• 08.06.2007, 11:55:29
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Die Positionierung der NÖ Ärzteschaft im Strukturwandel des Gesundheitswesens

Wien (OTS) - Das neue Präsidium der NÖ Ärztekammer präsentierte
heute sein Arbeitsprogramm für die nächsten Jahre. Der neue Präsident
Dr. Christoph Reisner, Facharzt für Orthopädie und Orthopädische
Chirurgie im Krankenhaus Wr. Neustadt und Wahlarzt in Neunkirchen,
betonte, dass es ihm ein besonderes Anliegen sei, die Kommunikation
zwischen Ärztekammer und der Ärzteschaft, aber auch mit den Medien zu
verbessern. Außerdem will der neue Präsident die Probleme der
Vergangenheit, speziell im Umgang der einzelnen Kurien miteinander,
z.B. im Bereich der Übergabepraxis, einer neuen Gesprächskultur
zuführen. Dr. Reisner: "Ich werde mich für den intensiven
Interessensausgleich zwischen allen ärztlichen Berufsgruppen
einsetzen, den Konsens immer in den Vordergrund stellen und in der
Vergangenheit aufgerissene Gräben zuschütten." Eines seiner
vordringlichen Anliegen wird es auch sein, das Thema Hausapotheken
neu zu definieren.

Unterstützend will sich der neue Ärztechef auch bei den in Kürze
aufzunehmenden Verhandlungen über eine Verbesserung des
Spitalsärztegesetzes einbringen. Dies ist auch ein großes Anliegen
des 1. Vizepräsidenten Dr. Gerrit Loibl, Anästhesist im Krankenhaus
Tulln. Weiters möchte Dr. Loibl die Ausbildung für junge Ärzte in den
nächsten Jahren weiter verbessern und diesbezüglich neue Modelle, vor
allem unter verstärkter Einbindung von Lehrpraxen-Tätigkeit,
erarbeiten.

Auch für die neue Nummer 1 der Spitalsärzte, Dr. Ronald Gallob,
Anästhesit im Krankenhaus Wr. Neustadt, sind die Anliegen der
Spitalsärzte von besonderer Bedeutung. Der Vizepräsident, der
gleichzeitig auch der Kurienobmann der angestellten Ärzte ist, möchte
ein modernes Bild des angestellten Arztes in der Öffentlichkeit
schaffen und so rasch als möglich das (von der NÖ Spitalsärzteschaft
zu 75 % abgelehnte) neue Spitalsärztegesetz auf neue Beine stellen.

Der Chef der niedergelassenen Ärzte und 2. Vizepräsident, Dr.
Johann Jäger, Allgemeinmediziner aus Weitersfeld, hat drei vorrangige
Punkte in seinem Arbeitsprogramm definiert:

1. Ausbau und weitere Verbesserung des hausärztlichen Bereiches 
    inkl. Einer Steigerung der Kompetenzen und Möglichkeiten dieser 
    Berufsgruppe

 2. Ausweitung der Leistungskataloge der niedergelassenen 
    Fachärzte, um die Inhalte  derselben an eine moderne und 
    zeitgemäße Medizin heranzuführen

 3. Einführung von flächendeckender Versorgung durch moderne 
    Modelle von Gruppenpraxen mit Kassenverträgen

Zur derzeitigen Diskussion über die finanzielle "Entmachtung" der
Krankenkassen in Form von Auslagerung der
Krankenfinanzierungsbeiträge aus dem Kassenwesen, bezieht der Chef
der niedergelassenen Ärzte deutlich Stellung: "Grundsätzlich gehört
unser Gesundheitswesen ENTpolitisiert und nicht VERpolitisiert. Die
Verwaltung aller im Gesundheitswesen aufgewendeten Mittel in einer
Hand ist ein durchaus vernünftiger Weg. Jedoch sollte man die Mittel
jenen in die Hand geben, die seit Jahren bewiesen haben, dass sie mit
dem nötigen Know how und auch mit der nötigen Verantwortung für die
Gesundheit der Patienten an die Sache herangehen - und dies sind
eindeutig die Krankenkassen.

Würden die Mittel im Gesundheitswesen ausschließlich durch die
Politik verteilt werden, so wäre dies eine Einbahnstrasse in die
Staatsmedizin. Was dies für Folgen hat sieht man am Beispiel
Englands: dort gibt es jahrelange Wartezeiten auf bestimmte
Operationen, wie z.B. Hüftoperationen, und es es ist durch genau eine
solche Massnahme zu einer Zwei- wenn nicht sogar -
Drei-Klassen-Medizin gekommen."

Rückfragehinweis:
Ärztekammer für NÖ, Pressestelle, Tel. 01/53 751-221
mailto: [email protected]

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