Wien (OTS) - "Es freut mich ganz besonders, dass es dem Jüdischen
Museum Wien vorbehalten war, eine internationale Canetti-Ausstellung
einen Tag vor dem 100. Geburtstag dieses Ausnahmeschriftstellers zu
eröffnen", sagte Direktor Karl Albrecht-Weinberger am Sonntag in
seiner Begrüßungsansprache. Er dankte der Österreichischen
Nationalbibliothek, die sich als Partner an diesem Projekt finanziell
beteiligte. "Elias Canetti - das Jahrhundert an der Gurgel packen"
wurde als Wanderausstellung vom Strauhof Zürich in Zusammenarbeit mit
der Zentralbibliothek Zürich produziert und macht nach Zürich und
Graz nun bis 25. September in Wien Station. In seiner Eröffnungsrede
zeichnete Sven Hanuschek, der Kurator der Ausstellung, ein
vielschichtiges Bild Canettis, der die wesentlichen Impulse für sein
Schaffen im Wien der Zwischenkriegszeit erhalten hatte. Hanuschek ist
auch der Autor der aktuellen Canetti-Biografie, die vor kurzem bei
Hanser erschienen ist.
Elias Canetti war die Hälfte seines Lebens ein Geheimtipp, nach
seinem Roman "Die Blendung" und dem Theaterstück "Hochzeit" schrieb
er fast nur noch an seiner großen ethnographisch-psychologischen
Untersuchung "Masse und Macht", die 1960 erschien und zunächst kaum
zur Kenntnis genommen wurde. Erst mit der dritten deutschsprachigen
Ausgabe des Romans "Die Blendung" (1963) im Münchner Hanser Verlag,
mit der Uraufführung der "Hochzeit", die 1965 in Braunschweig einen
Theaterskandal entfachte, und mit der dreibändigen Autobiografie
("Die gerettete Zunge!, 1977; "Die Fackel im Ohr", 1982; "Das
Augenspiel", 1985) wurde er einer breiteren Öffentlichkeit bekannt -
sein Ruhm wuchs in der Folge stetig und 1981 erhielt er den
Nobelpreis für Literatur.
Dennoch: Bei aller Begabung, persönliche Beziehungen zu knüpfen,
blieb Canetti ein eigensinniger und widersprüchlicher Einzelgänger.
Sein Werk steht quer zu den großen Strömungen der Literatur des 20.
Jahrhunderts. Seinen Nachlass hat er der Zentralbibliothek in Zürich
übergeben. Seit 2002 hat die Forschung Zugang zum
schriftstellerischen Teil dieses Nachlasses (Entwürfe, Varianten,
Aufzeichnungen), jedoch nicht zu den Tagebüchern und zu der privaten
Korrespondenz, die bis 2024 gesperrt bleibt. Das Jüdische Museum Wien
präsentiert "Elias Canetti (1905 - 1994) - Das Jahrhundert an der
Gurgel packen" von 24. Juli bis 25. September 2005 im Palais Eskeles.
Das Jüdische Museum Wien (1., Dorotheergasse 11) ist Sonntag bis
Freitag von 10 bis 18 Uhr, an Donnerstagen von 10 bis 20 Uhr
geöffnet. Eintritt: 5 Euro/ 2,90 Euro ermäßigt. Schulklassen in
Begleitung eines Lehrers haben freien Eintritt und eine kostenlose
Führung.
Detailinformationen zur Ausstellung und zum Begleitprogramm sind
auch im Internet unter http://www.jmw.at/ zu finden. Zusätzlich zu
den Publikationen, die die Grundlage für die Ausstellung darstellen
(Sven Hanuschek: Elias Canetti. Biographie, Carl Hanser Verlag,
München 2005. 800 S. mit 25 Abbildungen. ISBN 3-446-20584-5, ca. Euro
30,80; und Elias Canetti. Bilder aus seinem Leben. Herausgegeben von
Kristian Wachinger. 176 S. mit 400 Photographien. ISBN 3-446-20599-3,
Euro 26,70), bringt das Jüdische Museum mit freundlicher Genehmigung
der Autoren und des Hanser-Verlages eine zweisprachige Broschüre
(Deutsch/Englisch) mit den Ausstellungstexten zum Druckkostenbeitrag
von 7,- Euro heraus, die ausschließlich im Bookshop des Museums
erhältlich ist.
Zwtl.: Weitere Veranstaltungen zu Elias Canettis 100. Geburtstag
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o Ausstellung "Begegnung zweier unbequemer Zeitgenossen"
Alfred Hrdlickas Radierungen zu Masse und Macht
Urania, 1010 Wien, Uraniastraße 1,
25. Juli bis 3. September, täglich von 10 bis 20 Uhr
Vernissage am 25. Juli 2005 um 19 Uhr in der Vorhalle der Wiener
Urania
(Eröffnung: SR Dr. Bernhard Denscher in Anwesenheit des
Künstlers).
o Eine lange Nacht mit Elias Canetti
Die Nacht vom 16. auf den 17. September 2005
Die Spielräume: Cosmos Canetti, Ohrenzeuge, Marrakesch, Video-
Nacht
Ort: Wiener Urania, Uraniastr. 1, 1010 Wien
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o Die Verwandlung oder die Art sich der Macht zu entziehen
16. kulturanthropologisch-philosophisches Canetti-Symposion
13. bis 16. November
Ort: Wiener Urania, Uraniastr. 1, 1010 Wien
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rk-Fotoservice: http://www.wien.at/ma53/rkfoto/
(Schluss) sta
Rückfragehinweis:
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PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Rückfragehinweis zur Ausstellung:
Dr. Alfred Stalzer
Jüdisches Museum der Stadt Wien
Telefon: 505 31 00
presse@jmw.at oder alfred.stalzer@aon.at
Pressefotos zum Download unter: ftp://ftp.jmw.at/press/exhibits
Rückfragehinweis:
Veranstalter/Auskünfte für alle drei Veranstaltungen
Gesellschaft für Masse & Macht-Forschung
Salzachstraße 33/11, A-1200 Wien
Tel. (0043) (0)1 712 61 91-39
office@gmmf.org
Online: http://www.gmmf.org/
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VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***
OTS0033 2005-07-25/09:43
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