- 12.12.2006, 12:06:08
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Rieder: Wien baut größtes Öko-Bürohaus Österreichs
Daten zum ENERGYbase: 50 % weniger Energieverbrauch, Solar Cooling, Photovoltaik und innovative Lichtsysteme
Wien (OTS) - "Mit einer Investition von 14 Millionen Euro
errichten wir auf den Paukergründen in Wien-Floridsdorf das
ENERGYbase, Österreichs größtes Öko-Bürohaus in Passivhausbauweise
und gleichzeitig Wiens erstes Technologie-, Forschungs- und
Kompetenzzentrum speziell für Unternehmen sowie Forschungs- und
Bildungseinrichtungen aus dem Bereich 'Erneuerbare Energie'",
erklärte Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp
Rieder beim Bürgermeister-Mediengespräch am Dienstag. Rieder
präsentierte das ENERGYbase gemeinsam mit DI Dr. Bernd Rießland, dem
Geschäftsführer des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF), und
Architektin Dipl. Ing. Ursula Schneider vom Team der "pos
architekten", die das ENERGYbase geplant haben.
Gebaut wird das ENERGYbase als sogenanntes Passivhaus.
Ökologische Baumaterialien, optimale Wärmedämmung, modernste Technik
für einen effizienten Energieeinsatz - von der solaren Kühlung bis
zur Photovoltaik - sowie innovative Systeme für Raumklima und
Lichttechnik reduzieren im ENERGYbase den Energieverbrauch für
Heizung, Kühlung und Beleuchtung um 50 Prozent im Vergleich zu
herkömmlichen Büroimmobilien. 30 Prozent des Energiebedarfes werden
durch umweltschonende und erneuerbare Energien, wie Erdwärme und
Sonnenenergie gedeckt und im ENERGYbase selbst erzeugt. Baubeginn ist
für Frühjahr 2007 vorgesehen, die ersten Mieter werden bis Ende 2008
einziehen. Das ENERGYbase wird insgesamt bis zu 20 Unternehmen mit
rund 300 Arbeitsplätzen beherbergen. Geplant wurde das ENERGYbase von
Architektin Dipl. Ing. Ursula Schneider vom Team der "pos
architekten".****
"Mit diesem Pilotprojekt leiten wir eine neue Ära bei der
Entwicklung und Errichtung von modernen, ökologisch nachhaltigen
Büro- und Gewerbeimmobilien ein. Die Erfahrungen, die wir im
ENERGYbase sammeln, sollen dazu beitragen, Kennzahlen und
Einsparungspotenziale zu ermitteln, die in die Planung von
wirtschaftlich effizienten Passivbürohäusern einfließen. Denn ähnlich
wie im Wiener Wohnbau wollen wir in Zukunft den Passivhausstandard
auch bei Gewerbeimmobilien in größeren Dimensionen anwenden, zum
Beispiel bei Projekten im neuen Stadtteil auf dem Flugfeld Aspern",
so Rieder weiter. Wiener Wirtschaftspolitik ist Ökologiepolitik
"Das ENERGYbase ist Teil der Wiener Wirtschaftspolitik, die sich
gleichzeitig auch als Motor für eine wirkungsvolle Umwelt- und
Ökologiepolitik versteht. Mit den öffentlichen Investitionen der
Stadt und ihrer Unternehmen kurbeln wir nicht nur das
Wirtschaftswachstum an und sichern Arbeitsplätze, sondern realisieren
vor allem auch Großprojekte, die die Umwelt- und Lebensqualität in
Wien weiter verbessern. Erfolgreiche Beispiele dafür sind das neue
Wiener Biomassekraftwerk, der Ausbau der Wiener Hauptkläranlage zur
modernsten und umweltfreundlichsten in Europa, das
High-Tech-Kleinwasserkraftwerk in Nussdorf oder auch der massive
Ausbau des Wiener U-Bahnnetzes mit der Verlängerung der U1 und U2.
Allein diese genannten Projekte haben bzw. hatten ein Investvolumen
von insgesamt fast 2,1 Milliarden Euro. Zur ökologisch nachhaltigen
Wirtschaftpolitik der Stadt Wien gehören aber auch Projekte, wie der
ÖkobusinessPlan Wien, mit dem seit dem Jahr 1998 insgesamt 527 Wiener
Unternehmen in Sachen Umweltschutz und Ökologie auf Vordermann
gebracht wurden oder auch die erst unlängst beschlossene Aufstockung
der Wiener Solarförderung auf eine Rekordsumme von einer Million
Euro", so Rieder.
Das ENERGYbase ist auch ein wichtiger Baustein bei der Umsetzung
einer ökologisch nachhaltigen Energiepolitik der Stadt Wien, wie sie
im KliP-Klima-schutzprogramm (Ziel: 14 % weniger Treibhausgase bis
2010) und auch im Städtischen Energiespar-Programm (SEP) festgelegt
wurde. Ziel des SEP ist es, den Anstieg des Energieverbrauchs in Wien
bis 2015 von erwarteten 12 Prozent auf sieben Prozent zu senken. Das
ENERGYbase ist aber auch eines jener 33 Projekte, das die Wiener SPÖ
und die Grünen für die aktuelle Legislaturperiode vereinbart haben.
ENERGYbase wird Wiens Kompetenzzentrum für Erneuerbare Energie
Mit dem ENERGYbase auf den Paukergründen im 21. Bezirk schafft
der Wiener Wirtschaftsförderungsfonds nicht nur Österreichs größtes
Passivbürohaus, sondern auch den notwendigen Raum und die
Infrastruktur, um in Wien ein Kompetenzzentrum für Erneuerbare
Energie zu etablieren. "Durch die Vernetzung von Wirtschaft,
Forschung und moderner Ausbildung wird das ENERGYbase zu einem
Innovationsmotor für diesen Wirtschaftszweig und die gesamte Wiener
Wirtschaft. Unternehmen sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen
aus dem Bereich 'Erneuerbare Energie' können in dem neuen
Hightech-Zentrum ihre Kompetenzen in diesem zukunftsorientierten
Bereich bündeln und ihr Know-how erweitern. Gespräche mit
potenziellen Mietern und Interessenten laufen bereits. Unter anderem
soll ein neuer Fachhochschullehrgang zum Thema Erneuerbare Energie im
ENERGYbase untergebracht werden", berichtet WWFF Geschäftsführer DI
Dr. Bernd Rießland.
ENERGYbase: 7.500 m2 Nutzfläche auf fünf Ebenen, 72.000 Euro
weniger Energiekosten pro Jahr
Die Gesamtkosten für das ENERGYbase betragen rund 14 Millionen
Euro. Das Gebäude hat eine Gesamtnutzfläche von 7.500 Quadratmetern,
die sich auf ein Erdgeschoß und vier darüber liegende Stockwerke
verteilen. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Bürogebäude in
gleicher Größe liegen die Errichtungskosten um rund 2 Millionen Euro
höher. Die Mehrkosten werden großteils über Förderungen abgedeckt.
Unterstützt wird das Projekt aus Mitteln der Europäischen Union sowie
über die Förderschiene "Haus der Zukunft" des Bundesministeriums für
Verkehr, Innovation und Technologie.
Insgesamt ist der Energiebedarf des ENERGYbase um 50 Prozent
niedriger, verglichen mit einem Bürogebäude in normaler Bauweise und
gleicher Größe. 30 Prozent der benötigten Energie wird aus Erdwärme
und Photovoltaik im ENERGYbase selbst erzeugt. Nur 20 Prozent der
Energie (Strom) muss zugekauft werden. Entsprechend gering sind auch
die Energiekosten. Sie liegen bei 18.000 Euro für Heizen, Kühlen und
Beleuchten pro Jahr. In einem Bürogebäude in "normaler" Bauweise
würden sie 90.000 Euro betragen. Positiv sind auch die Effekte auf
den Klimaschutz. 180 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr werden eingespart.
Im Erdgeschoß des ENERGYbase ist die Unterbringung eines neuen
Fachhochschullehrganges für Erneuerbare Energie samt Werkshalle,
Seminarräumen, Sekretariat sowie Räumen für Lehrpersonal und
Studierende vorgesehen. Je Geschoß können rund 1.400 Quadratmeter
Bürofläche flexibel in bis zu vier Mieteinheiten unterteilt werden.
Damit kann die Raumkonfiguration sehr individuell auf die Bedürfnisse
jeder Unternehmensstruktur angepasst werden. Neben einer Tiefgarage
mit 63 Stellplätzen und barrierefreiem Zugang ins High-Tech-Zentrum
verfügt das ENERGYbase auch über einen Free-Bike-Port für 40
Fahrräder.
Paukergründe: Optimales Hightech-Umfeld für das ENERGYbase
Auf dem Areal der ehemaligen Paukergründe ist in den letzten
Jahren ein von innovativen und technologieorientierten Einrichtungen
und Unternehmen geprägtes Umfeld entstanden, das optimale Netzwerke
und Kooperationen zwischen Forschung, Unternehmen und Ausbildung
ermöglicht. Direkter Nachbar des ENERGYbase ist das TECHbase Vienna.
In diesem Ende 2005 eröffneten Technologiezentrum arbeitet das
Forschungsinstitut arsenal research mit rund 175 hoch qualifizierten
ForscherInnen in den Bereichen Mobilität und Energie. Vor allem der
Energieaspekt der arsenal-Forschung lässt sich mit der thematischen
Ausrichtung des ENERGYbase optimal verknüpfen. Ebenfalls im TECHbase
untergebracht sind der Automotive Cluster Vienna Region (ACVR), ein
Gründerzentrum für Jungunternehmen sowie zwei Fachhochschullehrgänge
zu den Themenbereichen Logistik/Transportmanagement bzw.
Mechatronik/Robotik.
Ein weiterer Nachbar des ENERGYbase ist der weltgrößte
Klima-Wind-Kanal, in dem Schienen- und Straßenfahrzeuge, neue
Transportsysteme und technische Einrichtungen unter extremen
klimatischen Bedingungen (Kälte, Hitze, Winde bis 300 km/h) getestet
werden können. Und der Technologiekonzern Siemens erweitert seinen
nahe gelegenen Standort bis 2010 zur Siemens-City, der 13.000
Beschäftigte aus allen Siemens-Bereichen zusammenfasst.
Saubere Energie effizient eingesetzt bei höchstem Komfort für
die Mieter
Das Gebäudekonzept von ENERGYbase baut auf den Ergebnissen des
Forschungsprojekts "Sunny Research" der arsenal research und des
Architekturbüros "pos architekten" auf - Letztere sind auch für die
Planung des ENERGYbase verantwortlich. Dabei ging es um die
Entwicklung eines neuartigen Gebäudekonzepts für Büroimmobilien unter
dem Aspekt von Energie-effizienz und dem Einsatz erneuerbarer
Energieträger bei höchstem Komfort für die Mieter. So sorgt der
Passivhausstandard für höchste Energieeffizienz, mit dem Resultat,
dass der Energiebedarf auf ein Mindestmaß reduziert wird. Dafür sind
drei Kriterien ausschlaggebend: Ein ausgezeichneter Wärmeschutz
(Dämmung), Luftdichtheit und Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Der
niedrige Energiebedarf wird durch erneuerbare und damit
umweltschonende Energieträger gedeckt - hauptsächlich durch Erdwärme.
Dabei entnimmt eine Wärmepumpe für die Heizung und Kühlung des
Gebäudes dem Grundwasser ausreichend Erdwärme. Das System basiert auf
der sogenannten Bauteilaktivierung - eine moderne Form der
Gebäudeklimatisierung. Dabei werden beim Bau des Gebäudes
Wasserrohre in den Beton eingelegt, die je nach Bedarf Wärme abgeben
bzw. kühlen. So kann das ganze Jahr ein optimales Raumklima
garantiert und auf energieintensive Klimaanlagen verzichtet werden.
Solar Cooling: Österreichweit erstmals in dieser Dimension im
Einsatz
Die solare Kühlung ("Solar Cooling"), die im ENERGYbase
Anwendung findet, kommt in Österreich erstmals bei einem Bauvorhaben
dieser Größenordnung zum Einsatz. Darunter versteht man den Einsatz
von Solarenergie zur Kühlung der Luft. Während der Sommermonate, in
denen der Kühl- und damit der
Energiebedarf am höchsten sind, liefert die thermische Solaranlage
die meiste Energie. Während des Winters kann die mit der Solaranlage
gewonnene thermische Energie zur Beheizung des Gebäudes verwendet
werden. An der Südfassade des Gebäudes ist eine rund 400 Quadratmeter
große Photovoltaikanlage (Solarstromanlage) angebracht. Sie deckt mit
einer Jahresleistung von rund 42.000 kWh einen wichtigen Teil des
Energiebedarfs.
Pflanzen sorgen für behagliches Raumklima und hohen
Arbeitsplatz-Komfort
Eine absolute Neuheit in Österreich ist auch die Nutzung von
Pflanzen zur natürlichen Befeuchtung und Konditionierung der Raumluft
während der Wintermonate. Das Architekturbüro "pos architekten" hat
viergeschossige Pflanzenpufferräume entwickelt, die als
abgeschlossene Feuchtgeneratoren präzise steuerbar und absolut
ökologisch Feuchte ins haustechnische System
speisen und Schadstoffe aus der Luft filtern. 500 Pflanzen einer
speziell für die Luftbefeuchtung gezüchteten Art des Zyperngrases
befeuchten im Winter und in der Übergangszeit die Luft, ehe sie über
das Gebäude verteilt wird und für ein besonders behagliches Raumklima
sorgt und gleichzeitig ein gesünderes Arbeitsumfeld möglich macht.
Großzügig verglast und trotzdem energieeffizient
Die spezielle "Faltung" der Südfassade ermöglicht einen sehr
hohen Verglasungsanteil bei gleichzeitig optimaler Verwertung des
solaren Ertrags. Im Winter kann die Wärme der tiefer stehenden Sonne
besser eingefangen und durch eine spezielle Luftführung in den Norden
des Gebäudes verteilt werden. Im Sommer verschattet sich die Fassade
von selbst, sodass die gesamte Sonneneinstrahlung direkt von den auf
der Fassade angebrachten Photovoltaik-Modulen verwertet werden kann.
Der indirekte Teil der Sonnenstrahlung gelangt als Beleuchtung in die
Räume.
Optimale Lichtverhältnisse im ENERGYbase
Während in gewöhnlichen Büroimmobilien rund 40 Prozent der
Fläche ausschließlich mit Kunstlicht beleuchtet werden müssen, macht
im ENERGYbase die Grundrissgestaltung sowie eine intelligente
Lichtsteuerung eine komplette Versorgung des Gebäudes mit Tageslicht
möglich. So genannte Lichtlenk-Jalousien leiten das Tageslicht mit
Hilfe hoch reflektierender Lamellen in die Tiefe des Raumes, um die
Räumlichkeiten tagsüber möglichst lange mit ausreichend Helligkeit zu
versorgen. Der minimale Einsatz von Kunstlicht ist ein weiterer Grund
für den geringen Energiebedarf. Und auch die Mitarbeiter profitieren.
Denn Augenbrennen, Ermüdung der Augen, verschlechtertes Sehvermögen
und Kopfweh sind häufige Folgen schlechter Lichtverhältnisse am
Arbeitsplatz.
o FACTBOX ENERGYbase: ENERGYbase ist die größte Passiv-Büro- und Gewerbeimmobilie Österreichs Projektentwickler: Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF) Investitionsvolumen: 14 Millionen Euro Adresse: Giefinggasse 6, 1210 Wien, (ehemalige Paukergründe)
o Nutzfläche: 7.500 m2 Nutzung: Büro / F &E / Bildung speziell im Bereich Erneuerbare Energie Unternehmen/Arbeitsplätze: bis 20 Betriebe mit insges. rund 300 Arbeitsplätzen Im Umfeld: Techbase Vienna, Klima-Windkanal, ab 2010 Siemens City
o Erneuerbare Energie: Erdwärme und Solarenergie Pflanzenpuffer: biologische Gebäudeklimatisierung Solar Cooling: Kühlung mittels Sonnenenergie Photovoltaikanlage: 42.000 kWh pro Jahr Solarstrom durch 400 m2 Kollektoren Energieverbrauch: sinkt um 50 %, 30 % des Energiebedarfes alternativ erzeugt Energiekosten: 18.000 Euro jährlich statt 90.000 Euro
Weitere Informationen sowie druckfähige Fotos zum Download
finden Sie im Internet unter www.energybase.at . (Schluss) gaw
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Wolfgang Gatschnegg
Mediensprecher Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder
Tel.: +43-1-4000-81845
Handy: 0664/826-82-16
E-Mail: [email protected]
Mag. Christian Lettner
Wiener Wirtschaftsförderungsfonds / Presse & Kommunikation
Tel.: +43-1-4000/86 736
E-Mail: [email protected]
Kontakt für Mietinteressenten:
Wiener Wirtschaftsförderungsfonds, Mag. Fritz Kittel
Tel.: +43-1-4000 86 745,
E-Mail: [email protected]
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