- 14.03.2002, 11:22:00
- /
- OTS0093 OTW0093
Kossina: Stadt Wien setzt auf Biolandbau=
"Selbsternte-Projekte" - der Renner
Wien, (OTS) Die Landwirtschaft hat im Wiener Stadtgebiet eine
lange Tradition. Seit Jahrhunderten wird in Wien Acker-, Gemüse- und
Weinbau betrieben. Etwa ein Fünftel der Fläche Wiens wird heute
landwirtschaftlich genutzt. Mit dieser Fläche könnte der jährliche
Gemüsebedarf der Wiener Bevölkerung gedeckt werden. Allein ein
Verzicht auf die Paradeiser-Ernte der Simmeringer Haide würde eine
zusätzliche Verkehrsbelastung von 2 Millionen LKW-Kilometer pro Jahr
bedeuten.
Schon jetzt wird darauf geachtet, dass die Betriebe
umweltfreundlich wirtschaften. So werden im Glashausbetrieb heute
viele Spritzmittel durch Nützlinge ersetzt. Die natürlichen Feinde
von Kulturpflanzenschädlingen werden in einer eigenen Einrichtung
("Biohelp") gezüchtet und dann in den Glashäusern ausgebracht. "Die
Agrarwende ist unumkehrbar. Die traditionellen landwirtschaftlichen
Betriebe müssen wieder natur- und umweltgerechter wirtschaften. Nicht
reiner Umsatzgewinn, sondern auch Vertrauensgewinn und Imageaufbau
sind die Eckpfeiler der Wiener Landwirtschaft", meinte
Umweltstadträtin Dipl. Ing. Isabella Kossina bei einem Mediengespräch
am Donnerstag. "Wir müssen uns stets vor Augen halten, dass der
Konsument im Vordergrund steht."****
Faktum ist aber, dass der überwiegende Anteil an Gemüse nicht in
Wien vermarktet wird. "Mein Ziel ist es, dass die Direktvermarktung
in Wien ausgebaut wird. Der Konsument profitiert doppelt: Das Gemüse
ist frisch, der Güterverkehr in der Stadt nimmt ab", so
Umweltstadträtin Isabella Kossina.
Es besteht auch der Wunsch, eine Dachmarke für landwirtschaftliche
und Gartenbauprodukte zu initiieren. Auch die Landwirtschaftskammer
zeigte diesbezüglich großes Interesse. Für den Endverbraucher ist es
dann klar ersichtlich, dass er Wiener Ware kauft.
Stadt Wien - einer der größten Biobauern Österreichs
Die Wiener Biobauern setzen derzeit hauptsächlich auf "ab Hof
Verkauf" und Herstellung einfacher Folgeprodukte. Zielsetzung ist,
die Anzahl der Biobetriebe in Wien zu erhöhen, um damit das
zunehmende Konsumenteninteresse an direktem Kontakt mit den
Produzenten abzudecken.
Die Stadt Wien ist einer der größten Biobetriebe Österreichs.
Mittlerweile werden auf Wiener Stadtgebiet über 700 ha biologisch
bewirtschaftet. Die beiden gemeindeeigenen Biobetriebe sind das
Stadtgut Lobau und der Schafflerhof in Essling. Im Vordergrund
steht die Produktion von Bio-Kartoffeln und Getreide, aber auch der
Gemüseanbau kommt nicht zu kurz. Bei der Gemüsevermarktung verfolgen
die beiden Betriebe zwei unterschiedliche "Philosophien:
o Am betriebseignen Biostand in Groß Enzersdorf (Lobaustraße 53)
werden im Sommer Gemüsesorten (Karotten, Zwiebel, Fisolen,
Sellerie, Paradeiser, Paprika,..) angeboten. Ganzjährig gibt es
Kartoffeln, Biogetreide, frischgemahlene Mehle zu kaufen.
o Der Gutshof Essling setzt auf Selbsternteparzellen. Auf einer
Fläche von 80m² werden diverse Gemüsesorten wie Radieschen,
Porree, Zucchini und Zwiebel angebaut. Der Nachbau von
Kräutern, Blumen und anderen Gemüsesorten ist auch durch eigene
Initiative möglich.
Neben den gemeindeeigenen biologischen Landwirtschaftbetrieben
gibt es acht weitere kontrollierte Biobetriebe, die ab Hof verkaufen.
Großes Interesse an Biogemüse bei Konsumenten
Die zusammenfassende Schlussfolgerung aus mehreren Umfragen ist,
dass 80 Prozent der Konsumenten an Bioprodukten Interesse haben.
Tatsächlich wird Bioware von 20 Prozent der Österreicher gekauft.
Wien stellt dabei das größte Konsumentenpotenzial für Bioprodukte.
Wien setzt einen weiteren Impuls zur Förderung des Biologischen
Landbaus: Die öffentlichen Einrichtungen, wie Krankenhäuser,
Altenheime, Krippen, Kindergärten, Schulen und Kindertagesheime
stellen auf Biokost um. 30% Bioanteil sind zum Start vorgesehen, bei
den Krippen, Kindergärten und Kindertagesheimen sind für 2006 schon
50% Bioanteil vorgeschrieben. "Damit fördert Wien nicht nur den
Biologischen Landbau ganz allgemein, sondern ermöglicht auch den
Wiener Produzenten auf Biologische Produktion umzusteigen", erklärt
Univ. Prof. Dr. Ludwig Maurer vom Ludwig Boltzmann-Institut für
Biologischen Landbau und Angewandte Ökologie.
"Die Stadt Wien ist schon jetzt der zentrale Konsumentenmarkt
und somit der wichtigste strategische Partner für die Biobauern. Der
derzeitige Umsatz mit Bioprodukten liegt bei etwa 250 Millionen Euro.
Mit Jahresende wird er bei 363 Millionen Euro liegen", sagt Ing.
Engelbert Sperl vom Verband "Ernte für das Leben".
Weitere Informationen zu den Themen:
o Biolandbau: www.oekoland.at/
o Austria Bio Garantie: www.abg.at/
o Bioclub: www.bioclub.at/
o Bio Ernte: www.ernte.at/
o Global 2000: www.global2000.at/index1.htm
(Schluss) vit
Rückfragehinweis: PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Martina Vitek
Tel.: 4000/81 359
Handy: 0664/358 23 86
e-mail: [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK






