• 20.04.2007, 08:23:13
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  • OTS0017 OTW0017

Tierschützer lehnen den deutschen Vorschlag zur EU-Masthühner-Richtlinie strikt ab

Laaben (OTS) - ANIMAL SPIRIT sowie die größte britische
Nutztierschutz-Organisation CIWF lehnen den deutschen Vorschlag zur
neuen Richtlinie für die Haltung von Masthühnern ("broiler")
kategorisch ab. Dieser beinhaltet u.a., daß Hühner, die gemäß dieser
Richtlinie produziert wurden, ein "EU-Tierschutz-Gütesiegel" erhalten
sollen. Dieses Etikett würde aber die Konsumenten massiv täuschen,
da es vorgibt, das Wohlbefinden der Tiere in verbesserten
Tierschutzstandards zu gewährleisten. Tatsache ist aber, daß die
Masthühner nach wie vor aus schrecklicher Intensivproduktion stammen
würden, die sich absolut nicht mit dem Tierschutzgedanken vereinbaren
läßt.

Die Durchsetzung dieser neuen EU-Standards würde somit u.a.
folgendes bedeuten:

- Noch immer wären im Großteil der Betriebe Besatzdichten von 38
kg/m2 erlaubt, was in etwa 25 "schlachtreifen" Hühnern/m2 entspricht!

- Bio- und Freilandhaltungen wären gar nicht mehr Bestandteil der
Richtlinie.

- Die Konsumenten würden in die Irre geführt, da sie der Meinung
wären, Fleisch zu kaufen, das nach Tierschutz-Standards produziert
worden
wäre.

- Ein "Gütesiegel" wäre ebenfalls kontraproduktiv zum Tierschutz, da
die Konsumenten durch den Kauf von Hühnern aus Massentierhaltung im
Glauben wären, sie unterstützten damit den Tierschutz; sie sähen
danach keine Veranlassung mehr, Fleisch von Freilandhühnern zu
kaufen, welche u.a. erst im Alter von 55 Tagen und älter geschlachtet
werden, anstatt bereits nach 35-40 Tagen.

- Zudem enthält der deutsche Vorschlag, daß zukünftig in den
Schlachthäusern die obligatorischen Kontrollen von
Fußballengeschwüren - eine Folge der extremen Intensivhaltung und der
Keimdichte - unterlassen würden; zudem sollen Sanktionen abgeschafft
werden, wonach Produzenten, deren Betriebe einen hohen Prozentsatz an
Fußballengeschwüren und hohe Sterblichkeitsraten aufweisen,
verpflichtet werden können, einen Aktionsplan
zur Behebung der Mängel und Verringerung der Besatzdichte zu
entwerfen.

Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank, Obmann von ANIMAL SPIRIT, dazu:
"Diese neuen, ausgerechnet von der deutschen Ratspräsidentschaft
vorgeschlagenen, EU-Richtlinien wären ein weiterer Rückschritt in
Richtung noch mehr Konsumententäuschung und legalisierter Ausbeutung
unserer Mitgeschöpfe. Sollten diese Vorschläge tatsächlich angenommen
werden, wäre das ein weiterer Rückschritt für den Nutztierschutz in
der EU. Und die Kennzeichnung von Massentierhaltungsprodukten mit
einem sogenannten EU-Tierschutz-Gütesiegel würde das endgültige Aus
für den Tierschutz in der Masthühnerhaltung bedeuten."

Rückfragehinweis:

Dr. Franz-Joseph Plank, (+43) 0676/7082434
   
   ANIMAL SPIRIT
   A-3053 Laaben
   T: +43 (0) 2774-29 330
   E: [email protected]
   I: www.animal-spirit.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | ANI

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