- 07.09.2004, 10:57:07
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RISIKO SCHULWEG: KfV-UMFRAGE ZEIGT GEFÄHRLICHE UNKENNTNIS DER AUTOFAHRER
Dramatischer Anstieg der am Schulweg verunglückten Kinder - Zwei Drittel der Lenker sind in Sachen Kindersicherheit erschreckend ahnungslos unterwegs
Wien (OTS) - Mit der Schule beginnt der Ernst des Lebens, mit dem
Schulweg nur allzu oft die Frage des Überlebens: Plus 7 Prozent auf
dem Schulweg verunglückte Kinder im Jahr 2003 - das sind ganze zwei
Schulklassen mehr als im Jahr 2002! Der Anstieg der Unfallzahlen
kommt nicht von ungefähr: 70 Prozent der Schulwegunfälle ereignen
sich im Ortsgebiet, wo jeder zweite Kfz-Lenker das 50km/h-Limit
überschreitet und drei von vier Fahrern Tempo 30-Zonen ignorieren.
Und nicht nur Unvernunft, sondern auch Unkenntnis herrscht. Dass das
Sicherheitsbewusstsein vieler Erwachsener selbst noch in den
Kinderschuhen steckt, zeigt eine aktuelle Umfrage des Kuratoriums für
Verkehrssicherheit: Fast zwei Drittel der Autofahrer wissen nicht um
den immer und überall geltenden Vorrang für Kinder Bescheid.
KfV-Umfrage zeigt erschreckenden Kenntnismangel bei Kfz-Lenkern
Die KfV-Blitzumfrage unter 260 Lenkerinnen und Lenkern zu Schulbeginn
in Wien beweist den Besorgnis erregenden Kenntnismangel der
Kraftfahrer in Sachen StVO-Kindersicherheit: Rund 63 Prozent der
Befragten glauben, dass man Kinder nur auf dem Zebrastreifen oder vor
Schulen die Fahrbahn queren lassen müsse. Ein oft folgenschwerer
Trugschluss.
Unsichtbar - und unbekannt: der überall geltende Schutzweg für Kinder
Dabei gilt immer und überall im Straßenverkehr gemäß §29a StVO der
"Unsichtbare Schutzweg für Kinder": Vermag der Lenker eines Fahrzeugs
zu erkennen, dass Kinder die Fahrbahn einzeln oder in Gruppen,
beaufsichtigt oder unbeaufsichtigt, überqueren oder überqueren
wollen, so hat er ihnen das unbehinderte und ungefährdete Überqueren
der Fahrbahn zu ermöglichen und muss, falls dazu erforderlich,
anhalten.
Schutzweg - Schutz weg?
Sichtbar, doch noch lang nicht sicher: Auch der sichtbare Schutzweg
bedeutet für Kinder kein sicheres Terrain - ein Drittel aller
Schulwegunfälle ereignen sich auf Schutzwegen! Und die
Schutzweg-Unfallzahlen steigen österreichweit stetig an. Dabei ist
der Vorrang für Fußgänger auf und vor dem Schutzweg den meisten
Kfz-Lenkern bereits bekannt. Die Anhaltebereitschaft ist also zumeist
keine Frage der Gesetzeskenntnis, sondern der Toleranz und
Rücksichtnahme. Höchste Zeit also für Nachhilfestunden - diesmal für
die Erwachsenen. Damit der Schulweg unserer Kinder Lebensraum, nicht
Todeszone ist.
In Sachen Sicherheit: Schulweg-Regeln für Autofahrer
Zur Erinnerung die wichtigsten Regeln für Autofahrer rund um die
Kindersicherheit im Straßenverkehr:
- Der Vertrauensgrundsatz ist bei Kindern nicht anwendbar! Jedes
Verhalten des Kindes, auch das unvernünftigste, muss jederzeit
einkalkuliert werden.
- Der "Unsichtbare Schutzweg": Immer und überall ist Kindern, selbst
wenn sie in Begleitung sind, die ungefährdete Querung der Fahrbahn zu
ermöglichen.
- Autofahrer müssen überall dort, wo mit Kindern gerechnet werden
muss - auch wenn noch keine in Sicht sind - langsamer fahren. Also
besonders im Umkreis von Kindergärten, Schulen, Sport- und
Spielplätzen und ähnlichen Institutionen.
- Wer an Orten wie diesen zu schnell unterwegs ist, dem drohen neben
einer hohen Geldstrafe auch Führerscheinentzug und Nachschulung.
Schulweg-Sicherheit nach Plan
Experten des Kuratoriums für Verkehrssicherheit, der MA 46 und der
Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) entwickeln derzeit
spezielle Schulwegpläne mit Tipps rund um den sicheren Schulweg für
Eltern und Kinder sowie Empfehlungen in puncto sichere
Straßenraumgestaltung für Verkehrsplaner und Gemeinden.
Wien, 7.9.2004
OTS0078 2004-09-07/10:57
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