- 08.06.2007, 12:34:05
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APA-OTS Politikportalanalyse: Chefsuche als Chefsache?
Innsbruck/Wien (OTS) - Das Innsbrucker MediaWatch Institut
erstellt im Auftrag von APA-OTS wöchentlich ein Top-30 Ranking der
meist genannten PolitikerInnen in den österreichischen
Tageszeitungen. Im aktuellen Untersuchungszeitraum (1. bis 7. Juni
2007) findet sich Bundeskanzler Alfred Gusenbauer wiederum auf Platz
eins. Sozialminister Erwin Buchinger belegt den zweiten Rang, gefolgt
von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein auf Platz drei.
Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (323 Nennungen) positioniert sich
in der aktuellen Untersuchungswoche vor allem mit der Diskussion um
die Nachfolge von Staatsoperndirektor Ioan Holender in den Medien.
Zwischen dem Kanzler und der zuständigen Kulturministerin Claudia
Schmied (Rang fünf, 226 Nennungen) gab es diesbezüglich
Auffassungsunterschiede. Viele Medien betonten, dass sich bisher noch
kein Regierungschef so sehr involviert hätte wie Gusenbauer, der bis
zuletzt versucht hatte, seinen Freund Neil Shicoff als neuen
Staatsopernchef durchzusetzen. Schmied hatte aber immer betont: "Die
Entscheidung treffe ich." Und die Ministerin setzte sich gegenüber
ihrem Parteikollegen letztendlich durch: Am Mittwoch gab sie bekannt,
dass Dominique Meyer ab 2010 Staatsoperndirektor sein wird, Franz
Welser-Möst wird Musikdirektor. Gusenbauer kommentierte das nur knapp
und meinte, Meyer sei eine "interessante Wahl".
Ein beherrschendes Thema in der medialen Berichterstattung dieser
Woche stellte außerdem die Auseinandersetzung um die Finanzierung der
Pflege zwischen Bund und Ländern auf der einen und ÖVP und SPÖ auf
der anderen Seite dar. Sozialminister Erwin Buchinger (320 Nennungen)
hatte ein 60:40 Modell zwischen Bund und Ländern zur Finanzierung der
24-Stunden Pflege zuhause vorgeschlagen. Die Länder versagten dem
Sozialminister aber die Unterstützung, dieser zeigte sich
"enttäuscht" und kündigte daraufhin an, dass der Bund bis Jahresende
zur Gänze für die Kosten der 24-Stunden Pflege zuhause aufkommen
werde. Damit ist aber Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (234
Nennungen) nicht einverstanden: Die Lösung von Buchinger "greife zu
kurz." Die ÖVP möchte die mit Juni auslaufende Amnestieregel für
ausländische Pflegekräfte bis Ende 2007 verlängern und fasste einen
entsprechenden Beschluss im Parlamentsklub. Buchinger reagierte
verärgert, er ist gegen eine Verlängerung der Amnestie, sein Modell
schaffe "klare Verhältnisse".
In den Top-Five des Rankings findet sich neben Claudia Schmied
außerdem FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache (Neueinstieg auf Rang vier
mit 230 Nennungen). In dem in dieser Woche von SPÖ und ÖVP
beschlossenen Wahlrecht sieht er einen "demokratischen Rückschritt"
und eine "Husch-Pfusch-Aktion", weshalb die FPÖ dem Paket nicht
zustimmte. Auch die Wahl der Volksanwälte fand keine Zustimmung der
FPÖ, Strache ortete einen "Verfassungsbruch", weil die Freiheitlichen
keinen eigenen Kandidaten nominieren durften. Laut Gesetz haben die
drei mandatsstärksten Parteien im Parlament das Recht, je einen
Volksanwalt zu stellen. Grüne und FPÖ haben nach der letzten
Nationalratswahl zwar gleich viele Mandate, die Grünen bekamen aber
um rund 500 Stimmen mehr als die FPÖ. Daraufhin beschloss
Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (Rang 27, 56 Nennungen), den
Grünen stehe der Posten des dritten Volksanwaltes zu. Wie erwartet
wurden Peter Kostelka (SPÖ), Maria Fekter, ÖVP (Neueinstieg auf Rang
21 mit 70 Nennungen) und Terezija Stoisits, Grüne (Neueinstieg auf
Rang 25 mit 60 Nennungen) für die nächsten sechs Jahre als
Volksanwälte bestellt. Die FPÖ zog während der Wahl aus Protest aus
dem Plenarsaal aus.
Weitere Neueinstiege in das Top-30 Politikerranking unter anderem:
Wolfgang Schüssel, ÖVP (Rang zehn, 117 Nennungen), Renate Brauner,
SPÖ (Rang elf, 102 Nennungen), Franz Voves, SPÖ (Rang 16, 88
Nennungen) und Fritz Neugebauer, ÖVP (Rang 19, 74 Nennungen).
Die ÖVP kann sich diese Woche mit 14 VertreterInnen im Ranking
positionieren, die SPÖ stellt elf PolitikerInnen, das BZÖ zwei. Grüne
und FPÖ nehmen jeweils eine Position ein. Bundespräsident Heinz
Fischer findet sich mit 76 Nennungen auf Platz 18.
MediaWatch analysiert im Auftrag von APA-OTS die Präsenz
österreichischer Politiker in der Berichterstattung der heimischen
Tageszeitungen. Das wöchentlich aktualisierte Ranking ist über das
OTS-Politikerportal http://www.politikportal.at kostenlos abrufbar.
Die kompletten Daten und alle bisherigen Analysen sind über den
kostenpflichtigen Service http://www.defacto.at erhältlich (Download
über den Link "Alle Analysen" am unteren Ende des Rankings).
Rückfragehinweis:
MediaWatch Institut für Medienanalysen GmbH
Mag. Clemens Pig, Geschäftsführender Gesellschafter
Tel.: +43 512 588 959-10
mailto:[email protected]
http://www.apa-mediawatch.at
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