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OTS0258   7. Dez. 2006, 17:53

Schwarzböck: Rohstoffe und Energie aus Biomasse als Zukunfts-Chance

Fünftel der Ackerfläche könnte für Energiegewinnung genutzt werden


"Ökoenergie, biogene Treibstoffe und nachwachsende Rohstoffe sind die Zukunftschance für die heimische Land- und Forstwirtschaft und machen die heimische Wirtschaft und die Konsumenten unabhängiger von fossilen Rohstoffen und schonen gleichzeitig Umwelt und Klima. Mit der notwendigen Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energieträger werden künftig größere Ernten erforderlich sein und daher werden wir auch jeden Quadratmeter Boden benötigen. Schließlich könnten unsere Landwirte künftig rund ein Fünftel der heimischen Ackerflächen für die Energiegewinnung nutzen", stellte Rudolf Schwarzböck, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, fest.

Damit die heimischen Bauern das Potenzial der Bioenergie auch voll ausschöpfen können, fordert der LK-Präsident die Beseitigung von Barrieren. Dazu gehört etwa eine Änderung der Raumplanung oder eine Öffnung des Arbeitsmarktes für Osteuropäer. "Im Hinblick auf den steigenden Bedarf an Biomasse aus dem Wald stellt allerdings gerade für den Kleinwaldbesitzer die regelmäßige Durchforstung ein Problem dar, denn auch ein Nebenerwerbslandwirt wird nicht zu Stundenlöhnen im Forst arbeiten, zu denen kein Österreicher werkt. Bezüglich Raumplanung ist festzuhalten, dass derzeit riesige Flächen wertvollsten Bodens mit Siedlungen verbaut werden, die für die Produktion von Rohstoffen für die Energiegewinnung herangezogen werden könnten", so Schwarzböck.

Umstieg in ein nachhaltiges Energiesystem

Wie der LK-Präsident in diesem Zusammenhang weiter ausführte, werde die bäuerliche Interessenvertretung alles daran setzen, mit Partnern aus Forschung und Wirtschaft rasch den Umstieg in ein nachhaltiges Energiesystem zu schaffen. Österreichs Landwirte wären jedenfalls bereit, diese Herausforderung anzunehmen und in diese neue Schiene voll einzusteigen. Die Marktpotenziale seien riesig, denn allein im Treibstoffbereich brauche die EU bis 2010 rund 17 Mio. t Biodiesel und 8 Mio. t Bioethanol. Wohin die Entwicklung gehe, zeige sich auch am Beispiel der im Bau befindlichen Bioethanolanlage in Pischelsdorf (NÖ).

"In rund zwei Jahren werden dort 200.000 Kubikmeter Biomasse verspritet, was einer Ackerfläche von 70.000 bis 90.000 Hektar entspricht. Wenn 2008 dann die Beimischungsregelung in Österreich mit einer Beimengung von 5,75% Biotreibstoff voll umgesetzt ist, brauchen wir 150.000 t Alkohol, hergestellt aus agrarischen Rohstoffen, wie Weizen, Mais oder Zuckerrübe. Zusammen mit Biodiesel liegt dann der Bedarf an Biotreibstoff bei rund 500.000 t", erklärte Schwarzböck. (Schluss)

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