Schwarzböck: Rohstoffe und Energie aus Biomasse als Zukunfts-Chance
Fünftel der Ackerfläche könnte für Energiegewinnung genutzt werden
Wien (AIZ) - "Ökoenergie, biogene Treibstoffe und nachwachsende
Rohstoffe sind die Zukunftschance für die heimische Land- und
Forstwirtschaft und machen die heimische Wirtschaft und die
Konsumenten unabhängiger von fossilen Rohstoffen und schonen
gleichzeitig Umwelt und Klima. Mit der notwendigen Umstellung von
fossilen auf erneuerbare Energieträger werden künftig größere Ernten
erforderlich sein und daher werden wir auch jeden Quadratmeter Boden
benötigen. Schließlich könnten unsere Landwirte künftig rund ein
Fünftel der heimischen Ackerflächen für die Energiegewinnung nutzen",
stellte Rudolf Schwarzböck, Präsident der Landwirtschaftskammer
Österreich, fest.
Damit die heimischen Bauern das Potenzial der Bioenergie auch voll
ausschöpfen können, fordert der LK-Präsident die Beseitigung von
Barrieren. Dazu gehört etwa eine Änderung der Raumplanung oder eine
Öffnung des Arbeitsmarktes für Osteuropäer. "Im Hinblick auf den
steigenden Bedarf an Biomasse aus dem Wald stellt allerdings gerade
für den Kleinwaldbesitzer die regelmäßige Durchforstung ein Problem
dar, denn auch ein Nebenerwerbslandwirt wird nicht zu Stundenlöhnen
im Forst arbeiten, zu denen kein Österreicher werkt. Bezüglich
Raumplanung ist festzuhalten, dass derzeit riesige Flächen
wertvollsten Bodens mit Siedlungen verbaut werden, die für die
Produktion von Rohstoffen für die Energiegewinnung herangezogen
werden könnten", so Schwarzböck.
Umstieg in ein nachhaltiges Energiesystem
Wie der LK-Präsident in diesem Zusammenhang weiter ausführte,
werde die bäuerliche Interessenvertretung alles daran setzen, mit
Partnern aus Forschung und Wirtschaft rasch den Umstieg in ein
nachhaltiges Energiesystem zu schaffen. Österreichs Landwirte wären
jedenfalls bereit, diese Herausforderung anzunehmen und in diese neue
Schiene voll einzusteigen. Die Marktpotenziale seien riesig, denn
allein im Treibstoffbereich brauche die EU bis 2010 rund 17 Mio. t
Biodiesel und 8 Mio. t Bioethanol. Wohin die Entwicklung gehe, zeige
sich auch am Beispiel der im Bau befindlichen Bioethanolanlage in
Pischelsdorf (NÖ).
"In rund zwei Jahren werden dort 200.000 Kubikmeter Biomasse
verspritet, was einer Ackerfläche von 70.000 bis 90.000 Hektar
entspricht. Wenn 2008 dann die Beimischungsregelung in Österreich mit
einer Beimengung von 5,75% Biotreibstoff voll umgesetzt ist, brauchen
wir 150.000 t Alkohol, hergestellt aus agrarischen Rohstoffen, wie
Weizen, Mais oder Zuckerrübe. Zusammen mit Biodiesel liegt dann der
Bedarf an Biotreibstoff bei rund 500.000 t", erklärte Schwarzböck.
(Schluss)
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