• 13.03.2003, 11:56:21
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NS-Gräueltaten auf dem "Militärschießplatz Kagran"

Neues Buch über Hinrichtungen im Donaupark in der NS-Zeit

Wien (OTS) - Im Beisein des Bezirksvorstehers der Donaustadt,
Franz-Karl Effenberg, wurde am Mittwoch in der Gartenbauschule Kagran
das Buch "Militärschießplatz Kagran" präsentiert. Einst befand sich
auf dem Donaupark-Gelände eine militärische Schießstätte. In der Zeit
des Nationalsozialismus wurden auf diesem Areal zahlreiche Soldaten
der Wehrmacht (wegen "Fahnenflucht" oder "Wehrkraft-Zersetzung")
sowie Feuerwehrmänner, Polizisten und Widerstandskämpfer
hingerichtet. Prof. Herbert Exenberger und Heinz Riedel erklären die
Geschichte des Grundstücks und veröffentlichen Angaben zu 129 Opfern
des NS-Regimes. Der 112 Seiten starke Band ist in der "Schriftenreihe
zur Geschichte der NS-Gewaltverbrechen" des Dokumentationsarchivs des
österreichischen Widerstandes erschienen und trägt die Nummer 6. Die
Publikation kostet 5 Euro (zzgl. Porto), telefonische Bestellungen
nimmt das Dokumentationsarchiv ab sofort unter der Rufnummer 534 36
Klappe 90319 entgegen.

Das Buch ist auch von Montag bis Donnerstag zwischen 9 und 17
Uhr im Sekretariat des Dokumentationsarchivs ("Altes Rathaus", Wien
1., Wipplinger Straße 6-8) erhältlich.****

Seit dem Jahre 1984 erinnert ein Gedenkstein im Donaupark an das
Geschehen in den Jahren des Nationalsozialismus, jetzt liegt eine
umfassende publizistische Aufarbeitung vor. Prof. Herbert Exenberger
und Heinz Riedel berichten über 129 Menschen, die im Zeitraum von
1940 bis 1945 auf dem "Militärschießplatz Kagran" ihr Leben lassen
mussten. Soldaten der deutschen Wehrmacht wurden etwa wegen
"Wehrkraft-Zersetzung" exekutiert, Exenberger und Riedel gehen auch
auf die Hinrichtung zweier Feuerwehrmänner am 31. Oktober 1944 ein.
Den Feuerwehrleuten waren Handlungen wie die Sammlung von Spenden für
Familien verfolgter Kollegen angelastet worden. Überdies werden die
Erschießung belgischer Widerstandskämpfer sowie Exekutionen von
Polizeibeamten (auf Grund ihrer Homosexualität) aufgezeigt. Ein
Beitrag von Maria Fritsche ("Militärjustiz als Terrorjustiz -
Strafverfolgung ungehorsamer Soldaten im Nationalsozialismus") rundet
das nachdenklich stimmende Werk ab.

Allgemeine Informationen:
o Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes:
http://www.doew.at/
(Schluss) enz

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Oskar Enzfelder
Tel.: 4000/81 057
mailto:[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK

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