• 15.09.2004, 09:00:00
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Edlinger: Ukraine sollte für die EU höhere Priorität haben

Internationale Fachtagung "Die Ukraine auf dem Weg in die EU"

Wien (OTS) - "Die Ukraine sollte als Teil des europäischen
Kulturraumes bei einer Erweiterung der EU höhere Priorität haben",
erklärte der Präsident der Österreichisch-Ukrainischen Gesellschaft,
der frühere Finanzminister Rudolf EDLINGER am Mittwoch, einen Tag vor
Beginn einer internationalen Fachtagung in Wien zum Thema "Die
Ukraine auf dem Weg in die EU", die von der Gesellschaft initiiert
und organisiert wurde und an der unter anderen auch der erste
Präsident der Ukraine, Leonid KRAWTSCHUK, der Präsident des
Europarates, Peter SCHIEDER sowie Manfred LOHMANN vom
Konrad-Adenauer-Institut teilnehmen werden.

"Die Europäische Union ist noch lange nicht am Ende ihrer
Entwicklung", meint Edlinger. Mit der Erweiterung der Europäischen
Union am 1. Mai sei die Ukraine ein direkter Nachbarstaat der EU
geworden. Bis an die Westgrenze der Ukraine sei es von Wien aus
weniger weit als bis an die Westgrenze Österreichs. Die Ukraine sei
reich an Menschen, verfüge weltweit über die größten Flächen
fruchtbarer Schwarzerde, habe eine leistungsfähige Industrie und eine
gute verkehrspolitische Lage zwischen Westeuropa und Asien. Das
erkenne vor allem die Wirtschaft. Auf bilateraler Ebene entwickeln
sich zwischen Österreich und der Ukraine vor allem die
Handelsbeziehungen hervorragend: man eile von einem Rekord zum
nächsten bei den gegenseitigen Exporten und Importen. Die Ukraine
gehöre zu den wichtigsten Handelspartnern Österreichs in Osteuropa.
Die Ukraine sei daher auch für die Europäische Union insgesamt eine
Chance, meint Edlinger.

Nicht nur die wirtschaftlichen Beziehungen der Ukraine sind sehr
stark nach Europa orientiert. Die Ukraine zähle auch eindeutig zum
europäischen Kulturkreis, betont Edlinger. Sie war stets ein Teil der
europäischen Geschichte und Politik. Während der Jahrzehnte
kommunistischer Herrschaft seinen zwar Unterschiede in der
Wirtschafts- und Rechtsordnung entstanden, die nun aber rapide
abgebaut würden. Die Europäische Union und die Ukraine hätten zu
einer intensiven Zusammenarbeit gefunden, um wesentliche rechtliche,
wirtschaftliche Strukturen der Ukraine an jene der Europäischen Union
anzunähern. Das sei eine wichtige Voraussetzung für eine
funktionierende politische und Wirtschaftsgemeinschaft, so Edlinger.

All das spreche ganz eindeutig dafür, dass die Integration der
Ukraine in die Europäische Union - bei entsprechenden Bemühungen
beider Seiten - nur eine Frage der Zeit sei, meint Edlinger. Die
eindrucksvolle Entwicklung der osteuropäischen Staaten seit 1989 sei
der klare Beweis, dass sich Ost und West erfolgreich und rasch
aufeinander zu bewegen.

Sehr wichtig sei aber, nach den Stacheldrahtzäunen an den Grenzen
auch die Barrieren in den Köpfen der Menschen abbauen. Und zu den
Einrichtungen, die das tatkräftig unterstützen, zähle die
Österreichisch-Ukrainische Gesellschaft als Veranstalter der Tagung.

Die Tagung findet am 16. September im Karl-Renner-Institut (Wien
12, Hoffingergasse 26-28) statt, beginnt um 10 Uhr mit Vorträgen von
Edlinger, Krawtschuk, Lohmann und Schieder und wird um 14 Uhr mit
einer Podiumsdiskussion abgeschlossen.

Während der Fachtagung findet um 13 Uhr ein Pressegespräch mit
KRAWTSCHUK und EDLINGER statt.

Für die Teilnahme an der Veranstaltung ist eine Anmeldung
erforderlich (Tel. 53427/1423).

OTS0013    2004-09-15/09:00

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