OTS0029   5. Juli 2006, 09:20

Biologische Gelsenregulierung in den March-Thaya-Auen

Projekt des NÖ Landschaftsfonds wurde bewilligt


Nachdem die Gemeinden entlang der March und der
Thaya nach der Hochwasserkatastrophe Anfang April dieses Jahres auch
von überdurchschnittlichen Belastungen durch Stechmücken betroffen
waren, ergriffen Gesundheits-Landesrat Emil Schabl gemeinsam mit dem
für Umwelt zuständigen Landesrat Dipl.Ing. Josef Plank sowie den
betroffenen Gemeinden die Initiative für eine künftige
naturschutzkonforme Regulierung der Gelsenentwicklung in dieser
Region.

Durch den Einsatz eines biologischen, selektiv auf
Stechmückenlarven wirkenden Präparates soll die Lebensqualität der
Bevölkerung gesichert werden, ohne dabei die Schutzgebiete und
Naturschutzziele - international anerkannte und wichtige
Feuchtgebiete und Vogelschutzgebiete - entlang der beiden Flüsse
March und Thaya zu beeinträchtigen. Bereits seit einigen Jahren
werden in einigen Gemeinden in Niederösterreich Bti-Präparate
(Bacillus thuringiensis israelensis), so auch entlang der March,
eingesetzt. Bei diesem Mittel handelt es sich um ein Eiweißpräparat
aus einem natürlich vorkommenden Bodenbakterium. Für einen
großflächigen Einsatz bei besonders intensiven Belastungen fehlten
bislang geeignete organisatorische Strukturen sowie teils auch die
technischen Möglichkeiten.

"Es kann nicht sein, dass die Lebensqualität der Bevölkerung durch
die Gelsen so beeinträchtigt wird, dass ein Aufenthalt im Freien
unmöglich wird. Ein großflächiger Gifteinsatz kommt für uns jedoch
nicht in Frage, deshalb haben wir uns für die biologisch verträgliche
Variante entschieden", betonen dazu Plank und Schabl.

Durch ein vom NÖ Landschaftsfonds mit 110.000 Euro gefördertes
Projekt sollen jetzt in den Gemeinden die erforderlichen
organisatorischen Strukturen für eine zukünftige gezielte und
effiziente Anwendung von Bti geschaffen werden. Als Projektträger
fungieren der Regionalverband March-Thaya-Auen sowie weitere für
dieses Vorhaben kooptierte Gemeinden.

Ein im Gebiet des Oberrhein bereits langjährig im Bereich der
Gelsenregulierung tätiger Kommunalverband sowie der Distelverein
konnten dafür als Projektpartner gewonnen werden. Sofern nicht
bereits entsprechende Untersuchungsergebnisse vorliegen, werden bei
diesem Projekt neben dem Aufbau geeigneter Organisationsstrukturen
eventuell auch ergänzende wissenschaftliche Begleituntersuchungen zur
Wirkung von Bti-Präparaten auf in der Region vorkommende, besonders
geschützte Arten durchgeführt werden. Zudem sind
gemeindeübergreifende Datenerfassungen der Brutstätten, die
notwendige Kontrolle der Brutgewässer sowie auch der Aufbau einer
eventuellen Kooperation mit durch vergleichbare Probleme betroffenen
Nachbarstaaten geplant.

Weitere Informationen: Büro LR Plank, Telefon 02742/9005-12701,
und LR Schabl, Telefon 02742/9005-12223.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0029 2006-07-05 09:20 050920 Jul 06 NLK0003 0359



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