- 06.06.2006, 10:28:53
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Österreichische Anti-Atomposition konsequent vertreten
Raus an Ministerin Gehrer: Vorschläge der EU-Kommission verharmlosen Gefahren der Atomkraft
Salzburg (OTS) - In einem Brief an Ministerin Elisabeth Gehrer hat
Salzburgs Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Othmar Raus jetzt die
Bundesregierung aufgefordert, bei den derzeitigen EU-Verhandlungen
über das EURATOM-Forschungsrahmenprogramm den österreichischen
Standpunkt konsequent zu vertreten. "Ich ersuche die Bundesministerin
als derzeitige Ratsvorsitzende, die österreichische Antiatomposition
in den laufenden Verhandlungen zum 7. Forschungsrahmenprogramm
EURATOM konsequent zu vertreten. Innerösterreichisch hat sie das oft
und in Übereinstimmung mit der österreichischen Gegnerschaft zur
Nutzung der Atomenergie immer wieder getan", erklärte Raus. "Wenn
schon Gelder für die Atomforschung zur Verfügung gestellt werden, so
erwartet sich die österreichische Bevölkerung mit Recht, dass in
erster Linie Möglichkeiten erforscht werden, wie die technische
Sicherheit der bestehenden Systeme erhöht werden kann. Außerdem
sollte sich die Atomforschung darauf konzentrieren, wie die sichere
Entsorgung radioaktiven Materials zukünftig aussehen soll. Das war
und ist immer die österreichische Position gewesen", so LHStv. Othmar
Raus, der Umweltreferent der Salzburger Landesregierung.
Dieser Positionierung stehen die Vorschläge der EU-Kommission für
das aktuelle Forschungsrahmenprogramm von EURATOM diametral entgegen,
so Raus weiter. In der auf der Homepage des Bundesministeriums für
Bildung, Wissenschaft und Kunst publizierten Internetversion finden
sich als Forschungsziele die Förderung von effizienterer und
wettbewerbsfähigerer Nutzung der Kernenergie, die Verlängerung der
Lebensdauer sowie die Evaluierung des Potenzials und der
Sicherheitsaspekte künftiger Reaktorsysteme. Außerdem sollen der
EU-Kommission zufolge Schutzsysteme entwickelt werden, die den
breitgefächerten Einsatz von Radioaktivität in Medizin und Industrie
(einschließlich der Erzeugung der Kernenergie) nicht in
unangemessener Weise einschränken".
Wiederholt werden im Kommissionsvorschlag die Begriffe
"Nachhaltigkeit", "Versorgungssicherheit" und "Kyoto-Ziele" mit der
Kernenergie in Zusammenhang gebracht. "Hier wird versucht, mit
falschen oder halbwahren Argumenten Atomenergie im in der
europäischen Diskussion als langfristig unersetzbare und
umweltfreundliche Energieversorgungsform darzustellen. Dieser
begrifflichen Verquickung sollte entschieden entgegengetreten
werden", fordert Raus in seinem Schreiben an Ministerin Gehrer. "Ich
würde mir außerdem wünschen, dass zumindest ein Teil der vorgesehenen
Beiträge für die Kernenergieforschung zur Forschung an erneuerbaren
Energien umgeschichtet wird", so Umweltreferent Raus abschließend.
Rückfragehinweis:
Landespressebüro Salzburg
Dr. Roland Floimair
Tel.: (0662) 80 42 / 23 65
mailto:[email protected]
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