• 31.10.2006, 11:26:07
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Greenpeace: Auslaufmodell Gorbach will von seinem Lieblingsspielzeug nicht lassen

Zukünftige Regierung muss Tempo-160-Unsinn endgültig ad acta legen

Wien (OTS) - Mit viermonatiger Verspätung hat
Noch-Verkehrsminister Gorbach heute die Tempo-160-Bilanz präsentiert.
Obwohl keinerlei Kriterien für einen Erfolg definiert wurden und
somit nicht bekannt ist, was genau zu testen war, fiel das
Endresultat aus Sicht des Verkehrsministers erwartungsgemäß positiv
aus. "Nachdem ihn offenbar niemand für seine Ministerschaft bedankt,
übernahm es heute Gorbach selbst, sich zu loben. Dass ausgerechnet
der Tempo-160-Versuch als Erfolg gewertet wird, zeigt, wie mager die
Bilanz von sechs Jahren Verkehrsministerium unter FPÖ- bzw.
BZÖ-Führung ist", so Greenpeace-Verkehrssprecher Jurrien Westerhof.

Von seinem Lieblingsspielzeug Tempo-160 will Gorbach nicht lassen,
wie die heutige Ankündigung eines weiteren Tests zeigt. "Nachdem alle
anderen Landeshauptleute sich gegen den Tempo-160-Unsinn
ausgesprochen haben, muss einmal mehr das Bundesland eines
befreundeten Landeshauptmanns für die Risikostrecke herhalten".

Wie seit langem bekannt, wurde die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von
den meisten Autofahrern nicht angenommen. Hierdurch ist es nur zu
wenigen Unfällen gekommen. Auch die Akzeptanz von Tempo 160 ist seit
Beginn des ersten Tests rückläufig. "Offensichtlich sind die
Autofahrer vernünftiger als der Verkehrsminister, der sich nur aus
politischen Gründen für diese denkbar ungeeignete Strecke entschieden
hat", so Westerhof.

Die Rückläufigkeit der Luftschadstoffe auf der Teststrecke im
Messungszeitraum ist weniger auf Tempo 160 zurückzuführen, als auf
die Tatsache, dass die Messungen im späten Frühling stattgefunden
haben. In diesem Zeitraum ist die Feinstaub-Belastung jedes Jahr
abnehmend, hohe Ozonwerte treten im Frühling noch keine auf.
Interessanterweise wurden keine Kohlendioxidwerte gemessen. "Im
Verkehrsministerium tut man sich offensichtlich schwer mit dem
Unterschied zwischen Emissionen und Immissionen", so Westerhof. "Bei
höheren Geschwindigkeiten steigt der Ausstoß von Stickoxiden,
Feinstaub und Kohlendioxid stark an - ein Verkehrsminister müsste das
eigentlich wissen".

Bleibt die Frage, warum die Auswertung so lange gedauert hat. "Für
diese wenig überraschende Lobhudelei wären keine vier Monate
Auswertungszeit nötig gewesen. Verkehrsminister Gorbach ist ein
Auslaufmodell. Von einer zukünftigen Regierung erwarten wir uns, dass
diese den Tempo-160-Unsinn endgültig ad acta legt", schließt
Westerhof.

Rückfragehinweis:
Thomas Hohenberger, Pressesprecher, 0664-5308186
DI Jurrien Westerhof, Greenpeace-Verkehrssprecher, 0664-6126701

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