Linz (OTS) - Die Arbeiterkammer, der ÖGB OÖ, die Wirtschaftskammer und die Katholische Betriebsseelsorge veranstalteten heute in Linz, Altes Rathaus, eine Fachtagung zum Thema "Mobbing". AK-Präsident und ÖGB OÖ-Vorsitzender Dr. Johann Kalliauer, Bischof Maximilian Aichern und WK-Vizepräsidentin Mag. Ulrike Rabmer-Koller eröffneten die Tagung, als Referenten konnten der Mobbingforscher Mag. Dr. Klaus Niedl und die Mediatorin und Soziologin Mag.a Gertraud Hinterseer gewonnen werden.
Mag. Dr. Klaus Niedl beleuchtete das Phänomen Mobbing in seinen Ursachen, Formen, Kosten und Auswirkungen. Sein Fazit: "Während in vielen Bereichen nach Unternehmensoptimierungen gesucht wird, bleibt beim Thema Mobbing das Geld auf der Straße liegen. Durch geeignete Prävention können Unternehmen Mobbing verhindern. Damit werden z.T. beträchtliche Produktivitätsverluste und dadurch verursachte Kosten reduziert. Alleine der ungewollte Abgang einer gemobbten Sekretärin kostet ein Unternehmen ca. 10.000 Euro an Such- und Einarbeitungskosten."
Die Mediatorin und Soziologin Mag.a Gertraud Hinterseer ging der Frage nach: Was kann man gegen Mobbing tun? Die Erfahrungen aus der Praxis machen deutlich, dass die größten Chancen bei frühzeitigem Eingreifen in die Mobbingdynamik bestehen. "Am Arbeitsplatz ist das Dulden von unfairen, verdeckten Angriffen gegen eine Person längerfristig mit hohen Kosten verbunden: menschlich, persönlich, betrieblich und finanziell," weiß Mag.a Hinterseer. AK-Präsident und Vorsitzender des ÖGB OÖ Dr. Johann Kalliauer betrachtete das Thema Mobbing aus der Sicht der Arbeitnehmer/innen: "Der Druck auf die Beschäftigten in den Betrieben nimmt zu und gleichzeitig ist die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes sehr groß. Beides begünstigt Mobbing. Die Arbeiterkammer und der ÖGB versuchen dem auf mehreren Ebenen entgegen zu wirken: Im Rahmen der AK-Rechtsberatung werden auch von Mobbing betroffene Arbeitnehmer/-innen beraten, und der ÖGB betreibt eine eigene Mobbing-Hotline. Gewerkschaftsmitglieder, die wegen Mobbing eine Therapie brauchen, erhalten Teile der Kosten vom ÖGB rückvergütet."
WK Vizepräsidentin Mag. Ulrike Rabmer-Koller: "Neben dem menschlichen Schicksal und den Einzeltragödien, die sich beim Auftreten von Mobbing am Arbeitsplatz auftun, bringt die Existenz von Mobbing und deren Nichtlösung immer auch hohe wirtschaftliche Verluste für die Unternehmen mit sich. Bei gemobbten Beschäftigten geht die Arbeitszufriedenheit verloren und die Anzahl der krankheitsbedingten Fehlzeiten nimmt zu. All das führt neben dem angesprochenen menschlichen Leid zu sinkender Produktivität und nicht zuletzt dazu, dass der Ruf des Unternehmens in Mitleidenschaft gezogen wird. Für die Betriebe und nicht zuletzt die Wirtschaftskammer als deren Interessensvertretung ist Mobbing deshalb ein Thema, dem rechtzeitig entgegenzutreten ist."
Bischof Maximilian Aichern: "Mobbing macht die Seele krank. Deshalb sind Konflikte und speziell Mobbing am Arbeitsplatz auch ein Thema der Betriebsseelsorge, und deshalb gibt es auch das Mobbing-Telefon der Betriebsseelsorge. Der Kirche ist wichtig, dass der Mensch in der Arbeitswelt nicht unter die Räder kommt - angesichts des steigenden Drucks muss dem Menschlichen mehr Aufmerksamkeit gegeben werden. Um das berühmte Motto von Kardinal Joseph Cardijn abzuwandeln: Jeder Mensch, jeder Arbeiter und jede Arbeiterin ist mehr wert als alles Gold der Erde!"
Mobbing-Hotlines: ÖGB OÖ: 0800 201270 (jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat von 17 bis 19 Uhr für Gewerkschaftsmitglieder) AK-Rechtsberatung: 050/6906-1 Mobbing-Telefon der Betriebsseelsorge: 0732/7610-3610 (jeden Montag von 17 - 20 Uhr, ausgenommen Feiertag).
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