15
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Wiener Zeitung: Andreas Unterbergers Kommentar

Wien (OTS) - Ungeschwärzt

Wochenlang waren sie das zentrale Thema der Innenpolitik. Jetzt ist
die Aufregung um die "Schwärzungen" in Akten für die U-Ausschüsse
zusammengebrochen: Denn jetzt müssen auch die Kritiker zugeben, dass
sich hinter den Schwärzungen kein Skandal verborgen hat. Es haben
lediglich einige Finanz-Beamte das gemacht, wozu sie das Gesetz
verpflichtet: nämlich Amtsgeheimnis und Datenschutz einzuhalten. Was
ja in manchen Behörden außer Mode gekommen ist.
Man kann aber sicher sein: Keiner jener Politiker, die da mit
geschwärzten Steuerakten im Fernsehen aufgeregt gewachelt haben und
keiner der empörten Kommentatoren wird sich entschuldigen. Und die
Spin Doctoren basteln sowieso schon am nächsten Hype. Bis auch dieser
wieder platzt . . .

*

Sollen Asylwerber arbeiten dürfen? Etliches spricht dafür: Das
würde von manchen Missetaten abhalten, die in der Wartezeit aufs Asyl
passieren; und es gibt auch immer etwas Sinnvolles zu tun.
Zugleich würde damit aber ein starkes Argument gegen negative
Asylbescheide geschaffen: "Er hat doch sogar einen Arbeitsplatz und
ist also schon gut integriert!" Das wiederum würde die Hintertür für
eine Einwanderung nach Belieben (der Zuwanderer) weit öffnen. Und
würde den breiten Konsens unterlaufen, dass wir zwar Zuwanderung
brauchen, aber nur von solchen, die gut qualifiziert sind und
hierzulande benötigt werden.

*

Immer wieder Gesamtschule und kein Ende. Wieder soll sie getestet
und erprobt werden (und wieder bekommen Pädagogen Forschungsgelder
für alle möglichen Studien). Völlig offen aber bleibt dabei: Wieso
erfährt man so wenig über das, was schon seit vielen Jahrzehnten
vielerorts getestet worden ist, nämlich die - Gesamtschule? Warum
drängen Kinder und Eltern nicht zu Tausenden in diese Schulversuche?
Wo sind die tollen Schul-, Studien- und Berufserfolge ihrer
Absolventen?

Antworten auf diese Fragen wäre viel relevanter als die Theorien
der Pädagogen, die Kinder zu Versuchskaninchen degradieren. Ganz zu
schweigen davon, dass bei den Gesamtschulversuchen pro Kind viel mehr
Steuergeld ausgegeben worden ist, als in normalen Schulen zur
Verfügung steht.

http://www.wienerzeitung.at/tagebuch

Rückfragehinweis:
Wiener Zeitung
Sekretariat
Tel.: 01/206 99-478
mailto:[email protected]

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