• 22.05.2006, 10:00:00
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  • OTS0069 OTW0069

Vermessen, codiert, entschlüsselt?

Wien (OTS) - Potenziale und Risken der zunehmenden
Datenverfügbarkeit sind Thema der Sechsten Österreichischen
TA-Konferenz des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der
Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) am 29. Mai 2006 in
Wien.

Die Biotechnologie analysiert Daten aus der Genomentschlüsselung.
Die Medizin entwickelt neue Methoden und Techniken zur "Vermessung"
des menschlichen Körpers. Im Umweltsektor werden immer weiter
verfeinerte Daten zur Bestimmung von Nachhaltigkeit genutzt. Die
informationstechnologische Durchdringung des Alltags - Stichwort
"Intelligente Umgebungen" - schreitet weiter voran. Die
Informationsgesellschaft prägt "digitale Lebensstile".

Mit den jüngsten Entwicklungen des technischen Fortschritts
gewinnen Formen und Reichweite der Erzeugung von Daten eine neue
Dimension. Informationen - auch personenbezogene - werden in bisher
unübertroffener Breite und Tiefe gesammelt, analysiert, verknüpft und
verwertet.

Die erhofften Vorteile sind ein Zugewinn an Lebensqualität,
Sicherheit, Komfort oder Effizienz. Die intensivierte "Vermessung"
des Menschen und seiner Umwelt wirft jedoch auch Probleme auf: Wie
lässt sich der Missbrauch von Informationen oder die Verletzung von
Grund- und Persönlichkeitsrechten vermeiden? Wie ist mit technisch
machbaren Innovationen umzugehen, deren Folgen nicht oder nur schwer
absehbar sind?

Diese und andere Fragen beleuchten Technikfolgen-Forscher und
-Forscherinnen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich im Rahmen
der Konferenz "TA’06: Vermessen, codiert, entschlüsselt? Potenziale
und Risken der zunehmenden Datenverfügbarkeit" am 29. Mai 2006 in der
ÖAW.

"Die Tagung soll sich mit dem Spannungsfeld von Vorteilen,
sozialem Fortschritt und wirtschaftlichem Nutzen sowie möglichen
Risken beziehungsweise unerwünschten gesellschaftlichen Folgen
auseinandersetzen", sagt Georg Aichholzer, wissenschaftlicher
Mitarbeiter des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung der ÖAW und
Konferenzverantwortlicher.

Zu den Vortragenden zählen Werner Rammert von der Technischen
Universität Berlin ("Die Macht der Datenmacher in der fragmentierten
Wissensgesellschaft") sowie Giulio Superti-Furga, vom Ce-M-M-
Research Center for Molecular Medicine, Wien ("Das post-genomische
Rätsel Mensch: Herausforderungen nach der reduktionistischen Phase").

Thematische Sessions widmen sich der Vermessung des Menschen (z.
B. im Zusammenhang mit der Bestimmung individueller Risikolagen), der
Frage nach der Sicherheit von genetischen Daten, den
gesellschaftlichen Herausforderungen durch die zunehmende
Digitalisierung des Alltags, den Chancen und Risken von
Sicherheitstechnologien, bis hin zu den datenmäßigen Grundlagen von
Nachhaltigkeit.

Weitere Informationen zur TA’06 finden Sie unter
http://www.oeaw.ac.at/ita/ta06/

Rückfragehinweis:

Dr. Georg Aichholzer bzw. Sabine Stemberger
   Institut für Technikfolgen-Abschätzung 
   Strohgasse 45 
   A-1030 Wien 
   T: +43 1 51581 - 6591, - 6582 
   E-mail: [email protected]; [email protected]
   www.oeaw.ac.at/ita

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