• 30.05.2007, 17:45:06
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Wiener Zeitung: Andreas Unterbergers Kommentar

Wien (OTS) - Weg mit unfähigen Lehrern!

Wie viele Eltern, wie viele Schüler haben schon darunter gelitten,
wenn an einer Schule unfähige Lehrer Jahrzehnte ihr Unwesen treiben
konnten. Da gibt es die sadistischen Typen; da gibt es jene, die
angesichts einer Horde Pubertierender von knieschlotternder Panik
befallen werden; da gibt es solche, bei denen die Kinder vor lauter
Kuschelpädagogik überhaupt nichts lernen (was ja auch für diese nur
sehr kurzfristig ein Vorteil ist). Es wäre daher absolut richtig,
wenn die antiquierte Einrichtung sogenannter schulfester - also
unversetzbarer - Lehrer abgeschafft wird. Die Direktoren können nur
dann für die Qualität ihrer Schulen verantwortlich sein, wenn sie
sich auch von unfähigen Kollegen trennen können.

Insofern hat die SPÖ mit ihren Plänen absolut Recht (so Unrecht
sie mit ihrem Hauptanliegen - der Gesamtschule - weiterhin hat,
wenngleich sie zu deren Propagierung nun ein paar steirische
Pseudobürgerliche zu Hilfe holt). Freilich würde es sich gemäß den
österreichischen Usancen gehören, vorher ordentliche Gespräche mit
den Lehrervertretern zu führen. Die ÖVP wiederum sollte lernen, auch
in dieser Frage Leistung und Schul-Qualität über die
Interessenvertretung zu setzen.

Und auch die SPÖ muss noch einiges klarstellen: Wer schützt Lehrer
vor sadistischen oder ideologisierten Direktoren? Was geschieht mit
jenen Lehrern, die selbst nach mehrfachem Schulwechsel nirgendwo
akzeptiert werden? Die können ja nicht als ewiger Schwarzer Peter
immer neuer Schulen frustrieren, sondern sollten (auch im eigenen
Interesse) verabschiedet und auf den normalen Arbeitsmarkt verwiesen
werden. Was bei Lehrern - ob nun pragmatisiert oder nicht - richtig
ist, sollte aber auch im anderen öffentlichen Bereich gelten. Und es
kann auch keine Ausnahme für Landesbeamte geben, ebenso wie
Kündigungsverbote im privatwirtschaftlichen Bereich längst überholt
sein sollten.
Wenn die SPÖ all diese logischen Zusammenhänge akzeptiert und aktiv
trägt, dann wird sie mit einem Schlag zur modernsten Partei
Österreichs - die ÖVP hingegen verliert all ihr Refor-mer-Image. Wenn
aber nicht, ist die Aktion "Lehrer" nur eine billige und zum
Scheitern verurteilte Propagandinszenierung, die eine ÖVP-Klientel
demütigen hätte sollen.

http://www.wienerzeitung.at/tagebuch

Rückfragehinweis:
Wiener Zeitung
Sekretariat
Tel.: 01/206 99-478
mailto:[email protected]

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