- 26.04.2002, 14:26:14
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SJ-Dvorak: "Lueger-Ring unerträgliche Symbolik"
SJ fordert am morgigen Landesparteitag der SPÖ-Wien die Umbenennung des Lueger-Rings
Wien (OTS) - Im Rahmen einer Aktion vor der Universität Wien am
Dr.-Karl-Lueger Ring verlieh die Sozialistische Jugend Wien ihrer
Forderung Nachdruck, den Lueger-Ring in "Bertha von Suttner-Ring"
umzubenennen. Symbolisch wurde am Straßenschild vor der Uni Wien eine
"Klarstellung" vorgenommen, das dort angebrachte Straßenschild mit
der Aufschrift "Dr.-Karl-Lueger-Ring" wurde kurzzeitig durch ein
Schild mit der Aufschrift "1., Antisemitenring" ergänzt. Fotos der
Aktion sind abrufbar unter www.sj-wien/antisemitenring
Der Vorsitzende der SJ-Wien, Ludwig Dvorak, führte zur Initiative
der SJ-Wien aus: "Es ist eine unerträgliche Symbolik, dass
ausgerechnet jener Ort, der wie kein anderer für das geistige Leben
Wiens steht, nämlich die Universität Wien, nach einer Person benannt
ist, die das genaue Gegenteil von Toleranz und intellektueller
Offenheit verkörpert. Der Name Lueger ist untrennbar verbunden mit
der spezifisch österreichischen Ausprägung des Antisemitismus, Lueger
war puncto Judenhetze zweifellos Hitlers Lehrmeister".
"Die kritische Auseinandersetzung mit der Person Luegers", so
Dvorak weiter, "ist ein Tabu, dem sich bisher auch die
Sozialdemokratie gebeugt hat". Damit müsse nun endlich Schluß sein.
Die Gemeinderatswahlen 2001 seien zu einem guten Teil durch
vehementes Auftreten der SPÖ gegen antisemitische Töne im Wahlkampf
gewonnen worden, es sei nun an der Zeit, so der SJ-Vorsitzende, "den
Worten Taten folgen zu lassen".
Die Sozialistische Jugend Wien fordert daher am morgigen Parteitag
im Rahmen eines umfassenden Antrages neben der Umbennenung des
Lueger-Rings in "Bertha-von-Suttner-Ring" die Entfernung der
Nazi-Gedenktafel an Luegers Geburtshaus sowie die Umbenennung des
Lueger-Platzes in "Platz des 8. Mai". "Wir wollen keine Denkmäler
stürmen, sondern klar machen, dass Antisemitismus eine Pest ist, die
in Wien keinen Platz mehr hat. Es geht uns dabei auch darum, ein
klares Signal gegen den Umgang mit den dunklen Seiten der
österreichischen Vergangenheit durch die gegenwärtige Bundesregierung
zu setzen: Statt zu verharmlosen, totzuschweigen und aufzurechnen
stellen wir uns dem was passiert ist, um daraus zu lernen", so
Dvorak. Daß diese Politik auch in der SPÖ nicht nur Anhänger habe,
sei ihm bewusst, trotzdem erhoffe er sich bei der Parteibasis breite
Unterstützung für den Antrag der SJ, so Dvorak abschließend.
Rückfragehinweis:
Florian Wenninger
Tel.: 0699-1713 9 713
mailto:[email protected]
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