- 27.11.2005, 09:00:00
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Bartenstein: Modulare Lehrlingsausbildung bringt mehr Chancen für die Jugend
Vier Parteien-Beschluss über neue Ausbildungsvorschriften im Wirtschaftsausschuss des Nationalrats
Wien (BMWA/OTS) - "Mit einer Neuorganisation der
Lehrlingsausbildung in der Form eines modularen Aufbaus reagiert die
Bundesregierung sowohl auf die Anforderungen der Wirtschaft als auch
jenen der jungen Menschen. Angesichts der zunehmenden Spezialisierung
der Betriebe kann damit jungen Menschen viel besser ein umfassendes
Wissen vermittelt sowie Übersichtlichkeit bei den Lehrberufen
sichergestellt werden." Das sagte Arbeitsminister Martin Bartenstein
anlässlich der Beschlussfassung der Novelle zum
Berufsausbildungsgesetz im Wirtschaftsausschuss des Nationalrats am
Freitag. Das Paket wurde von allen Parteien einstimmig beschlossen.
Die neue Organisation der Lehre trägt dem Umstand Rechnung, dass
wegen der zunehmenden Spezialisierung manche Unternehmen heute nicht
mehr in der Lage sind, das gesamte Berufsbild eines Lehrberufes zu
vermitteln. Weiters wird bei Lehrberufen mit großen inhaltlichen
Überschneidungen das Ausbildungsangebot transparenter und
übersichtlicher. Und, drittens, wird dadurch eine Fachausbildung in
jenen zukunftsweisenden Berufen möglich, die für sich gesehen keine
ausreichend breite Basis an Fertigkeiten und Kenntnissen bieten, wie
etwa die Zweiradtechniker.
Nach dem neuen System werden in einem mindestens zwei Jahre
dauernden Grundmodul jene Fertigkeiten und Kenntnisse vermittelt, die
die grundlegenden Tätigkeiten eines Lehrberufes oder mehrerer
Lehrberufe eines Berufsbereiches bilden. Das darauf aufbauende
einjährige Hauptmodul setzt sich aus Fertigkeiten und Kenntnissen
zusammen, die den in einem Beruf erforderlichen Qualifikationen
entsprechen. Schließlich werden während eines halben oder ganzen
Jahres in einem Spezialmodul weitere Fertigkeiten und Kenntnisse
erworben, die dem Qualifikationsbedarf eines Berufs oder
Berufszweiges im Hinblick auf seine speziellen Produktionsweisen und
Dienstleistungen entsprechen. Bartenstein: "Mit diesen Spezialmodulen
wird auch in jenen Berufsbereichen eine duale Ausbildung möglich, in
denen eine zu dünne Basisausbildung die Einführung eines
Einzellehrberufes nicht rechtfertigen würde. Durch ein gemeinsames
Grundmodul, das die Basis für mehrere Einzellehrberufe bildet, kann
die duale Ausbildung auch in neuen und wachsenden
Dienstleistungsbranchen besser etabliert werden, etwa bei
Informations- und Beratungsdiensten, Sport und Kultur oder im
Wellnessbereich."
Vorteile sieht Bartenstein sowohl für die Jugendlichen, die eine
flexiblere Gestaltung der Ausbildung, verbesserte
Kombinationsmöglichkeiten, größere Berufsmobilität und eine
leichtere Anerkennung bereits erworbener Qualifikationen bekommen,
als auch für die Wirtschaft, die auf der Basis einer breiten
Grundausbildung mit speziellen Lehrinhalten aufbauen und die
Ausbildung besser an Branchenbedürfnisse anpassen kann.
Ein Beispiel: Bisher bestehen folgende verwandte Lehrberufe
nebeneinander: Karosseriebautechnik, Kraftfahrzeugelektriker,
Kraftfahrzeugtechnik, Landmaschinentechniker, Metalltechnik -
Fahrzeugbautechnik und Baumaschinentechnik. Sie alle könnten dank der
Reform künftig zu einem Modullehrberuf "Fahrzeugtechnik" vereint
werden. Damit wäre folgende Modulstruktur denkbar:
- In 2-jährigen Grundmodul Fahrzeugtechnik könnten künftig alle
Lehrlinge die gleichen grundlegenden Fertigkeiten und Kenntnisse
aller bisherigen Lehrberufe erlernen
- Darauf aufbauend könnten die unterschiedlichen
Hauptmodule(1,5-jährig) Kraftfahrzeugtechnik, Karosseriebautechnik,
Landmaschinentechnik, Fahrzeugbautechnik sowie Baumaschinentechnik
gewählt werden. Aber auch ein völlig neues Modul z.B. die
Zweiradtechnik wäre denkbar. (bisher gibt es diese Ausbildung nicht,
da sie nach Ansicht von Sozialpartnervertretern keine ausreichend
breite Basis an Fertigkeiten und Kenntnissen für einen
Einzellehrberuf hat)
- Nach Wunsch von Betrieb und Lehrling könnte danach noch ein
Spezialmodul, das einerseits als Vertiefung der Ausbildung zu sehen
ist und auf der anderen Seite speziellen Branchenbedürfnissen
entspricht, gewählt werden. Ein Beispiel hierfür wäre die
Fahrradtechnik.
"Alles in Allem ein weiterer, wichtiger Beitrag der
Bundesregierung zur Hebung der Attraktivität der für Wirtschaft und
Jugend so wichtigen und weltweit beachteten österreichischen
Lehrausbildung", so Bartenstein abschließend.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
Ministerbüro: DI Holger Fürst, Tel: (++43-1) 71100-5193
Referat Presse: Dr. Harald Hoyer, Tel: (++43-1) 71100-2058
mailto:[email protected]
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