• 31.05.2007, 12:02:21
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AUGE/UG in der AK Wien: "FSG bleibt mit Arbeitszeitflexibilisierung recht einsam!"

ChristgewerkschafterInnen unterstützen Antrag der Unabhängigen GewerkschafterInnen in der AK (AUGE/UG) auf Ablehnung des Sozialpartnerpakets zu Arbeitszeitflexibilisierung.

Wien (OTS) - Ein von der AUGE/UG - Alternative und Grüne
GewerkschafterInnen/Unabhängige GewerkschafterInnen zur 146.
Vollversammlung der Arbeiterkammer Wien am 30. Mai 2007 eingebrachter
Antrag auf Ablehnung des von den Sozialpartnern ausgehandelten Pakets
zur Arbeitszeitflexibilisierung wurde von der FSG- Mehrheit zwar
niedergestimmt, fand allerdings breite Zustimmung bei allen anderen
in der AK-Wien vertretenen Gruppen. Während ChristgewerkschafterInnen
und Linksblock den Antrag unterstützen, stimmten die Freiheitlichen
für eine Zuweisung zu einer weiteren Behandlung im entsprechenden
Ausschuss der AK. Lediglich die sozialdemokratische Mehrheitsfraktion
lehnte den Antrag - wie zu erwarten war - ab.

"Es sollte den sozialdemokratischen GewerkschafterInnen zu denken
geben, wenn das von ihnen als großer Wurf gefeierte
Arbeitszeitflexibilisierungspaket von allen anderen relevanten
Gruppen in AK und ÖGB abgelehnt wird," freut sich Markus Koza,
Vertreter der Unabhängigen GewerkschafterInnen im ÖGB-Bundesvorstand
über die breite Unterstützung der AUGE/UG-Intiative. Besonders die
vorgesehenen gesetzlichen Möglichkeiten einer Ausdehnung der
Höchstarbeitszeiten von 12 Stunden täglich und 60 Stunden wöchentlich
auf 24 Wochen im Jahr, sowie die Möglichkeiten, flexiblere
Arbeitszeiten in Betrieben ohne Betriebsrat in Einzelvereinbarungen
festzuschreiben stoßen bei den alternativen und unabhängigen
GewerkschafterInnen auf Kritik: "Es ist arbeitsmedizinisch längst
erwiesen, dass längere Arbeitszeiten zu einer zusätzlich Belastung
von Gesundheit - wie einem höheren Herzinfarktrisiko,
Schlafstörungen, Burn Out Sydromen - sowie zu einem höheren
Unfallrisiko führen. Längere Arbeitszeiten, insbesondere auch
tägliche, erschweren dazu zusätzlich die Vereinbarkeit von Beruf und
Familie und zementieren die Geschlechterrollen in der häuslichen
Arbeitsteilung. Das verhandelte Arbeitszeitpaket orientiert sich nach
wie vor am vollzeitbeschäftigten, männlichen Arbeitnehmer. Wenn
Möglichkeiten zur Erhöhung des Arbeitsvolumens für Beschäftigte
weiter erhöht werden, wirkt das zusätzlich dem Ziel einer gerechteren
Verteilung von Arbeit, sowie dem Ziel der Vollbeschäftigung klar
entgegen," begründet Koza einmal mehr die Ablehnung.

Die Zuschläge für Mehrarbeit bei Teilzeitbeschäftigung werden von
der AUGE/UG zwar ausdrücklich begrüßt, allerdings sollten Mehrstunden
hinsichtlich ihrer Regelungen wie Überstunden behandelt werden.
"Gerade wenn Fraueneinkommen erhöht werden sollen - und die
überwiegende Zahl der Teilzeitbeschäftigten sind Frauen - ist nicht
einzusehen, warum Mehrstundenzuschläge hinsichtlich ihrer Höhe anders
geregelt werden sollen als Überstundenzuschläge," so Koza weiter.

Die Unabhängigen GewerkschafterInnen wollen den Druck im ÖGB auf
eine Neuverhandlung des Pakets jedenfalls weiter erhöhen. "Wer, wie
wir gegen diese Arbeitszeitflexibilisierung ist und unsere
Forderungen nach fairen Arbeitszeitregelungen unterstützen will, kann
das im Rahmen unserer Initiative 'Noch länger arbeiten? Nein, danke!'
unter www.initiative-arbeitszeit.at.tt durch eine Unterschrift
bekunden. Wir fordern jene Nationalratsabgeordneten, die einen
gewerkschaftlichen Hintergrund haben, jedenfalls auf, diesem Paket
ihre Zustimmung zu verweigern," schließt Koza.

Rückfragehinweis:

Mag. Markus Koza, 0676/951 27 82
   Bundessekretär der AUGE/UG
   Vertreter der UG im ÖGB-Bundesvorstand
   Internet: www.ug-oegb.at
   Initiative Arbeitszeit: www.initiative-arbeitszeit.at.tt

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