• 27.11.2005, 09:08:00
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Greenpeace zu Montreal-Konferenz: Kein Pröll-Kniefall vor USA und China

Umweltminister muss sich für verbindliche Klimaschutzziele einsetzen.

Wien/Montreal (OTS) - "Bei der morgen beginnenden
Klimaschutzkonferenz in Montreal muss sich Umweltminister Pröll als
Verhandler für Europa klar zu verbindlichen Klimaschutzzielen
bekennen und darf nicht vor den USA und China auf die Knie fallen",
fordert Greenpeace-Energieexperte Erwin Mayer. Ohne ein
"Montreal-Mandat", in dem festgelegt wird, bis wann verbindliche
Klimaschutzziele für 2020 und 2050 zu beschließen sind, sei zu
befürchten, dass auch in Europa der Kampf um verbindliche
Klimaschutzziele aufgegeben werde.

Pröll, der noch im Frühjahr gemeinsam mit seinen europäischen
Amtskollegen für eine Reduktion der Treibhausgase um 15-30 % bis 2020
sowie 60-80% bis 2050 gestimmt hatte, um die Klimaerwärmung mit
maximal 2 Grad Celsius zu begrenzen, war zuletzt auf den Kurs von
Bundeskanzler Schüssel eingeschwenkt. Dieser hatte sich beim Rat der
Regierungschefs im Juni gegen beide Klimaschutzziele eingesetzt und
lediglich einem Kompromiss mit dem kurzfristigen Klimaschutzziel bis
2020 zugestimmt. In der Zwischenzeit will auch Umweltminister Pröll
gänzlich auf verbindliche Klimaschutzziele verzichten, um die USA und
China bei den Verhandlungen in Montreal nicht zu "überfordern".

"Damit gibt Pröll das Heft völlig aus der Hand und überlässt das
Tempo beim Klimaschutz US-Präsident Bush. Mit leider klarem Ausgang",
kritisiert Mayer. Anstatt die USA und China mit ins Boot des im
Kyoto-Protokoll vereinbarten verbindlichen Klimaschutzes zu holen,
würde zunehmend dem Wunsch der europäischen Industrie nachgegeben,
auf verbindliche Umwelt- und Klimaschutzziele gänzlich zu verzichten.
Immer öfter entspreche die Politik von Bundeskanzler Schüssel,
Wirtschaftsminister Bartenstein und Umweltminister Pröll diesen
Zielsetzungen.

Auch innerhalb der 25 EU-Staaten reihe sich Österreich in jene
Staaten ein, die gegen verbindliche Ziele auftreten. Mayer: "Die
Verhandlungen mit den USA und China sind nur der Vorwand für
Österreichs Regierung, gegen verbindliche Klimaschutzziele
aufzutreten". Um das 2 Grad-Limit bei der globalen Erwärmung
einzuhalten, brauche es so rasch wie möglich verbindliche
Reduktionsziele für 2020 und 2050. "Eine Überschreitung dieses Limits
können wir uns nicht leisten. Denn dann drohen häufigere und
intensivere Klimakatastrophen bis hin zu einem unumkehrbaren
Klimawandel", so Mayer abschließend.

Rückfragehinweis:
Thomas Hohenberger, Pressesprecher, 0664-5308186
Mag. Erwin Mayer, Greenpeace-Energieexperte, 0664-2700441

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP

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