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"profil"-Interview: "Zeuge D" bekräftigt Vorwürfe gegen Irans designierten Präsidenten.

Mahmoud Ahmadinejad soll Mittelsmann zwischen iranischer Botschaft und Wiener Terrorteam gewesen sein.

Wien (OTS) - In einem Exklusiv-Interview in der Montag
erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" bekräftigt ein inzwischen als "Zeuge D" bekannter iranischer Flüchtling den Vorwurf, Irans designierter Präsident Ahmadinejad sei in die Wiener Kurdenmorde des Jahres 1989 verwickelt gewesen.

"Zeuge D" hatte diese Behauptung bereits am 20. Mai 2005 gegenüber dem Grünen Abgeordneten Peter Pilz aufgestellt. In einem Interview mit "profil" nimmt er nun dazu ebenso Stellung, wie zu den Quellen für seine Informationen.

Demnach war Ahmadinejad als "Reserve" vor dem Haus Linke Bahngasse
5 positioniert, in dem sich der Tatort des Anschlags befand. "Es gab ein Verhandlungsteam und ein Terrorteam", so "Zeuge D" gegenüber "profil": "Ahmadinejad war der Mittelsmann zwischen der iranischen Botschaft in Wien und dem Terrorteam. Er hatte auch die Aufgabe gehabt, die Waffen zu besorgen. Er hat sie von der Botschaft bis zum Haus, in dem die Morde begangen wurden, gebracht."

Mit Ahmadinejad als Ersatzmann habe das Terrorteam aus drei
Personen bestanden. Der nunmehr designierte iranische Präsident habe damals vor dem Haus gewartet. "Zeuge D" weiter: "Wäre einer des Terrorkommandos ausgefallen, wäre er der Ersatzmann gewesen. Er ist aber nicht in Aktion getreten."

Zudem seien noch mehrere andere iranische Agenten am Anschlag beteiligt gewesen: "Es gab noch weitere Personen - eine ergänzende Einheit zum Terrorteam. Falls das versagt hätte, wären die eingesprungen."

Seine Quelle für diese Behauptungen sei ein hochrangiges Mitglied der iranischen Revolutionsgarden namens Nasser Taighipoor, so "Zeuge D" weiter: "Ich kannte Herrn Taghipoor seit Mitte der neunziger Jahre. Er war ein Freund der Familie." Taghipoor sei zudem ein enger Freund des Sohns des ehemaligen Präsidenten Hashemi Rafsandjani gewesen.

Vor rund dreieinhalb Jahren habe sich Taghipoor ihm gegenüber offenbart - laut "Zeuge D" mit folgender Begründung: "Ich erwarte einen Auftrag, eine Reise. Und wenn ich zurück komme, dann musst du mir versprechen, dass du alles, was du heute hörst, vergisst. Aber wenn mir irgendetwas passieren sollte, darfst du die Informationen veröffentlichen." Einige Zeit später sei Taghipoor bei einem mysteriösen Tauchunfall ums Leben gekommen.

Weiters bestätigt "Zeuge D" gegenüber "profil", in der Causa Kurdenmorde inzwischen bereits vom österreichischen Innenministerium kontaktiert worden zu sein.

Der Iran hat eine Verwicklung von Mahmoud Ahmadinejad inzwischen mehrfach vehement zurückgewiesen.

Der inzwischen aus anderer Quelle erhobene Vorwurf, Ahmadinejad
habe sich bei den Kurdenmorden direkt am Tatort aufgehalten und sei dabei selbst verletzt worden, entspricht nach Recherchen von "profil" nicht den Tatsachen. Der exilierte iranische Journalist Amir Taheri hatte diese Behauptung vergangenen Freitag gegenüber der tschechischen Tageszeitung "Pravo" aufgestellt - gestützt auf Tonbänder, die den Tathergang dokumentieren und auf denen angeblich mehrmals der Name Ahmadinejad zu hören ist. "profil" konnte Einsicht in die Tonbandabschriften nehmen. Daraus geht hervor, dass diese Behauptung durch nichts zu untermauern ist.

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