- 16.07.2002, 09:36:19
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Wiener Grüne/Spekulationsfall 19: Ohne Ausschreibung einfach billiger...
David Ellensohn: "Anfangsschreck in der Praterstraße 19 jedoch überstanden"
Wien (Grüne) - Im Erdgeschoss ein Beisl und eine Schneiderei,
darüber eine Zahnarztpraxis, ein Architekturbüro und eine Handvoll
Wohnungen. "Die Praterstraße 19, das Wohnhaus ‚Zum Jonas' im 2.
Bezirk wechselte Anfang 2001 die Besitzerin. Wiener Wohnen verkaufte
das denkmalgeschützte Städtische Wohnhaus an die Wiener
Chirurgen-Familie Roka", erklärt David Ellensohn, Wohnbausprecher der
Wiener Grünen den heutigen Fall. "Die Mieter und Mieterinnen im Haus
waren durch den plötzlichen Eigentümer-Wechsel stark beunruhigt."
Die Mobile Gebietsbetreuung der Stadt Wien wurde kontaktiert, die
größten Sorgen konnten ausgeräumt werden. Die Angst vor
Absiedlungsdruck erwies sich (bislang) als unbegründet, Mietverträge
und Mietzinsvorschreibungen wurden überprüft und die zu hoch
berechneten Erhaltungs- und Verbesserungsbeiträge nach Reklamation
der MieterInnen von der Hausverwaltung korrigiert. "Im Gegensatz zur
Praterstraße 10, wo der neue Eigentümer Lenikus den MieterInnen zum
Teil schwer zusetzt und mit exorbitanten Mietsteigerungen droht,
herrscht in der Praterstraße 19 mittlerweile Frieden", zollt
Ellensohn nicht nur den Bemühungen der Mobilen Gebietsbetreuung
Respekt: "Die Familie Roka scheint sich so weit korrekt zu verhalten
und ihr kann aus dem Kauf auch kein Vorwurf gemacht werden."
Wo ist dann die Geschichte? Kurz die Eckdaten des ehemals
Städtischen Wohnhauses Praterstraße 19: Im Erdgeschoss das Lokal "Zum
Mahder" und eine Änderungsschneiderei, darüber die Praxis einer
Zahnärztin und ein Architekturbüro, dazu mehrere Wohnungen auf vier
Stockwerken. "Was kostet nun dieses passable fünfgeschossige
Althaus?" fragt sich nun der Wohnbausprecher.
Ellensohn: "Wiener Wohnen trennte sich für nicht ganz 600.000 Euro
von diesem Objekt. Es stellen sich einmal mehr die Fragen: Warum
trennt sich Wiener Wohnen des öfteren preisgünstig von Städtischen
Wohnhäusern? Warum erfolgt der Verkauf ohne Ausschreibung und wem
gibt Stadtrat Faymann eigentlich den Zuschlag, wenn vorher keine
Ausschreibung stattgefunden hat."
Die Vorgänge rund um die dilettantischen Verkäufe von Städtischen
Wohnhäusern durch SP-Stadtrat Werner Faymann müssen aufgedeckt
werden. Die Grünen haben das Kontrollamt eingeschaltet.
Genaue Daten und Fotos zu allen Spekulationshäusern finden Sie auf
wien.gruene.at
Rückfragehinweis: Pressereferat des Grünen Klubs im Wiener Rathaus
Tel.: (0043-1) 4000 - 81814
http://wien.gruene.at
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