• 11.06.2007, 14:19:31
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AK: Schulbeschluss der ÖVP verhindert gleiche Chancen

Bei Schulreform dürfen weder Vorschuljahr noch Alternativen zur frühen Trennung der Schüler ausgeschlossen werden

Wien (OTS) - Als "Beschluss gegen gleiche Chancen für alle Kinder"
kritisiert die stellvertretende AK Direktorin Johanna Ettl die
heutige Festlegung des ÖVP-Vorstands zur Schulpolitik: "Bei der
Schulreform dürfen weder ein Vorschuljahr noch Alternativen zur
derzeit allzu frühen Trennung der Schülerinnen und Schüler
ausgeschlossen werden." Denn noch sei das österreichische Schulsystem
weit davon entfernt, alle Kinder gleich gut zu fördern, sagt Ettl:
"Das Nein zu einem verpflichtenden, gebührenfreien Vorschuljahr nimmt
jährlich mindestens 10.000 Kindern die Chance, mit gleich guter
Förderung wie die anderen Kinder ihre Schullaufbahn zu starten. Das
Beharren auf die frühe Aufteilung von Kindern auf Hauptschule und
Gymnasium schreibt fort, dass in Österreich die soziale Herkunft der
Kinder wesentlich stärker als anderswo über die Chancen auf höhere
Bildung entscheidet."

"Jahr für Jahr beginnen 10.000 Kinder ihre Schullaufbahn in der
Volksschule, ohne dass sie sprachlich reif für den Unterricht sind.
Das betrifft nicht nur Kinder aus Zuwandererfamilien", sagt Ettl.
Zusätzlich hat erst unlängst ein aktuelle Studie gezeigt: Das so
genannte Sprachticket zur Sprachförderung vor Schuleintritt wirkt
nicht. "Da ist es höchst an der Zeit, die Frühförderung zu verbessern
- und nicht kategorisch Nein zum Vorschuljahr zu sagen", so Ettl:
"Frühe Förderung ist unumstritten notwendig. Hier kann nur ein
verpflichtendes, gebührenfreies Vorschuljahr helfen, das alle Kinder
spielerisch auf die Schule vorbereitet, die verschiedenen Talente
auslotet und frühzeitig fördert."

Generell hängen in Österreich die Chancen auf höhere Bildung
stärker als anderswo davon ab, was die Eltern verdienen - und
Österreich schneidet beim PISA-Schulvergleich wesentlich schlechter
ab als Länder, in denen die SchülerInnen nicht bereits im Alter von
zehn Jahren auf verschiedene Schultypen aufgeteilt werden, erinnert
Ettl: "Da muss doch zumindest über Schritte Richtung spätere Trennung
der Schülerinnen und Schüler diskutiert werden."

Rückfragehinweis:
Peter Mitterhuber
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2347
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at

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