- 26.05.2005, 09:00:00
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"News" und die "Sektenkeule"
FOREF warnt vor pauschaler Stigmatisierung religiöser Minderheiten
Wien (OTS) - Das Forum Religionsfreiheit (FOREF,
www.religionsfreiheit.at) wendet sich gegen die Kriminalisierung von
religiösen Minderheiten in den Medien. Anlass zu zahlreichen Anfragen
bei FOREF gibt die Coverstory der "News" vom 19. Mai 2005. Der
reißerische Titel des "News"- Artikels lautet: "Gewalt. Drogen.
Sekten. Missbrauch: Wer schützt unsere Kinder?"
Religiöse Minderheiten werden hier abwertend als "Sekten"
bezeichnet und gleichzeitig mit Gewalt, Drogen und Missbrauch in
einem Atemzug genannt.
Willy Fautre von "Menschenrechte Ohne Grenzen" (HRWF) kritisiert
den leichtfertigen Gebrauch des Sektenbegriffs: " Dieser Ausdruck
wurde in den letzten dreißig Jahren von den Sektenstellen der
Großkirchen und einigen Medien zu einem Kampfbegriff hochstilisiert.
Heute gilt es als eine beliebte Methode, mit dem Sekten-Stigma
Konkurrenten abzuschießen."
Die oft von den "Sekten-Experten" behauptete Annahme, von den
kleinen Religionsgemeinschaften gehe ein spezielles Konfliktpotential
aus, beruht nicht auf empirischen Tatsachen. Dies wurde gestern von
Seiten des Bundeskriminalamtes der FOREF- Redaktion bestätigt. Seit
mehreren Jahren wurden keinerlei Straftaten seitens der "Sekten"
gemeldet. Von Satanisten hingegen gab es hin und wieder
Gesetzesübertretungen. "Extrem irreführend" befindet FOREF- Initiator
Peter Zöhrer, "ist, dass in der "News"-Story religiöse Vereinigungen
mit den Satanisten in einen "Sektentopf" geworfen werden, wobei die
totalen Gegensätze dieser beiden Gruppierungen doch so offensichtlich
sind".
"Sicher könnten viele Mitglieder der sog. "Sekten " dem "News"
Appell gegen Drogen, Gewalt, Satanismus und Missbrauch vollherzig
zustimmen. Gerade in religiösen Minderheiten findet man häufig
Aktivisten, die auf diese Übel aufmerksam machen. Deshalb ist es
besonders unfair, diese Menschen in die gleiche Gefahrenkategorie
einzureihen", meint Zöhrer.
"Dass es ein paar schwarze Schafe unter den über 500 religiösen
Gruppen gibt, ist möglich. Man darf sich aber keinesfalls dazu
verleiten lassen, zahlreiche unschuldige Familien abzustempeln, nur
weil sie einer anderen Glaubensrichtung angehören; auch wenn diese
nicht vom Staat anerkannt ist", sagt Günther A. Rusznak, Sprecher des
Forums.
Ingrid L. aus Wien, eine der zahlreichen Mütter deren Kinder Opfer
von Diskriminierung religiöser Minderheiten wurden, stellte zum
besagten "News"-Artikel die Frage: "Wer schützt meine Kinder vor der
Stigmatisierung der Boulevard-Presse?"
Rückfragehinweis:
FOREF- Pressesprecher: Günther A. Rusznak
Tel: 069988465804
E-Mail: [email protected]
Website (deutsch): www.religionsfreiheit.at
Website (englisch): www.religiousfreedom.info
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