Leitl gratuliert Tumpel-Gugerell zu Unterstützung des EU-Parlaments für EZB-Job

EZB braucht neuen Elan und mehr Entscheidungsfreude

Wien (PWK 299) - "Nach dem souveränen Auftritt, den OeNB-Vizegouverneurin Gertrude Tumpel-Gugerell bei der Anhörung vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments absolviert hat, war die jetzige überwältigende Zustimmung der EU-Abgeordneten für ihre Kandidatur als EZB-Direktorin praktisch eine Formsache. Als Präsident der europäischen Wirtschaftskammern EUROCHAMBRES und der Wirtschaftskammer Österreich möchte ich Frau Tumpel-Gugerell herzlich gratulieren und ihr alles Gute für die neue Position wünschen", sagt WKÖ-Präsident Christoph Leitl.

Angesichts der schwierigen Lage der europäischen Konjunktur habe Tumpel-Gugerell eine "sehr spannende aber auch äußerst verantwortungsvolle Aufgabe vor sich". Er, Leitl, hoffe, dass es Tumpel-Gugerell gelingt, "neuen Elan und mehr Entscheidungsfreudigkeit" in die EZB-Gremien" einzubringen.

"Ich mache kein Hehl daraus, dass die Entschlusskraft der EZB aus Sicht der europäischen und der österreichischen Wirtschaft zu wünschen übrig lässt. Wenn Europa in dieser schwierigen ökonomischen Situation wieder auf den Pfad eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums kommen soll, sind strukturelle Reformen ebenso notwendig wie eine aktive Geldpolitik", insistiert der WKÖ- und EUROCHAMBRES-Präsident. "Die EZB hat angesichts sinkender Inflationsraten, des vergleichsweise günstigen Ölpreises und der Aufwertung des Euro ausreichend Handlungsspielraum für eine rasche und deutliche Zinssenkung. Den sollte sie rasch nützen und die Zinsen um zumindest einen halben Prozentpunkt zurücknehmen." Immerhin seien die Euro-Leitzinsen doppelt so hoch wie in den USA und den EU-Finanzministern aufgrund der Vorgaben des Wachstums- und Stabilitätspakts in der Fiskalpolitik die Hände gebunden.

"Ein deutlicher Zinsschritt könnte angesichts des Anstiegs des Euro-Kurses als eine Art ökonomisches Gegengewicht wirken", ergänzt Markus Beyrer, Leiter der Stabsabteilung Wirtschaftspolitik der WKÖ:
"Auch wenn das Erstarken des Euro noch kein Grund zur Panik ist, sollte die EZB schnell handeln, zumal geldpolitische Entscheidungen erst mit einer Verspätung von zumindest sechs Monaten auf die Realwirtschaft wirken."

"Ich bin mir sicher, dass Frau Tumpel-Gugerell ihre Sache als EZB-Direktorin exzellent machen wird und biete eine gute Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Österreich und EUROCHAMBRES an," so Leitl abschließend.

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