- 19.10.2001, 08:17:51
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Nachschub für Gnadenhöfe: Heute 20 "Nutz"-Tiere vor dem Tod gerettet
Laaben (OTS) - Bereits am Mittwoch abend erreichten den VgT
verzweifelte Anrufe, nachdem in der ORF-Sendung "Österreich-Bild" ein
Kurzbericht über einen Vorfall in Frastanz (Vbg.) gebracht wurde:
Eine Kuh ist vor der Verfrachtung in einen Schlachttiertransporter
ausgerissen und in die Wohnung eines benachbarten Bauern geflüchtet,
dann allerdings wieder eingefangen worden. Durch diesen
panikbedingten Umstand wurden ihr noch ein paar Tage Galgenfrist
eingeräumt, um ihren Streß abzubauen und die Fleischqualität nicht zu
gefährden. Von einigen Tierfreunden alarmiert, setzten wir uns heute
den ganzen Tag - gemeinsam mit der Vorarlberger
Tierrechtsorganisation "Humanitas" - dafür ein, die Jungkuh
freizukaufen und an einem sicheren Bauernhof vor Ort, bzw. später auf
einem Gnadenhof unterzubringen. Dies ist nunmehr gelungen: Für
14.000,- öS konnten wir gemeinsam die 400 kg schwere Tiroler
Grauvieh-Kalbin, die wegen Fruchtbarkeitsstörungen bereits im Alter
von ca. 30 Monaten zum Schlachter geschickt wurde, freikaufen und in
einem Freiland-Hof im Bregenzer Wald unterbringen. Dort wird sie
bleiben können, bis der Gnadenhof von "Humanitas" fertiggestellt sein
wird und sie ihr restliches Leben in Freiheit und Sicherheit
verbringen darf.
"Zufällig" zur gleichen Zeit erreichten uns heute verzweifelte
Anrufe von Tierschützern aus NÖ, daß in einem fensterlosen Silo eines
verwahrlosten "Bauernhofes" 19 Ziegen ohne Versorgung eingepfercht
seien. Sie kämen morgen, also am 19.10. um 9 Uhr, zur Schlachtung,
wenn nicht vorher ein Platz für sie gefunden würde. Also hat sich
auch hier der "Verein gegen Tierfabriken" (VgT) bereit erklärt, diese
zumindest vorübergehend auf den Weiden seines Gnadenhofes in Laaben
aufzunehmen. Sie werden bereits um 8 Uhr zu uns gebracht und dürfen
dann - wohl zum ersten Mal in ihrem Leben - frisches Gras,
Sonnenlicht und Freiheit genießen. In weiterer Folge werden wir
versuchen, dauerhafte Plätze zu finden, soweit sie nicht bei uns
überwintern können. Wer diesbezüglich etwas weiß oder zur Verfügung
stellen kann, ist aufgerufen, sich bei uns im VgT-Büro unter
02774/8813 zu melden.
Auch wenn diese Rettungsaktionen bei ca. 70 Millionen
geschlachteten "Nutz "-Tieren pro Jahr allein in Österreich nur wie
"ein Tropfen auf den heißen Stein" erscheinen mögen, so wollen wir
damit die Symbolkraft für das Recht auf artgemäßes Leben jedes
einzelnen fühlenden Wesen unterstreichen. Nichtmenschliche Tiere
haben - auch wenn sie nicht zu den relativ privilegierten Heimtieren
gehören - eine Eigenwürde und ein moralisches (aber leider keinerlei
legistisches) Recht auf Leben in Freiheit und ohne Leiden. Das wollen
wir zumindest an diesen 20 Individuen, die wir heute vor dem sicheren
Tod bewahren konnten, aufzeigen.
Rückfragehinweis: Dr. Franz-Joseph Plank
Tel.: 02774/8813
Verein gegen Tierfabriken
E-Mail: mailto:[email protected]
Web: http://www.vgt.at
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