- 04.06.2007, 12:02:58
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Khol: "Jahrbuch für Politik 2006 als Lexikon über ein Jahr österreichische Politik"
Wien (OTS) - Heute wurde im Parlament das "Jahrbuch für Politik
2006" von den Herausgebern, Dr. Andreas Khol, Dr Günther Ofner und
Dr. Günther Burkert-Dottolo vorgestellt. Es ist dies bereits der 30.
Band des erfolgreichen Standardwerkes. Die Publikation der
Politischen Akademie, sei vollkommen "unabhängig", wie Khol betonte.
Das Ziel ist es, das politische Geschehen eines Jahres "von allen
Seiten zu beleuchten", so Khol. Dementsprechend vielfältig ist die
Liste die Autoren und Autorinnen der einzelnen Beiträge: Von
Politikern jeder Couleur bis hin zu Wissenschaftern, Experten und
Journalisten. Khol dankte den Autoren und Autorinnen, nicht zuletzt,
da viele "nur für Gottes Lohn" ihren Beitrag für dieses "Lexikon über
ein Jahr österreichische Politik" geleistet hätten.
Ein Schwerpunkt des Jahrbuches für Politik ist klarerweise der
Machtwechsel von 2006. Die Nationalratswahl wird genauso unter die
Lupe genommen, wie der Wahlkampf und die Regierungsbildung. Letztere
wird beispielsweise von Eva Glawischnig und Herbert Scheibner
analysiert und kommentiert. Khol selbst schreibt, "aus der Erfahrung
von 13 Jahren Mitgestaltung", über "Koalitionsabkommen in der
Regierungspraxis 1994 bis 2007", also quasi der "Liturgie der
Koalitionsarbeit in der Praxis", wobei er "aus dem Nähkästchen
plaudert", wie Khol betonte.
Weiters finden sich im Jahrbuch für Politik Beiträge zur
Parteienentwicklung in Österreich und auf der gesamteuropäischen
Ebene, zur Reformbilanz der letzten Jahre, zu sozialen Fragen wie
Armut und Grundsicherung und zur Medienpolitik. So wird auch die "Ära
Lindner" wird von zwei Seiten beleuchtet, um ein möglichst
ausgeglichenes Bild zu erhalten. Der Aspekt der Medienpolitik sei
gerade aufgrund der jüngsten Entwicklungen im ORF interessant,
betonte Khol: "Wenn die Quoten, und damit die Werbeeinnahmen, weiter
so stark sinken, mache ich mir Sorgen um das System des ORF." Dieses
beruhe schließlich darauf, dass sowohl im Fernsehen als auch im
Radio, qualitativ hochwertiges Programm, wie etwa auf Ö1, über die
Gebühren und die Werbeeinnahmen des anderen Kanals finanziert werde.
Deshalb seien die schrumpfenden Werbeeinnahmen "Anlass zur Sorge um
den ORF", so Khol.
Das Jahrbuch für Politik beschränkt sich keineswegs auf die
Analyse von jüngster Vergangenheit und Gegenwart. Aufgegriffen werden
ganz bewusst auch langfristige Zukunftsthemen. Günther Ofner nannte
als Beispiel vor allem die Energiepolitik, da "hier getroffene
Entscheidungen spätestens in 10, bzw. 15 Jahren Folgen haben". Die zu
erwartenden, langfristigen Auswirkungen des BAWAG-Skandals werden
genauso analysiert, wie die Frage, ob Österreich sein Steuersystem in
der jetzigen Form wird beibehalten können, wenn immer mehr Nachbarn
auf eine Flat Tax setzten und die Steuersätze ständig senken.
Burkert-Dottolo betonte vor allem die gesamteuropäische Perspektive,
und verwies dabei etwa auf den Beitrag von Manfred Prisching, "Die
konservative Wende zum Sozialismus." Abschließend dankte
Burkert-Dottolo Andreas Khol, der "die treibende Kraft" hinter den
Jahrbüchern für Politik sei.
Rückfragehinweis:
Österreichischer Seniorenbund
Mag. Martin Amor
01/40126-157
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