• 29.01.2004, 10:33:47
  • /
  • OTS0079 OTW0079

Hochkarätige Universitätsdiskussion beschäftigte sich mit der Bildungszukunft

Ambrozy: Die Universität Klagenfurt muss ausgebaut und stärk gefördert werden, Klagenfurt (SP-KTN) - Unter dem Motto "Zukunft der Universitäten - Abstieg oder Weltklasse" fand am Mittwoch an der Universität Klagenfurt, auf Einladung der Zukunftswerkstätte, des Verbands Sozialdemokratischer Studenten Österreichs und der SPÖ-Kärnten, eine hochkarätige Bildungsdiskussion statt. Mehr als 150 Interessierte waren gekommen, um über die Universitätsreform, die Studiengebühren und die Zukunft der Universität Klagenfurt zu diskutieren.

Stellvertretend für alle Studierenden konnte sich Martin Hölbling
über die Rückerstattung der Studiengebühren freuen. (v.l.n.r.:
Stefan Otti, Martin Hölbling, LAbg. Peter Kaiser, Dr. Peter Ambrozy
und NRAbg.Josef Broukal)

SP-Spitzenkandidat Peter Ambrozy präsentierte bei der Diskussion
das Bildungsprogramm der Kärntner Sozialdemokraten und seine Visionen
für die Zukunft der Klagenfurter Alma Mater. Er forderte leistbares
Wohnen für Studierende, einen Verkehrsplan zur besseren Anbindung der
Universität, sowie die Absicherung und den weiteren Ausbau der
Klagenfurter Uni. "Zuwenig Geld für die Klagenfurter Alma Mater ist
nicht die Folge eines Budgetlochs in Österreich, sondern die falsche
Antwort auf die Frage, was sind uns Ausbildung, Forschung und Zukunft
wert", so Ambrozy. Die Verteilung von Wissen und Bildung ist in
Kärnten von entscheidender politischer, sozialer und wirtschaftlicher
Bedeutung; sie legt die Basis zu einer sozial gerechten Gesellschaft
und zu einer wettbewerbsfähigen Kärntner Wirtschaft.

Ambrozy lobte die Arbeit der Universität Klagenfurt und betonte,
dass die Kärntner Sozialdemokraten für eine Stärkung der Universität
und der Fachhochschulen eintreten. "Ich will die Klagenfurter Alma
Mater insbesondere im Forschungsbereich und hinsichtlich
grenzüberschreitender Aktivitäten ausbauen und eine vierte Fakultät,
nämlich eine technische Fakultät, umsetzen", so Ambrozy. Die
Anforderungen der Wirtschaft sollen mit bestausgebildeten
Know-How-Trägern beantwortet, die bestehenden Universitätsangebote
abgesichert werden. Außerdem existieren in Kärnten fundierte
technische Ausbildungsmöglichkeiten im sekundären Bereich, die die
besten Vorraussetzungen für eben diese technische Fakultät
darstellen.

"Der gebührenfreie Zugang zu allen öffentlichen
Bildungseinrichtungen ist eine zentrale Forderung, daher wird uns
kein Weg zu mühsam sein, um die Studiengebühren, die Jörg Haider in
den Himmel lobt, abzuschaffen", formulierte Ambrozy klar.

Ass.-Prof. Dr. Susanne Dermutz bezeichnete die Universitätsreform
der Bundesregierung als "Deform". Mit der Einführung der
Studiengebühren seien weitere Barrieren aufgebaut worden, so Dermutz,
die davor warnte, die Universitäten nur auf den Output der
Wissenschaft für die Wirtschaft zu reduzieren. "Die Studiengebühren
sind Ausgrenzungsinstrumente, die einen Selektionsmechanismus
auslösen, der Frauen besonders hart trifft", kritisierte Dermutz.

Univ.-Prof. Dr. Winfried Müller übte scharfe Kritik an der
Universitätsreform, die für ihn einen inakzeptablen Umgang mit
Personal und Studierenden darstellt und zeigte auf, dass
Karrieremodelle für Universitätsmitarbeiter völlig fehlen. Müller
kritisierte auch die Erhöhung des Verwaltungsaufwands. "Die
Leistungsverträge sind auch nicht mehr als ein Instrument der
Gängelei. Frauenförderung vermisse ich in der Reform gänzlich", so
Müller.

NRAbg. Josef Broukal meinte zum Universitätsgesetz, dass man nicht
ein Gesetz machen könne, durch das die Rektoren über die
Universitäten herrschen können wie über ihr Privateigentum. "Manche
Rektoren, wie jener der Universität Klagenfurt, lassen aber alle
mitbestimmen, obwohl sie es nicht mehr müssen", lobte Broukal. Der
Wissenschaftssprecher der SPÖ kritisierte die falsche
Prioritätensetzung der Bundesregierung. "Auf der einen Seite gibt es
Steuergeschenke ohne Lenkungseffekt, auf der anderen werden
Wissenschaft und Forschung kaputtgespart, wir würden das auf jeden
Fall anders machen", erklärte Broukal.

Bei der Diskussionsveranstaltung setzte die SPÖ-Kärnten auch eine
symbolische Geste. Stellvertretend für alle anderen Studierenden
konnte die SPÖ einem Klagenfurter Studenten die Studiengebühr
zurückgegeben. Der Gewinner Martin Hölbling aus Klagenfurt wurde
durch das Los ermittelt.

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | DS9

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel