- 12.06.2007, 11:41:35
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ÖLI-UG: Gesamtschuldiskussion statt ÖVP-Beton!
Überparteiliche Österreichische LehrerInnenInitiative (ÖLI-UG) initiiert offene Schuldiskussion mit AHS und PflichtschullehrerInnen
Wien (OTS) - Die Reformvorschläge der AHS- und
PflichtschullehrerInnen wurden an Unterrichtsministerin Schmied
übermittelt.
ÖVP-Vorstand und FCG-Mehrheit in der AHS-Gewerkschaft wollen am
Auseinanderdividieren der 10-Jährigen Kinder festhalten und ein von
gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen überholtes
Schulsystem verewigen, das immer mehr Kindern Bildungs- und
Lebenschancen nimmt und das nach den Einsparungen der Gehrer-Jahre an
die Grenzen der LehrerInnen- und SchülerInnenbelastung stößt.
Gegen eine dogmatische Parteipolitik, die akute Probleme des
österreichischen Bildungswesen nicht lösen wird, versuchen engagierte
LehrerInnen offen und offensiv die Diskussion, trotz alledem.
Vergangenen Dienstag kam es am Wiener BRG 18 in der
Schopenhauerstraße zu einer ersten Veranstaltung von AHS-LehrerInnen
mit HauptschulkollegInnen und mit Vertretern des BMUKK und des
Stadtschulrates Wien - Dr.Helmut Bachmann von der ExpertInnengruppe,
Landesschulinspektor Dr. Karl Blüml. Dritter Gast war Herbert
Schmidt, Direktor des seit über 30 Jahren erprobten Gesamtschul-
versuchsstandortes Anton Kriegergasse in Wien-Liesing. Themen waren
aktuelle Probleme an AHS-Unterstufen und Hauptschulen und die Frage,
was die AHS und ihre LehrerInnen bei Gesamtschul- versuchen gewinnen
oder verlieren können. Nach einem von den Schul-ExpertInnen im
Publikum wie auf dem Podium gleichberechtigt geführten Gespräch,
wurden folgende Anliegen formuliert und dem Vertreter des BMUKK mit
auf den Weg gegeben:
* Erprobtes Gesamtschulmodell Anton-Kriegergasse als Grundlage für
Schulversuche und keine Husch-Pfusch-Innovationen
- Prozenthürde bei Schulversuchen aufheben
- Innere Differenzierung in kleinen Klassen und keine starren
Leistungsgruppen
- Schulstartverordnung Gehrers (Aufnahmeverfahren, Wiederholungs-
prüfungen) aufheben
Im Detail:
* GESAMTSCHULVERSUCHE: Modell Antonkriegergasse ausweiten:Statt
Husch-Pfusch-Modellen und neuerlichen Erfindungen von alten Rädern
soll das seit 33 Jahren in Erprobung und laufender Nachadjustierung
befindliche Modell Anton Kriegergasse + kooperierende HS/KMS von der
Frau Ministerin als Basis für regional adaptierbare Modellversuche
mit "Gesamtschulpopulation" genommen werden
* Innere Differenzierung und keine Leistungsgruppen -
Bereitstellung der notwendigen Mittel(Werteinheiten bzw.
Dienstposten) für Teamteaching, Sprach- und Leseförderung,
Integration, offene Lernformen, Projektorientierung …
* Prozenthürde für Schulversuche zur Gesamtschule aufheben
* Universitätsausbildung und entsprechende Bezahlung aller
LehrerInnen
* Integration der PH, die nach 3 eher verschulten vormals
PädAK-Jahren nicht einmal einen Master-Abschluss und Doktorats-
studienberechtigung bringen, in den Universitätsbereich
* KURZFRISTIG: Aufheben bzw. Neufassen von bestehenden
Verordnungen, die LehrerInnen belasten und nachhaltig demotivieren,
Eltern und SchülerInnen ebenso (konkret: "Aufnahmeverfahren" Gehrer
06, Schulstart/Wiederholungsprüfungen), Unterstützung der
LehrerInnenanliegen bei der zum Parteipolitikum gemachten
Dienstrechtsnovelle
* NACHHALTIG UND DRINGEND: Organisieren einer breiten Kampagne zur
Information und Diskussion mit den betroffenen LehrerInnen, Eltern,
SchülerInnen durch das BMUKK, öffentlichkeitswirksam, damit in der
Regierung und gegenüber dem Finanzministerium die Finanzierung des
öffentlichen Schulwesens und der grundlegenden Schulreform gesichert
werden kann. Bildung kostet. Österreich ist ein reiches Land.
* Keine moralischen Appelle an engagierte LehrerInnen, sich
"aktiv einzubringen" und "sich weiter zu entwickeln", damit
irgendeine oberflächliche Reform ohne ausreichende Ressourcen - weil
ohne grundlegende Wende in der Budget- und Schulpolitik - gelingen
möge. Appelle dieser Art begleiten LehrerInnen seit Jahrzehnten, die
LehrerInnen haben sich in diesen Jahren weiterentwickelt, die
Antonkriegergasse hat ihr Gesamtschulmodell weiterentwickelt, was
nach wenigstens 10 Jahren Stillstand noch fehlt, ist die
entsprechende Entwicklung im BMUKK und bei der Budgetpolitik. *Die
anwesenden KollegInnen rechnen da illusionslos-optimistisch, mehr und
weniger damit, dass die vom BMUKK gesetzten Initiativen fortgesetzt
werden, die Diskussion von AHS und HS-LehrerInnen war auch ein
Zeichen dafür, dass es in der Gewerkschaft öffentlicher Dienst
Interesse an Diskussion und Reform gibt - wenigstens an der Basis.
Rückfragehinweis:
Reinhart Sellner, Vertreter der Unabhängigen
GewerkschafterInnen in der AHS-Sektion der GÖD und Diskussionsteilnehmer am 5.6.07 in der Schopenhauerstraße
mail: [email protected]
Weitere Infos: http://www.oeli-ug.at/
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