Neue ibw-Studie zu Schulverwaltung im internationalen Vergleich
Reform von Schulgovernance-Systemen - Vergleichende Analyse der Reformprozesse in Österreich und bei einigen PISA-Teilnehmerländern
Wien (OTS) - Österreichs Schulen erreichen bei internationalen
Vergleichsstudien wie PISA nicht jene Ergebnisse, die man angesichts
der im internationalen Vergleich sehr hohen Bildungsausgaben erwarten
könnte. Eine Studie des ibw - Institut für Bildungsforschung der
Wirtschaft - kommt zum Schluss, dass eine umfassende
Schulverwaltungsreform hohes Potential zur Steigerung von Qualität in
der Schulbildung und von Effizienz der Bildungsausgaben hat.
Erfolgreiche PISA-Länder haben bereits vor Jahren oder gar
Jahrzehnten umfangreiche Reformen ihrer Schulgovernance-Systeme
vorgenommen. Diesen Reformen gemeinsam ist eine deutliche Zurücknahme
der Detailsteuerung seitens der zentralen Behörden und die
Verlagerung von Entscheidungsbefugnissen hin zur lokalen Verwaltung
und/oder der Schule selbst. Flankiert wird eine derartige Devolution
von Kompetenzen mit dem Ausbau komplementärer
Outcomekontrollinstrumente und -instutionen (etwa externe Überprüfung
von Bildungsstandards als Ergebniskontrolle).
Im Vergleich dazu verfügt Österreich nach wie vor über ein
bürokratisch gesteuertes, stark reguliertes, hierarchisches und
inputgesteuertes Modell der Schulverwaltung. Ausdruck dafür sind eine
geringe Schulautonomie (vor allem in den Bereichen
Personalangelegenheiten & finanzieller Gestaltungsspielraum), ein nur
gering entwickeltes Evaluierungssystem im Sinne einer
Ergebniskontrolle sowie Entscheidungsstrukturen, die von einer
Vielzahl von Akteuren gekennzeichnet sind.
Wie PISA zeigt, liegen die österreichischen
PflichtschulabsolventInnen hinsichtlich ihrer Leistungen in Deutsch,
Mathematik und Naturwissenschaften nur im OECD-Mittelfeld. Bei den
Bildungsausgaben hingegen liegen wir im europäischen Spitzenfeld.
Im Kontext der aktuellen österreichischen Bildungsdebatte stellt
sich daher die Frage, wie die Schulverwaltung und -steuerung in
erfolgreichreichen PISA Länder organisiert sind, wie diese Länder bei
der Reform vorgegangen sind und welche auslösenden Momente
festgestellt werden können, die der¬artig umfangreiche Reformprozesse
initiiert haben. Weiters ist von Interesse, wie die Reformschritte
konkret abgelaufen sind, d.h. welche Reforminitiativen zu wel¬chen
Zeitpunkten und welchen Intentionen gesetzt wurden. Lassen sich grobe
- möglicherweise von den Ausgangssystemen abhängige -
Reformtypologien feststellen? Gibt es Trends in Richtung bestimmter
Schulgovernance-Systeme? Welche Eckpunkte für eine zukünftige Reform
des österreichischen Systems lassen sich daraus ableiten? Zu diesen
Fragen gibt die Studie des ibw Antwort.
Kurt Schmid, Helmut Hafner, Richard Pirolt Reform von Schulgovernance-Systemen ibw Forschungsbericht Nr. 135 ISBN 3-902358-38-6 kostenloser Download der gesamten Studie (140 Seiten): http://www.ibw.at/html/fb/FB_135.pdfVergrößern
4-seitige Kurzfassung ibw research brief Nr. 31:
http://www.ibw.at/html/rb/pdf/rb_31_schmid.pdf













